Winter Journal

Winter_Journal.jpgAt nearly 64, one of our greatest modern writers is feeling his age. In his quietly transfixing new memoir, Winter Journal, Paul Auster meditates on what it means for his mind, body, and creativity to experience the unforgiving passage of time. This should be--and is--an intensely personal chronicle, but Auster makes the journey equally ours by inviting us into its unfolding. "No doubt you are a flawed and wounded person," he cautions, and suddenly you are. You are the player in this story: running away from your pregnant mother in a department store; learning to wrangle your adolescent hormones; taking an "inventory of your scars, in particular the ones on your face"; marveling at the beauty of your wife as she sleeps; moving in and out of 21 homes, recalling their addresses and aesthetics in astonishing detail. "Writing begins in the body, it is the music of the body," Auster notes. With Winter Journal, he reminds us that it is also the joyful, then melancholy, then reluctantly accepting soundtrack of our full and finite lives. --Mia Lipman for amazon.com

Meine Gedanken zum Buch: 

Paul Auster gehört seit Ende der 1980er-Jahre zu meinen absoluten Lieblingsschriftstellern, mit Sehnsucht warte ich auf jede Neuerscheinung. Und jedes Mal wurde meine Geduld mit einem Meisterwerk belohnt. Ich bewundere die Art, mit der Auster so konsequent seine Themen immer wieder ins Spiel bringt, ohne sich jedoch zu wiederholen, ohne langweilig zu werden. Immer wieder verpackt er sie neu, sehr oft finden wir auch persönliche Komponenten in seinen Texten. Der erste wirklich autobiografische Roman war "The Invention of Solitude", wo sich Auster mit seinem Vater auseinandersetzt.
Jetzt lässt er uns auf sein eigenes Leben zurückblicken und stellt u.a. seine Mutter in den Vordergrund, deren plötzlicher Tod ihn auf schockierende Weise aus der Bahn geworfen hat. Wir lesen über seine Kindheit im kleinbürgerlichen Mileu, über seine Zeit in Paris, die ersten sexuellen Erfahrungen und seine Beziehungen zu Frauen. Und natürlich über seine große Liebe, seine Ehefrau seit 30 Jahren, die großartige Schriftstellerin und Philosophin Siri Hustvedt. Manche Themen werden sehr ausführlich behandelt, andere wiedernur kurz angeschnitten, auf die Probleme seines Sohnes geht er z.B. garnicht ein (Daniel Auster war in einen Mordfall verwickelt, man findet Ansätze dazu in Hustvedts "Was ich liebte"), und auch seine äußerst hübsche Tochter Sophie erwähnt er nur kurz.
Erzählt wird in der Du-Form, somit fühlt sich der Leser immer direkt angesprochen, steht irgendwie mitten in der Geschichte und fühlt eine unglaubliche Nähe zum Geschehen.
Auster ist jetzt 65, sein Buch beschließt er mit dem Satz  "You have entered the winter of your life". Ein für mich sehr berührender Satz, der mich sofort dazu brachte darüber nachzudenken, in welcher Jahreszeit ich mich wohl gerade befinde.
Alles in allem eine wunderschöne Autobiografie, die man als Paul-Auster-Fan natürlich gelesen haben muss, die aber auch so Einblicke in ein sehr amerikanisches Leben bietet und auch für Neueinsteiger von Interesse sein könnte.

You think it will never happen to you, that it cannot happen to you, that you are the only person in the world to whom none of these things will ever happen, and then, one by one, they all begin to happen to you, in the same way they happen to everyone else.

Seitenangabe für Zitat1: 
1

A door has closed. Another door has opened.
 
You have entered the winter of your life.

Seitenangabe für Zitat2: 
230
Verlag: 
Macmillan Us
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
978-0805095531