Wasser für die Elefanten

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Amerika 1931, die Wirtschaftskrise hat das Land fest im Griff. Da kann der junge Tierarzt Jacob Jankowski von Glück reden, als ihm ein Job beim Zirkus angeboten wird. Auch wenn es ein sehr bescheidener Zirkus ist: Nicht einmal einen Elefanten gibt es. Dafür aber eine wunderschöne Kunstreiterin. Doch Marlena ist verheiratet mit dem wahnsinnigen Dompteur. Irgendwann findet sich doch eine, wenn auch sehr eigensinnige Elefantendame. Keiner kann mit Rosie umgehen – bis Jacob ihr Geheimnis enthüllt. Und als sich gerade alles zum Guten zu wenden scheint, nimmt eine Tragödie ihren Lauf.

Meine Gedanken zum Buch: 

Absolutes Lesehighlight. Wunderbare Charaktere, tolle Geschichte, habe noch nichts Vergleichbares gelesen. Es handelt sich bei diesem Roman um eine lesenswerte "Entführung" in die Zirkuswelt von damals. Das Buch ist einerseits humorvoll (siehe Zitate), andererseits sehr rührend und etwas grausam (zB der Umgang des Dompteurs mit den Tieren). Die Charaktere des wahnsinnigen Dompteurs August oder des Kleinwüchsigen Walter finde ich sehr gelungen, man befindet sich irgendwie im Zwiespalt, ob man diese nun mögen oder hassen soll. Eigentlich soll es sich ja um eine Liebesgeschichte handeln, aber diese ist für mich eher in den Hintergrund gerückt.
Besonders gut ist auch der Aufbau des Buches: Der alte Jacob (Protagonist) denkt an seine Jugendzeit zurück, in der er 7 Monate beim Zirkus verbracht hat. Zwischendurch wird dann immer wieder die jetzige Situation von Jacob im Altersheim beschrieben, in der die Ängste und Sorgen von älteren Menschen gut herausgearbeitet wurden (z.B. die Angst vorm Altwerden, die Entwicklung einiger typischer Eigenheiten im Alter oder das Sich-im-Stich-gelassen-Fühlen von der eigenen Familie).
Sehr empfehlenswert!

Manchmal glaube ich, wenn ich zwischen einem Maiskolben und einer Nacht mit einer Frau wählen müsste, würde ich den Mais nehmen. Nicht, dass mir eine letzte Nummer im Heu nicht gefallen würde - ich bin immer noch ein Mann, und manche Dinge ändern sich nie -, aber die Vorstellung, wie die süßen Körner zwischen meinen Zähnen zerbersten, macht mir den Mund wässrig.

Seitenangabe für Zitat1: 
19

Das war das erste Mal, dass ich eine nackte Frau gesehen habe, und ich glaube, ich werde nie mehr derselbe sein.

Seitenangabe für Zitat2: 
68
Verlag: 
Rowohlt Taschenbuch Verlag
Auflage: 
6. Auflage
ISBN: 
978-3-499-24845-0