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Zimmer mit Aussicht

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Di, 30/09/2008 - 09:06
Inhaltsangabe

Zimmer_mit_Aussicht.jpgFlorenz um 1900: Die junge Lucy lernt in einer Pension George Emerson kennen und verliebt sich. Mit ihrer Rückehr nach England aber scheint auch George vergessen. Cecil, ein junger Snob hält um ihre Hand an. Da tritt George erneut in ihr Leben. Florenz um 1900: Ziel jedes reiselustigen und bildungshungrigen Engländers. Auch die junge Lucy Honeychurch wird nach Italien geschickt - allerdings in Begleitung ihrer Cousine Charlotte, die sehr darauf achtet, daß Lucy vom sinnlichen Charme des Südens unberührt bleibt. Doch dann erregt der junge, unkonventionelle George Emerson Lucys Aufmerksamkeit, und Charlotte hat alle Hände voll zu tun, die aufkeimende Liebesbeziehung zu unterbinden...

Zitate

Italien ist nur ein schöneres Wort für Schicksal.

Quellenangaben
Verlag:
Langen/Müller Audio-Books
Erscheinungsjahr:
2008
Auflage:
1. Auflage
ISBN:
ISBN-13: 978-3784440545
Meine Gedanken zum Buch:

Das Hörbuch wird gelesen von Mathias Kahler, der mit seiner Stimme jeder Person einen unvergleichlichen Tonfall gibt. Ich bin mir nicht sicher, ob mir das Buch in Papierform auch so gut gefallen hätte, weil die Dialoge oft endlos lang sind und durchaus auch mal langatmig sind. Andererseits kann man sich der Pointe sicher sein, die Geduld zahlt sich also aus.
Für mich ist "Zimmer mit Aussicht" das Highlight der letzten Monate. Forster nimmt die britische Gesellschaft um die letzte Jahrhundertwende dermaßen gelungen auf die Schaufel, dass ich nicht einmal laut lachen musste. Die alte Jungfer Charlotte, die sich letztendlich als weitaus liberaler erweist, als man ihr zutrauen würde, der listige Pfarrer Mr. Beebe, der versnobte Cecil, der unkonventionelle Mr. Emerson und dann natürlich Lucy, die in sich in ihrem Bestreben, den gesellschaftlichen Zwängen zu entsprechen, tief in die Bredouille reitet. Wie sie sich letztendlich daraus befreit und wir Mr. Emerson Sen. sie "bekehrt", dürfte in der Literatur der damaligen Zeit wohl einmalig sein. Wie schon in "Passage to India" stellt Forster die Werte der englischen Gesellschaft nicht nur in Frage, sondern total auf den Kopf.
 
Und dann natürlich die herrlichen Beschreibungen von Florenz! Man bekommt sofort Sehnsucht, wieder einmal in diese großartige Stadt zu reisen.
 
Ein grandioses Buch, lesenswert auch dann, wenn man den ebenso großartigen Film von James Ivory gesehen hat. Lucy war für mich immer Helena Bonham Carter und George ist untrennbar mit dem Bild von Julian Sands verbunden - aber DAS trägt in meinen Augen nur noch positiv zum Gesamteindruck des Buches bei.

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