Wo ist Thursday Next?

Wo_ist_Thursday_Next.jpgPanik in der BuchWelt: ein Krieg der Genres scheint bevorzustehen. Nur Thursday Next kann mit ihren speziellen diplomatischen Fähigkeiten das Schlimmste verhindern. Doch kurz vor den Friedensgesprächen verschwindet sie spurlos. Es ist nun an BuchThursday, der geschriebenen Version von Thursday Next, die bisher ein beschauliches Dasein in einem ruhigen Eckchen der Fantasy führte, die Lage zu retten. Tatsächlich kommt sie einer finsteren Verschwörung auf die Spur. Dann stürzt zu allem Überfluss ein eBook ab, die Trümmer verunstalten die halbe BuchWelt. Schon werden die Metaphern knapp ...

Meine Gedanken zum Buch: 

Nach dem fünften Teil der Serie, von dem ich ja total enttäuscht war, weil es nur um Teenagergeschichten ging, ist Teil 6 jetzt eigentlich für mich wieder auf dem richtigen Kurs. Allerdings ist er dermaßen mit originellen Figuren und Ideen vollgestopft, dass dabei leider auf die Handlung vergessen wurde. Ewig lang fragt man sich, irgendwann schon leicht genervt, wann es denn jetzt endlich losgeht. Und wenn dann endlich Action aufkommt, ist sie auch gleich wieder vorbei. Das ist nicht die Thursday, die ich vier Bände lang so bewundert habe! Das Verwirrspiel um die geschriebene und die echte Thursday ändert an diesem Problem auch nicht wirklich viel.
Klar, die Anspielungen auf die Selbstverleger bringen einen - wenn man immer wieder in den unterschiedlichen Foren von ihnen sekiert wurde - schon sehr zum Lachen, Fforde greift da wohl ein Thema auf, das in der gesamten LeseWelt Anstoß zum Ärgernis gibt. Aber das allein reicht halt nicht aus, um fast 400 Seiten zu füllen. Und auch der liebenswerte Neuzugang, Roboterbutler Sprockett, kann die Lücke nicht wirklich füllen.
Sehr stolz war ich auf mich, dass ich das Zitat aus Tarantinos "Reservoir Dogs" gleich im ersten Satz erkannt habe, und wie schon seine Vorgänger lebt auch dieses Buch von unzähligen Anspielungen, von denen mir wahrscheinlich eh die Hälfte entgeht, ohne dass es mir überhaupt auffällt.
Fazit: zu viel des Guten, was die Ideen angeht, zu wenig Handlung und unterm Strich eher fad als unterhaltsam. Ob ich mich über einen 7. Band drübertraue, weiß ich noch nicht. Als Serienjunkie wahrscheinlich schon... aber sicher mit viel Skepsis!

Wir nahmen die Straßenbahn auf dem Asuten Boulevard und gelangten alsbald zu den Toren von Sinn und Sinnlichkeit. Das war ein sehr großes, von eienr hohen stacheldrahtgekrönten Mauer umgebenes Anwesen mit vielen herrlich beschriebenen Schauplätzen. An den Ecken erhoben sich Wachtürme, die mti schwer bewaffneten Männern in Karos besetze waren. Diese verschärften Sicherheitsmaßnahmen dienten allerdings nicht dem Schutz der Familie Dashwood - das Herrenhaus Norland Park war nicht nur der Wohnsitz der Famile, sondern auch das Hauptquartier von Jurisfiktion.

Seitenangabe für Zitat1: 
131

"Ich bin die geschriebene Thursday", sagte ich. "Vielleicht hat sie mich mal erwähnt. Ich war die Gutmenschen-Version im Großen Samuel-Pepys-Fiasko. Nach dem Fiasko habe ich die Serie von der schlimmen Thursday übernommen. Dadurch ist sie jetzt so, wie sich Thursday die Serie gewünscht hat. Weniger Sex und Gewalt. Ich fürchte, das erklärt auch, warum wir vergriffen sind."

Seitenangabe für Zitat2: 
218
Verlag: 
Deutscher Taschenbuch Verlag
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
978-3423249157