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Sommer mit Fremden

Bild von tedesca
Verfasst von yellow bookreader tedesca am Mo, 11/07/2011 - 11:45
Inhaltsangabe

Sommer_mit_Fremden.jpgAls seine Ehe zerbricht, gerät der einst erfolgreiche Drehbuchautor Harada in eine tiefe Krise. Er zieht sich immer tiefer in eine selbst gewählte Einsamkeit zurück und grübelt über sein Leben nach. Da erfasst ihn plötzlich das beklemmende Gefühl, dass er die Kontrolle über die Realität zunehmend verliert. Ist es möglich, dass er seinen längst verstorbenen Eltern wiederbegegnet ist? Und was hat es mit seiner mysteriösen Geliebten auf sich, deren merkwürdiges Verhalten ihn vor ein Rätsel stellt? Unmerklich gerät Harada in einen gefährlichen Sog, der ihn beinahe das Leben kostet …

Zitate

Ich sah zu dem Mann hin. Er war mein Vater. Zumindest im Profil war er sein absolutes Ebenbild. Hastig wandte ich den Blick ab. Was es nicht alles gab. Dass sich zwei Menschen so ähnlich sehen konnten!

Seitenangabe für Zitat1:
40

Bei seinem Tod war mein Vater 39. Meine Muter war 35, als sie starb. Es war absolut undenkbar, dass sie 36 Jahre später wieder am Leben waren und hier existierten, als wäre nichts geschehen.
War die Wirklichkeit auch nicht immer eindeutig, gab es doch das Mögliche und das Unmögliche. Bedeutete es für einen achtundvierzigjährigen Mann das Ende, wenn er diese Unterschied nicht mehr zu erkennen vermochte?, fragte ich mich.

Seitenangabe für Zitat2:
90
Quellenangaben
Verlag:
Goldmann Verlag
Erscheinungsjahr:
2008
Auflage:
1. Auflage
ISBN:
3442468507 ISBN
Meine Gedanken zum Buch:

Ein Mann Ende 40 trifft seine vor Jahrzehnten verstorbenen Eltern, gleichzeitig macht er eine mysteriöse Frauenbekanntschaft. Beides beflügelt ihn, doch seine Umwelt nimmt ihn ganz anders wahr als er sich selbst. Erst in letzter Minute ist er bereit, sich dem zu stellen, was er nicht sehen will und so sein eigenes Leben zu retten.
 
Beinahe in Murakami-Manier skurril wird hier eine Geschichte erzählt, die man sicher als Parabel dafür ansehen kann, wie einen die Geister der Vergangenheit gerade in Krisensituationen regelrecht aufzehren können.
Mysteriös und befremdend ist die Geschichte, aber auch auf seltsame Art berührend und beängstigend. Alles in allem ein gut geschriebenes Buch, das einen nach der letzten Seite mit ein paar Fragezeichen zurücklässt und noch eine zeitlang "nacharbeitet". Eine gelungene Zufallsentdeckung vom Wühltisch, die ich Freunden skurriler und japanischer Literatur auf jeden Fall empfehlen kann.

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