The Historian (Der Historiker)

The_Historian.jpgHier wird das Genre Dracula-Roman völlig neu erfunden: Elisabeth Kostova hat in ihrem Debüt historische Fakten und Fiktion zu einem hervorragend geschriebenen „Page Turner“ verwoben: Ein junges Mädchens findet in der Bibliothek seines Vaters ein merkwürdiges Buch. Es ist sehr alt. Die Seiten sind unbeschrieben; nur in der Mitte des Buches prangt der unheimliche Holzschnitt eines Drachen und das Wort „Drakulya“. In dem Buch liegen Briefe datiert 1930, adressiert an: „Meinen lieben und bedauernswerten Nachfolger…“ So beginnt eine unheimliche Reise quer durch Europa auf den Spuren von Vlad Tepes, genannt Dracula.

Meine Gedanken zum Buch: 

Mit dem "Historiker" hat Elizabeth Kostova ein anspruchsvolles Buch zum Thema "Dracula" geschrieben, das den Leser quer durch Europas Geschichte und Landschaften führt. Wissenschaftlich fundiert rollt sie die Geschichte von Vlad Tepes auf, dem wallachischen Fürsten, der als Vorlage zu Bram Stoker's "Dracula" gedient hat und der als besonders grausamer Herrscher in die Geschichte eingegangen ist.
Die Erzählung besteht großteils aus Briefen und schriftlichen Aufzeichnungen und springt durchaus überschaubar zwischen Gegenwart und Vergangenheit, meistens den 50er-Jahren, hin und her. Die Hauptcharaktere haben, zumindest zu Beginn der Geschichte :-), viel Blut in den Adern, die "Bösen" sind unheimlich gruselig und auf subtile Art zum Fürchten, so wie es sein soll. Trotz dieser positiven Attribute liest sich das Buch nicht einfach so schnell weg, es benötigt Zeit. Die Spannung entwickelt sich langsam, die historischen Details werden etwas zu ausführlich beschrieben, die Suche dauert eine Spur zu lang. Letztendlich wird man mit einem großen Finale belohnt, das aber leider die Frage, wie denn letztendlich der dämonische Herrscher seine Unsterblichkeit erreichte, offen lässt.
 
Alles in allem eine qualitativ hervorragende Abwechslung zu dem ganzen Schrott, mit dem das Genre seit der Bis(s)-Serie überschwemmt wurde, aber trotzdem nur empfehlenswert für Menschen mit ausreichend Geduld und Interesse am Thema.
 
Hier noch die Links zum einzigen Gemälde von Vlad Tepes und seiner Lebensgeschichte:
http://www.donlinke.com/images/Vlad/vlad_tepes_big-x01.jpg
http://www.darkside-gs.de/html/vlad.html

"We looked each other in the face, and I was more startled  than ever. The man was distinclty out of place in that esoteric stting, handsome and well-groomed in a swarthy Turkish or South Slavic was, with a drooping, heavy mustache and tailored dark clothes like a Western business.man's. His eyes met mine bellingerently, and their long lashes looked somehow disgusting in that stern face. His skin was sallow but beautifully unblemished, and his lips very red. 'Sir', he said in a low, hostile voice, almost a growl of Turk-Accented English. 'I do not think you have proper permission for this.'

Seitenangabe für Zitat1: 
29

The monster sleeps, but he did not speak to me all of yesterday, except to ask me how the catalogue is coming along, and to examine my work on it for a few minutes. I am too tired to continue the task just now, or even to type much. I will sit in front of the fire and try to collect a little of my old self there.

Seitenangabe für Zitat2: 
588
Verlag: 
Little, Brown Book Group
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
ISBN-13: 978-0316730303