Sylvia

Sylvia.jpgEin junger Dichter kehrt aus Paris an die Stätten seiner Kindheit zurück, wo ihn die Erinnerungen an seine erste Jugendliebe einholen.

Meine Gedanken zum Buch: 

Aufmerksam gemacht wurde ich auf dieses Büchlein durch seine wiederholte Erwähnung in Roberto Cotroneos "Die verlorene Partitur", wo auch die tragische Biografie de Nervals kurz umrissen wird.
 
Bei "Sylvia" handelt es sich im Grunde um Jugenderinnerungen, die ihm, der sich ein Jahr nach dem Erscheinen dieser Geschichte erhängt hat, wohl besonders süß erschienen sein müssen. Dementsprechend beschreibt er auch Land und Leute, allen voran die Frauen, die im Leben der Hauptfigur eine Rolle gespielt haben. Die unerreichbare Adrienne, die von ihren Eltern ins Kloster geschickt wurde, die launenhafte Schauspielerin Aurelia und nicht zuletzt Sylvia, die Begleiterin seiner Jugendtage, die greifbarste der drei Frauen. Dazu kommen liebevolle lebendige Beschreibungen von Volksfesten und Bräuchen, immer wieder erwähnt wird auch Jean-Jaques Rousseau, der in Ermenonville seinen Lebensabend verbracht hat.
 
Alles in allem ist "Sylvia" eine nette Erzählung mit vielen Komponenten der Romantik, die man schnell und mit Leichtigkeit liest - ideal für einen kuscheligen Nachmittag auf der Couch!

Ich erschien auf dem Ball von Loisy um jene melancholische, noch stille Stunde, in der die Lichter im nahenden Tag erblassen und zu flackern anfangen.Schon färbten sich die Gipfel der Linden, deren untere Zweige noch im Dunkel lagen, mit bläulichem Schimmer. Die Hirtenflöte hatte es aufgegeben, gegen das Trillern der Nachtigall anzukämpfen

Seitenangabe für Zitat1: 
39

Die Illusionen zerbrechen eine nach der andern wie die Schale einer Frucht, und die Frucht ist die Erfahrung. Ihr Geschmack ist bitter, aber es liegt etwas Stärkendes in dieser Herbheit - man verzeihe mir diesen veralteten Stil.

Seitenangabe für Zitat3: 
69
Verlag: 
Cusanus Verlag Trier
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
keine