Wenn wir Tiere wären

wenn_wir_tiere_w__ren.jpgAlles ist da, Beruf, Wohnung, Einkommen, Urlaub, Frau. Aber schon eins davon wäre manchmal weitaus genug, und das wundervolle Alles ist mehr, ale einer erträgt.
Aber wie befreit man sich vom Privatleben, wenn man nicht mal die Arbeit loswird? Ach, wenn wir Tiere wären! Eine Ente im Park, ein freundlicher Hund auf dem Sofa! Ach, wenn wir die täglichen Zumutungen doch einfach gelassen übersehen könnten!

Meine Gedanken zum Buch: 

In Linz habe ich Genazinos neues Buch entdeckt - und das mit Zufall. Der regnerische Spaziergang war gerettet. Nun zum Buch. Genazino wird in seiner Fortführung seines Allerbuchsthemas "Wie werde ich mit der Welt fertig?" immer präziser. Auch sind nunmehr Folgen des Abkapselns bzw. die Sanktionen deutlich gezeichnet. Hier landet der Protagonist sogar im Kittchen. In dieser Phase, die übrigens sehr eindringlich, vulgär und doch befreiend beschrieben wird, nimmt der Protagonist (der Name ist ja nicht bekannt) wieder Kontakt zu seiner Ex-Freundin auf, die ihn erst kürzlich verlassen hat. Hier will ichn icht mehr zu viel verraten.
Genazinos Sprache ist wie immer schnörkellos und treffend, humorig und überhaupt nicht langweilig. Als eventuellen Einsteigsroman in Genazinos Wunderwelt ist es doch recht deftig. Mir hat es jedoch sehr gut gefallen. Da ich ja die Angewohnheit habe, schon währen des Lesens tolle Sätze anzustreichen, wimmelt es hier nur so von Häkchen. Da es mit 159 Seiten eher dünn ist, habe ich es parallel zu "Ulysses" verzwickt und kann mich nun wieder der absoluten Zerstreuung von James Joyce hingeben, was wesentlich mehr anstrengen wird.

Die frische schlechte Luft des Autoverkehrs war genau das richtige für mich.

Seitenangabe für Zitat1: 
30

Ich schätzte diese vor sich hinschleichenden Tage, aber sie durften nicht zu langsam werden.

Seitenangabe für Zitat2: 
43

Wenn wir flugfähige Tiere gewesen wären, hätten wir dann und wann mit den Flügeln schlagen können.
 

Seitenangabe für Zitat3: 
74
Verlag: 
Hanser
Auflage: 
1.
ISBN: 
9783446237384

Kommentare

Immer wieder mal glaubte ich, dass ich nachdachte, aber ich konnte nicht wirklich nachdenken.

Wieder hatte ich das quälende Gefühl, wir seien Laiendarsteller und spielten ein unspielbares Stück.