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Andrea Camilleri

Der vertauschte Sohn

Bild von tedesca
Verfasst von yellow bookreader tedesca am Fr, 02/07/2010 - 11:27
Inhaltsangabe

Camilleris Sizilien ist auch die Heimat eines der bedeutendsten italienischen Autoren des 20 Jahrhunderts: Luigi Pirandello, der Erneuerer des Theaters und große Erzähler, war - wie Camilleri - in Porto Empedocle zu Hause. Kunstvoll ineinandergefügt erzählt Camilleri von Pirandellos und seiner eigenen Kindheit und Jugend zwischen Agrigent und Porto Empedocle. Eine sizilianische Welt öffnet sich vor den Augen des Lesers, mit ihren Absonderlichkeiten und Geheimnissen. Nur ein Sizilianer vom Schlage Camilleris kann so erzählen: komisch, detailreich, in prallen kleinen Szenen, manchmal märchenhaft, dann wieder von derber Realistik. Ein weiterer unterhaltsamer Camilleri-Roman für seine verzauberten und begeisterten Leser

Meine Gedanken zum Buch:

Luigi Pirandello ist wohl einer der bekanntesten Schriftsteller, die der Süden Italiens je hervorgebracht hat, und ich muss zu meiner großen Schande gestehen, dass ich ausser einem oder zwei Theaterstücken noch nichts von ihm gelesen habe. Das werde ich nach dem Lesen dieser herrlichen Biografie sofort ändern.
Camilleri beschreibt einmal mehr Sizilien, seine geliebte Heimat. Bezeichnenderweise ist die Hochzeit seiner Eltern am selben Dokument vermerkt wie die Pirandellos, und Camilleri war es auch, der etliche vergessene Dramen des Autors wieder auf die Bühne gebracht hat.
Auf seine übliche Art, also mit einem Augenzwinkern aber auch der nötigen Sensibilität, beschreibt Camilleri das Leben eines Menschen, der bis kurz vor seinem Tode die Geister seiner Kindheit nicht loswerden konnte, und dessen Schicksal sich in dem seiner Kinder fast unverändert fortsetzt. Luigis Talent für das Schreiben wird bald erkannt, dennoch gelingt es ihm nur mit großer Mühe, sich auch finanziell aus den Klauen des übermächtigen Vaters zu befreien. Dazu kommt die schwere psychische Krankheit seiner Frau, die ihn einerseits über sich hinauswachsen lässt, ihm andererseits auch viel Stoff für seine Literatur bietet.
Fast jedes Werk Pirandellos enthält autobiografische Elemente, und somit freue ich mich darauf, mich in der nächsten Zeit - so lange die Erinnerungen an diese Biografie noch frisch sind - auf eines davon zu stürzen.
 

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Die Form des Wassers

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Verfasst von yellow bookreader Claudia Maralik am Fr, 16/04/2010 - 10:21
Inhaltsangabe

Commissario Montalbano ist verblüfft, als er die Nachricht vom Tod des angesehenen Politikers Luparello erhält: Seine Leiche wurde nämlich ausgerechnet an der Stelle der sizilianischen Südküste aufgefunden,
die in der Gegend als "Bordell unter freiem Himmel" bekannt ist. Dort soll sich der feinsinnige, generöse Luparello kurz vor seinem Tod mit einer hübschen Blondine vergnügt haben. War es ein Verbrechen,
und wenn ja wer sind die Schuldigen? Und das Motiv? Geld? Macht? Mordlust? Das hängt, muss Montalbano erkennen, ganz von der Form ab, die man dem Fall gibt. Eben wie beim Wasser. Und so kommt der
Commissario schon bald einem trickreich inszenierten Täuschungsmanöver auf die Spur...

Meine Gedanken zum Buch:

"Die Form des Wassers" ist Commissarion Montalbano`s erster Fall und somit auch mein Einstieg in Camilleri`s Krimi-Serie.
Als eingefleischter Brunetti-Fan sehe ich mich ja regelrecht gezwungen, zu Montalbano über zu laufen, das Warten auf Donna Leon`s nächsten Roman ist mir jetzt einfach zu lange geworden.
 
Was mir hier ein bisschen gefehlt hat, ist die Vertrautheit die ich bei Brunetti immer empfinde und Teils auch die Spannung. Der Autor hält seine Dialoge ziemlich knapp und verzichtet auf weitläufigere Ausschweifungen.
Trotzdem recht flüssig zu lesen, mit einem Hauch silzilanischen Flair....Ich bin zuversichtlich, dass die Sympathie zwischen dem Commissario und mir im Laufe der nächsten Romane noch wachsen wird und ich noch einige Ausflüge in den südlichsten Zipfel Italiens unternehmen werde.
 

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Die Ermittlungen des Comissario Collura

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Fr, 03/07/2009 - 12:03
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Commissario Cec‚ Collura trifft während einer Kreuzfahrt auf lauter Gestalten, die ihr wahres Gesicht nicht zeigen wollen. Ein Sänger mit falschem Bart und schlechter Stimme entpuppt sich als Millionär und Staatspräsident (auch Berlusconi hat in seiner Jugend als Klavierspieler auf einem Schiff gejobbt). Die Gattin eines mexikanischen ölbarons will in den Gewändern einer mittellosen Frau den Commissario verführen. Andere Damen sehen Gespenster, Leichen werden zum Verschwinden gebracht, während ein Schmuckraub für Aufregung sorgt. Comissario Collura hat alle Hände voll zu tun auf dieser Kreuzfahrt in einem nicht näher bestimmten Meer.

Meine Gedanken zum Buch:

Unverwechselbarer Camilleri-Humor! Mit Commissario Collura ist eine Figur entstanden, die seinem Kollegen Montalban um nichts nachsteht. Mit Verstand, List und Humor löst er die ganzen Rätsel, die ihm auf dieser Kreuzfahrt begegnen, von der er sich nie sicher ist, ob sie real oder nur virtuell ist. Ein Lachvergnügen der intelligenten Art, unbedingt empfehlenswert!

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Neuigkeiten aus dem Paradies: Ansichten eines Sizilianers

Bild von Lothar Gross
Verfasst von yellow bookreader Lothar Gross am So, 26/04/2009 - 18:36
Inhaltsangabe

Wer sagt, dass jedes Federvieh zwei Beine hat? Worin besteht der tiefere Sinn des Schlangestehens? Welche Bedeutung haben Mimosen am Weltfrauentag? Und wozu sind eigentlich Fotohandys gut? Fragen über Fragen, auf die Andrea Camilleri überraschende Antworten bereithält. So entsteht ein Kaleidoskop an geistreichen Miniaturen zu ganz unterschiedlichen Aspekten des Lebens, die dem Leser einmal mehr mediterranes Flair nahe bringen, ihn teils zum Schmunzeln, teils zum Nachdenken anregen. Darüber hinaus sorgt Camilleris großes Talent im raffinierten Spiel mit unerwarteten Pointen für allerbeste Unterhaltung.

Meine Gedanken zum Buch:

Andrea Camilleri zu lesen ist immer wieder herrlich. Sowohl seine Romane aus Vigata, als auch seine krimis sind einfach stark. Dies ist mein Einsteigerbuch zu Camilleri, ein kleines, feines Buch, mit wunderschönen Kurzgeschichten, die das Leben der Sizilianer in der Vorstellung des geneigten Lesers schwärmerisch aufleben lässt.

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Die sizilianische Oper

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Verfasst von yellow bookreader Lothar Gross am Do, 23/04/2009 - 11:57
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Am 10. Dezember 1874 brennt im verschlafenen sizilianischen Städtchen Vigata das Opernhaus. Kommissar Puglisi vermutet Brandstiftung, denn dieser geplante kulturelle Höhepunkt war von Anfang an von Schwierigkeiten begleitet.

Der neue Präfekt in Montelusa, der zu allem Unglück aus der Toskana stammt, hat nicht mit dem Starrsinn der Vigateser gerechnet. Er möchte am liebsten "das Wohlgefallen an einer Oper polizeilich verordnen". Doch sein gut gemeinter Einsatz für die Kunst scheitert schmählich. Die Oper mit dem nicht unbedingt rasend interessanten Titel "Der Bierbrauer von Preston" wird vom Publikum ab der ersten Szene boykottiert und ins Lächerliche gezogen. Wobei niemand sich um die Oper als solche auch nur einen Deut schert. Allerdings, keiner in Vigata lässt sich aus Montelusa irgendetwas vorschreiben. Schon gar nicht Musik.

Meine Gedanken zum Buch:

Camilleri versteht es wie kein anderer aus der fiktiven Stadt Vigata eine irrwitzige Handlung zu erzählen. Er versteht es immer wieder, die Obrigkeit so dastehen zu lassen, dass man nur den Kopf schütteln kann.
Ein Paradebeispiel dafür, wie es die Einwohner einer Stadt in verschworener Einigkeit schaffen, die Entscheidungen von oben zu boykottieren.

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Der unschickliche Antrag

Bild von Lothar Gross
Verfasst von yellow bookreader Lothar Gross am Do, 23/04/2009 - 10:06
Inhaltsangabe

Der Holzhändler Filippo Genuardi, genannt Pippo, ist ein fortschrittlicher Mensch und begeistert sich für alles Neue; er besitzt einen Phonographen Edison und sogar einen motorisierten Vierräder, den er sich aus Paris kommen ließ. Und nun beantragt er ein Telephon: eine Sensation in Sizilien im Jahr 1891.
Der Antrag wird vom Post- und Telegraphenamt abgewiesen, aber Filippo bleibt hartnäckig. Es kommt zu Entlassungen, Beförderungen, Morden und Liebesdramen – alles nur wegen eines Telephons.

Meine Gedanken zum Buch:

Eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe. Ein Antrag für ein Telefon lässt alle Einwohner und Behörden Amok laufen. Eine irrwitzige Intrigenkampagne wird aktiviert, um diesen einen Telefonanschluss zu verhindern.
Im Jahr 1891 hat nun mal keine Privatperson ein Telefon, also vermutet man verbrecherische Machenschaften.
Es ist herrlich, wie die Behörden versuchen sich gegenseitig eins auszuwischen und dann wieder gemeinsam gegen den Antragsteller vorgehen. Es wird sehr deutlich dargestellt, dass sich Carabinieri und Polizei überhaupt nicht leiden können und keine Gelegenheit auslassen, dem anderen eine Gemeinheit anzulasten.

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Die Passion des stillen Rächers. Commissario Montalbanos achter Fall

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Mo, 09/03/2009 - 10:50
Inhaltsangabe

Kaum hat Salvo Montalbano seine Schussverletzung auskuriert, erhält er auch schon einen Anruf aus dem Kommissariat: Auf einer einsamen Landstraße hat man den Motorroller von Susanna Mistretta, einer junger Studentin, gefunden, die mit ihren Eltern in einem kleinen Dorf nahe der Fundstelle lebt. Der Vater, der unverzüglich eine Vermisstenanzeige aufgegeben hat, ist sich sicher: Susanna ist entführt worden. Doch Commissario Montalbano findet bald heraus, dass es sich bei der Entführung um die Tarnung für eine weitaus vielschichtigere Sache handelt. Zu viele Details passen nicht zusammen, die Aussagen der Zeugen widersprechen sich. Doch das Netz der Verwirrungen, das hier ausgelegt wurde, scheint undurchdringbar und der stille Rächer geduldig genug, um in aller Ruhe abzuwarten, bis sein Opfer in die verhängnisvolle Falle tappt ...

Meine Gedanken zum Buch:

Einmal mehr ein grandioses Lesevergnügen. Ich habe auch die sieben Bücher vor diesem gelesen und freu mich schon auf die folgenden, Camilleri schreibt einfach umwerfend gut. Komisch, liebevoll, satirisch und respektvoll schildert er seine Landsleute mit allen ihren Eigenheiten, vor allem auch den kulinarischen, sodass einem oft das Wasser im Mund zusammenläuft.
Vigáta ist ein fiktiver Ort, aber es könnte jede kleine Stadt in Sizilien sein. Montalbano ist ein typischer italienischer Macho, der jedoch mehr und mehr auch seine sensiblen Seiten entdeckt, die vor allem seine Freundin Livia in ihm zum Vorschein bringt.
Es ist sicher schwierig, einen Text zu übersetzen, der mit so vielen lokalen Ausdrücken und Phrasen gespickt ist, aber ich denke, es ist ganz gut gelungen. Vor allem die Dialoge mit dem Carabineri Catrella finde ich immer so komisch, deshalb habe ich hier auch zwei zitiert.
Die Geschichte selbst ist spannend, Montalbano lässt sich von den Beteiligten der Entführung nicht aufs Glatteis führen, er allein durchschaut letztendlich die Ränke, die hier geschmiedet wurden und bildet sich sein eigenes Urteil darüber, was richtig und was falsch ist.
Eine absolute Empfehlung für alle, die gern Geschichten mit südlichem Lokalkolorit lesen, in denen es weniger um Mord und Brand geht, sondern um das Menschliche mit all seinen Auswüchsen.

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