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Christa Wolf

Medea. Stimmen

Bild von Christina
Verfasst von grey bookreader Christina am Sa, 23/08/2008 - 09:43
Inhaltsangabe

Sie ist eine der faszinierendsten und zugleich widersprüchlichsten mythischen Gestalten. Von Euripides wurde sie als Kindsmörderin in die Literatur eingeführt, spätere Jahrhunderte haben sie immer wieder um- und anders gedeutet: Medea. Heilerin, Priesterin, Liebende, Eifersüchtige, Verräterin, Intrigantin: Christa Wolf erzählt die Geschichte - teilweise Quellen von Euripides folgend - neu und entwirft dabei das Porträt einer eigenwilligen, einer ungewöhnlichen Frau "zwischen den Zeiten". Ihre Medea ist, wie in allen Überlieferungen, die Tochter des Königs von Kolchis am Schwarzen Meer, dem östlichen Rand der damals bekannten Welt. Sie findet die Verhältnisse in ihrer Heimat unerträglich und flieht mit Jason, dem Argonauten, und einer kleinen Schar von Kolchern in das reiche Korinth...

Meine Gedanken zum Buch:

Was für ein kraftvolles Buch. In sechs Stimmen geteilt, erzählt es von Medea die immer anders interpretiert wird. Von Jasons Liebe zu ihr bis zu dem Punkt wo er sie verstößt. Von Palastdienern, die sie bewundern und dann verachten. Es liest sich wie ein Krimi, da im Buch neben der Darstellung von Medeas Untergang auch eine Art Antwort für das abscheuliche Verhalten der Korinther gegeben wird: verjährter Kindsmord.
Toll geschrieben, fesselnd, unglaublich wie Emotionen aufgebaut werden und die Spannung gehalten wird.
 

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Kassandra

Bild von Christina
Verfasst von grey bookreader Christina am Sa, 23/08/2008 - 09:26
Inhaltsangabe

Christa Wolf auf den Spuren der ältesten Tochter des Königs Priamos von Troia.

"Ich, Kassandra, keine andere der zwölf Töchter des Priamos und der Hekabe, war vom Gott selbst zur Seherin bestimmt." Doch was nützt diese Gabe, wenn keiner der Seherin glaubt?

Meine Gedanken zum Buch:

Der Mythos der Kassandra hat mir persönlich schon immer gefallen. Und in diesem Buch bekommt sie eine Stimme, die stärker ist als alle zuvor. Christa Wolf schafft es durch verschiedene Stilmittel eine Atmosphäre zu erzeugen, die greifbar wird und man will gerne ihrer Sicht der Dinge glauben.
Kassandra als Ich-Erzählerin, die ihren Weg von ihrer geliebten Heimatstadt bis nach Sparta beschreibt, wo sie, wie sie selbst weiß, sterben wird. Sie erzählt wie sie von der eigenen Familie teilweise verschmäht wird, wie keiner ihrer Sehergabe glaubt und das Helena niemals in Troia angekommen sei, weil Paris, der Bruder, nicht stark genug war sie zu halten. Das Buch zeichnet brutal ehrlich Figuren und Situationen, eingewoben in der eindringlichen Erzählweise Kassandras.
Da das Buch nur wenige Seiten hat und nicht in Kapitel geteilt ist, ist es schwer, aufzuhören zu lesen. Mich beeindruckte die Stilform der Autorin und die berührende Klugheit, mit der Kassandra erzählt.

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