Schwarzer Schnee

schwarzer_schnee-9783423782371.jpgLaras Bruder Simon ist verschwunden. Einfach so. Niemand hat eine Erklärung, auch die Polizei nicht. Lara fängt auf eigene Faust an zu recherchieren – und findet seltsame Dinge, die so gar nicht zu ihrem Bild von Simon passen. Unterdessen beginnt die Gerüchteküche zu brodeln. Von Gewalt, Folter, Erpressung ist die Rede. War Simon Täter oder Opfer? Lara muss es genau wissen – um jeden Preis!

Meine Gedanken zum Buch: 

Als ich anfing, dieses Buch zu lesen, fand ich mich sofort in der Geschichte eines scheinbar unmöglichen Verschwindens eines Jungen namens Simon, der eigentlich immer als anständig und sorgenfrei galt. Doch als er eines Abends nicht nach Hause kommt, ist man sich sicher, dass ihm etwas zugestoßen sein muss. Auch Lara, die Schwester von Simon, kann sich sein Verschwinden nicht erklären. Als die Polizei mit ihren Ermittlungen nicht vorankommt, entschließt sich Lara, nun selber ihren Bruder zu suchen und muss sich fortan der einen oder anderen Gefahr stellen…
Schon am Anfang fragt man sich, was mit Simon geschehen ist. Da anscheinend keiner etwas weiß und die Tage ohne große Fortschritte der Ermittlungen verstreichen, wächst die Spannung immer wie mehr. Zusammen mit einem alten Freund sucht Lara nach Hinweisen und muss sich sehr oft eingestehen, dass sie ihren Bruder eigentlich gar nicht richtig gekannt hat, denn der hat einiges vor ihrer Familie verheimlicht.
Die Geschichte an sich finde ich sehr gut, da sie einiges an Spannung beinhaltet, doch der Grund, warum Simon jetzt wirklich verschwunden ist, war für mich ein bisschen enttäuschend, ich hätte mir etwas Spektakuläreres gewünscht.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr auffällig, da sie zum Großteil nur mit sehr kurzen Sätzen arbeitet, jedoch diese trotzdem alle Informationen und wichtigen Details liefern. Besonders gefällt mir, wie die Autorin auf die Gefühle von Lara, die mit Ich-Erzählung die spannenden Ereignisse schildert, eingeht. Mit Schriftgröße 14 ist „Schwarzer Schnee“ schnell ausgelesen. 
Im Großen und Ganzen bereue ich es nicht, dieses Buch gelesen zu haben. Lotte Kinskofer hat meiner Meinung nach eine tolle Geschichte geschaffen, die einen zum Nachdenken bringt. Lesenswert! 

Der härteste Tag ist der Sonntag nach Simons Verschwinden. Die ganze Woche haben wir so getan, als wären wir eine Familie.
Doch heute ist es anders.
Jeder sitzt in einem anderen Raum.
Mum im Wohnzimmer. Sie starrt auf die Fische.
Dad in seinem Büro. Angeblich arbeitet er.
Ich hocke auf meinem Bett. Allein. Max ist im Jugendzentrum.
Niemand wird kochen.
Wir werden auch keine Besprechungen am Abend halten.
Es gibt keine Termine mehr, die es abzuklären gilt.
Wir sind aus demselben Grund traurig.
Aber jeder ist es für sich.

Seitenangabe für Zitat1: 
88

Es ist erst nur so ein Gefühl. So ein Gefühl im Rücken. Ich drehe mich um, aber ich sehe niemanden. Ich sollte nach Hause gehen.
Also kehre ich um. Es beginnt zu nieseln. Ich ziehe die Jacke enger um meine Schultern und gehe schneller. Da höre ich Schritte hinter mir. Ich drehe mich um - niemand.
Was ist hier los?
Kein Mensch weit und breit.
Warum habe ich trotzdem das Gefühl, dass da jemand ist, dass mich einer beobachtet?
Ich stelle mich vor eine Auslage, starre hinein, scheinbar interessiert. In Wirklickeit versuche ich, das zu überblicken, was ich in der Scheibe gespiegelt sehe. Da - ein Typ.
Was will er?
Habe ich Angst?
Keine Ahnung. Ich hatte in letzter Zeit so viel Angst, dass ich dieses Gefühl nicht mehr so leicht einkreisen kann.
Ich drehe mich schnell um, schreie kurz auf und stolpere einen Schritt zurück. Denn der Typ steht direkt hinter mir.

Seitenangabe für Zitat2: 
119

Ich habe jetzt eher mehr Angst um Simon als weniger.
Er ist nicht nur verschwunden.
Es gab eine Schlägerei.
Er war verletzt.
Er ist geflüchtet.
Aber wo ist er jetzt und warum meldet er sich nicht?
Er ist in Gefahr.
Das spüre ich.

Seitenangabe für Zitat3: 
150
Verlag: 
Deutscher Taschenbuch Verlag
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
ISBN-13: 978-3423782371 / ISBN-10: 3423782374