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Zuviel himmlischer Frieden. Kommissar Wang ermittelt

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Mi, 19/01/2011 - 16:42
Inhaltsangabe

Zuviel_himmlischer_Frieden.jpgChina 1991: Mitten in einer Vorstellung der Peking-Oper wird ein Mann ermordet. Zufällig ist Kommissar Wang anwesend und nimmt sich des Falls an. Die Spuren führen ihn in Kreise des organisierten Verbrechens, zu Ausgrabungen in den Huashan-Bergen, wo seit längerer Zeit bedeutende Kunstgegenstände auf geheimnisvolle Weise verschwinden, und in den Süden Chinas, von wo aus sie möglicherweise nach Hongkong verschoben werden. Wang glaubt fest an den Sieg der Gerechtigkeit, doch läßt sie sich wirklich durchsetzen im heutigen China, nach all dem, was er im Juni 1989 auf dem Tianamen-Platz erlebt hat? In seinen Romanen um Kommissar Wang vermittelt Christopher West ein farbenprächtiges und gleichzeitig menschlich und politisch sehr stimmiges Bild vom heutigen China.

Zitate

Ich glaube, die meisten Musiker, die westliche Sachen spielen, haben eine sehr niedrige Moral.

Seitenangabe für Zitat1:
79

"Ich erzähl dir was von den Engländern!" fuhr sie fort. "Die sind alle verrückt. Sie bekommen keine Liebe, wenn sie Kinder sind, deshalb können sie auch ihren eigenen Kindern keine geben, wenn sie heranwachsen. Johnny hat man schon mit acht Jahren von zu Hause weg und in eine schreckliche Schule gegeben, wo er oft Prügel bezog. Mit acht Jahren! Wenn jemand meinem Walter - er ist jetzt sechs - auch nur ein Haar krümmte, ich würde ihn umbringen!" Lily senkte die Stimme, bis sie nur noch flüsterte: "Wir sagen dazu 'das englische Problem'. Viele von ihnen leiden daren, vor allem die Reichen, die auf diese teuren Schulen gegangen sind. Sie sind erst zur Liebe fähig, wenn man sie gedemütigt hat. Stell dir das vor! In Hut und Mantel mußte ich den armen Johnny am Boden mit einem Stock bearbeiten!"

Seitenangabe für Zitat2:
155
Quellenangaben
Verlag:
Aufbau Tb
Erscheinungsjahr:
2002
Auflage:
1. Auflage
ISBN:
ISBN-13: 978-3746617541
Meine Gedanken zum Buch:

Dieser erste Teil von vier macht uns mit Kommissar Wang bekannt, einem im Grunde parteitreuen Kommissar um die 40, der in Peking ermittelt. Und der immer wieder an die Grenzen dessen kommt, was die Partei vorgibt und was die Menschlichkeit ihm abverlangt. Dieser Konflikt kostet ihn fast seine Karriere, wie es darum geht, seine Position zum Massaker am Platz des himmlischen Friedens 1989 darzustellen.
Wang ermittelt in einem Mordfall, der sich unerwartet schnell löst, somit wird er von seinem Gruppenleiter zu einer Ausgrabungsstätte ins Gebirge beordert, wo ständig wertvolles Kulturgut verschwindet. Die Untersuchungen führen seinen Kollegen nach Hongkong, zu den Versuchungen der modernen westlichen Welt.
Christopher New zeichnet meiner Meinung nach ein recht realistisches Bild eines Menschen, der auf dem Land aufgewachsen und somit der Tradition und einer gewissen Moral verhaftet ist, die in der Großstadt kaum mehr Platz findet. Seine Hauptfigur ist sympathisch und autentisch, die Kulisse exotisch und durchaus auch befremdlich - alles in allem spannend und lesenswert, vor allem natürlich für Asien- oder Chinafans.

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