Unland

Unland.jpgDie vierzehnjährige Franka muss von Berlin nach Waldburgen ziehen, in ein Elbdorf mitten in Sachsen- Anhalt. Sie ist der "Neuzugang" im Haus Eulenruh, einem Wohnprojekt für sieben Kinder und Jugendliche. Doch irgendetwas stimmt nicht in dem Ort. Wieso schweigen die Erwachsenen so beharrlich, wenn man sie auf das verlassene Dorf Unland, diese Ruinenlandschaft am Waldrand, anspricht? Als plötzlich ein Junge aus dem Haus Eulenruh verdächtigt wird, einen Diebstahl begangen zu haben, gründet Franka eine Bande. Während die "Eulen" versuchen herauszufinden, wer hinter der Verleumdung steckt, stoßen sie auf ein viel größeres und unheimlicheres Geheimnis.

Meine Gedanken zum Buch: 

Mit "Unland" hat Antje Wagner ein sehr berührendes und gleichzeitig spannendes Jugendbuch geschrieben, das sich vor allem auch durch seine zeitgemäße Sprache auszeichnet. Mir persönlich ist sie ein wenig zu sehr mit Kraftausdrücken durchsetzt, wobei mir bewusst ist, dass viele Jugendliche sich gerne so ausdrücken.
Wirklich nahe gegangen sind mir die oft nur angedeuteten Schicksale der einzelnen Kinder, die bei dem Ehepaar Kämpf ein neues Zuhause gefunden haben und dort so akzeptiert werden, wie sie sind, mit all ihren Narben und Macken. Franka selbst ist eine starke Persönlichkeit, sie kämpft sich durch, lässt sich nicht unterkriegen, auch wenn es in ihrem Inneren oft ganz anders aussieht.

Wirklich überraschend ist die Wendung der Geschichte kurz vor dem Schluss, wo das geheimnisvolle "Unland" ins Spiel kommt, das die Kids immer nur aus der Ferne mit dem Feldstecher beobachten konnten. Und am Buchende hatte ich nur mehr Gänsehaut!
Eine Empfehlung für Teenager ab 14, die gerne einmal ein Buch jenseits des Mainstreams lesen, das viele ihrer eigenen Probleme auffasst und ihre eigene Sprache spricht.

Die anderen Leute im Bus schauten ausdruckslos vor sich hin. Gesichter, die aussahen, als hätte kein Lächeln je Lust gehabt, sich für ein Weilchen dort niederzulassen.

Seitenangabe für Zitat1: 
9

"Ich hoffe echt, dass Ricardo nicht auf die Zicke reinfällt. Es gibt Mädchen, die sind nicht schön, sondern sehen nur so aus."

Seitenangabe für Zitat2: 
62

Manchmal denke ich,d ass irgendwo inmir drin ein Schreien hockt. Ganz unte. Ein altes Schreien, das in dem Moment, wo es aus mir hätte herauskommen müssen, einfach stecken geblieben ist, und das jetzt immer noch in mir ist. Gefangen. Und das langsam verfault. Und mich innen verpestet. Es sei denn, ich würde es rausschreien.

Seitenangabe für Zitat3: 
195
Verlag: 
Berlin Verlag
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
ISBN-13: 978-3827053398