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Arthur Schnitzler

Traumnovelle

Bild von Claudia Maralik
Verfasst von yellow bookreader Claudia Maralik am Fr, 09/03/2012 - 23:07
Inhaltsangabe

"Wie gesichert die Ordnung einer Ehe auch sei, sie hat sich, herausgefordert durch Gedanken etwa an Abenteuer, Freiheit und Gefahr, zu erweisen. Der Reiz von etwas ganz anderem, außerhalb ihrer Liegenden, gedanklich Ungetreuen, will, wenn er sich einstellt, erfahren sein: in traumhafter Wirklichkeit, zumindest in -wirklichkeitsnahem Traum. Schnitzler erzählt dies in seiner unvergleichlichen Novelle von Fridolin und Albertine. Faszinierend schildert er in strenger Gliederung das parallele, stark erotisch bestimmte Erleben des Paares in einer Nacht: er ließ sich auf mysteriöse Weise in eine orgiastische Gesellschaft führen - sie ist in die Erregung eines unvergleichbaren Traumes geglitten. Die Fremde, die Fridolin in dieser leidenschaftlichen Nacht kennenlernt, opfert sich für ihn, weil in dieser bacchantischen Runde jeder Uneingeweihte, der sich hineinbegibt, zum Tode verurteilt ist; Albertine gibt sich im Traum einem eher zufälligen Bekannten hin und sieht ruhig zu, wie ihr Mann für seine Treue zu ihr sich kreuzigen läßt. Fridolin erkennt, als sie ihm dies erzählt, in der Fremden seine eigene Frau. Der Knoten löst sich:
die scheinbar voneinander unabhängige Versuchung des Mannes wie der Frau haben sich in Traumrealität entladen. Der Weg zueinander ist wieder frei durch die Erkenntnis der Gefahr, einander in der Gemeinschaft zu verlieren. Als Fridolin, noch un-sicher, fragt: »Weißt du das auch ganz gewiß?«, spricht Albertine es aus: »So gewiß, als ich ahne, daß die Wirklichkeit einer Nacht, ja daß nicht einmal die eines ganzen Menschenlebens zugleich auch seine innerste Wahrheit bedeutet.«

Meine Gedanken zum Buch:

Es ist die 10. Auflage von Schnitzler`s Traumnovelle, die ich da in Händen halte.... die 10. Auflage... mit Recht.
Schon ab der ersten Seite war ich gefangen in seiner Geschichte rund um die Ehe von Fridolin und seiner Frau Albertine.
Schnitzler beschönigt nichts... erzählt frei und unverblümt von den sexuellen Träumen dieser beiden  Eheleute, über ihr Verlangen und ihre Triebe.....unfassbar, was dieses Werk beim Erscheinen für Wellen geschlagen haben muss.
Sprachlich einfach herrlich zu lesen und auch inhaltlich hat mit die Spannung regelrecht durch die Seiten getrieben. Ein Buch, das man anfängt und nicht mehr aus der Hand legen kann.... die Neugier ist viel zu groß.... in einem Zug habe ich es lesen müssen!!!!!
 
Zitat Seite 88:
"Und kein Traum", seufzte er leise, "ist völlig Traum".
 

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Fräulein Else

Bild von Christina
Verfasst von grey bookreader Christina am So, 21/09/2008 - 12:49
Inhaltsangabe

Else ist mit reicher Verwandschaft in den Urlaub gefahren. Dort erreicht sie ein Expressbrief: eine gewisse Summe an Geld muss ihrem Vater schnellstmöglich überwiesen werden, oder es droht Bankrott und schlimmer: Gefängnis, Entehrung.
Else soll den reichen Herrn von Dorsday im Urlaub bitten, das Geld zu leihen. Dieser erklärt sich bereit-- unter einer Bedinung die Else so abscheulich vorkommt, dass sie verzweifelte Mittel anwendet.

Meine Gedanken zum Buch:

Schnitzler schreibt unglaublich einfühlsam über den Gefühlstumult einer 20-jährigen jungen Frau aus gutem Hause zur k.u.k Zeit. Die Stilform des inneren Monologes lässt einen tief in den Charakter des Fräulein Else einblicken, so wirkt ihr ganzes Hadern und ihre Bedenken und schließlich ihre Verzweiflung noch realer als vielleicht bei einem auktorialen Erzähler.
Ich las das Buch zum ersten Mal kurz nach der Matura und seitdem immer wieder-- diese Novelle bleibt stets fesselnd und man entdeckt jedes Mal mehr an der Geschichte und der Schreibweise. Der Text an sich fasst gerade mal 120 Seiten-- ein weiteres Argument um diese Novelle zu lesen, denn es gibt nicht viele klassische österreichische Schriftsteller die sich so kurz und prägnant halten.
Ich bin jedes mal aufs Neue überrascht und berührt von dem Text, und wie bei Romeo und Julia wünscht man sich insgeheim, dass es diesmal gut ausgeht.

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