Weinen in der Dunkelheit

Als die zweijährige Ursula Burkowski und ihre Geschwister im Winter 1953 von ihrem Großvater gefunden werden, ist ihre Mutter schon eine Woche verschwunden. Sie hat sich aus Ostberlin in den Westen abgesetzt. Die Kinder sind halb verhungert, die Haare der Jüngsten an den Gitterstäben des Kinderbettchens festgefroren.

Ursula wird in das Kinderheim Königsheide eingewiesen, eine Vorzeigeanstalt der DDR. Hier erfährt sie die Einsamkeit der Gruppenerziehung: Stubenappelle und Stubenarrest, Politdrill und Fähnschenschwenken bei Staatsfeiern, homosexuelle Praktiken eines Erziehers und die Schwangerschaft einer dreizehnjährigen Freundin. Sie lernt früh, dass von Erwachsenen nicht viel zu erwarten ist. Und sie lernt sich zu wehren...

Meine Gedanken zum Buch: 

Unglaublich und schwer nachzuvollziehen, was Ursula Burkowski alles erlebt hat. Ich war oft sehr den Tränen nahe.

Im Alter von zwei Jahren machte ich meine ersten Lebenserfahrungen mit der Kinderschwester. Sie band mich mit Gurten an das Kinderbett, so konnte ich nicht hinausklettern. Ich weinte oft, denn die Gurte taten weh.

Seitenangabe für Zitat1: 
11

Der Tag, an dem ich erfuhr, dass jeder Mensch einen Geburtstag hat, war viel aufregender als mein Geburtstag selbst. (...)Nun wollten wir alle wissen, was ein Geburtstag ist. Ich musste darüber lachen, dass es einen Tag gab, an dem sich andere freuten, dass ich geboren war.

Seitenangabe für Zitat2: 
15

Die ersten Pflegeeltern für das Wochenende bekam ich, als ich noch nicht zur Schule ging. (...)Ohne die vielen Kinder fühlte ich mich einsam. Mein Verhalten entsprach nicht den Vorstellungen der Eltern, und sie ließen mich wieder im Heim.

Seitenangabe für Zitat3: 
23
Verlag: 
Gustav Lübbe Verlag
Auflage: 
Originalausgabe
ISBN: 
3-404-61244-2