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River

Bild von Michaela Wrumec
Verfasst von green bookreader Michaela Wrumec am Mi, 27/04/2011 - 09:10
Inhaltsangabe

river.jpgEin packendes Familiendrama von Liebe, Tragik und dunklen Geheimnissen

Natalie ist vierzehn, als der charismatische River an einem heißen Julinachmittag auf der Milchfarm der Wards in den kanadischen Cascade Mountains auftaucht. Mit der sanften Stimme und den aquamarinblauen Augen wird er bald Teil der glücklichen Familie. Doch tragische Ereignisse verändern das Leben aller, und die Idylle endet jäh...

"Das in Rückblenden erzählte Werk ist schlicht großartig. In einer exakten, direkten Sprache zeigt Donna Milner auf, wie ein einziger Moment eine wahre Lawine, eine fast unglaubliche Kettenreaktion an Ereignissen lostreten kann" Kulturagenda Bern

Zitate

Und ich sehe ihn rauchen. Mein Vater schien immer eine Selbstgedrehte im Mund zu haben, wobei sich die dünne Zigarette so zwischen seinen Lippen bewegte, als entwickelte sie eine Eigendynamik. [...] Selbst während er seine Zigaretten drehte, hatte er eine Zigarette im Mund. Ich erinnere mich gut an seinen Ausdruck, wenn er das in sich einsog, was ich für köstlich schmeckenden Rauch hielt. Nur dass ich heute weiß, dass dieser Rauch im Herumwirbeln nach Orten suchte, in die er eindringen, die er schwärzen und mit Krebs verseuchen konnte.

Seitenangabe für Zitat1:
99

Dieses kostbare Bild halte ich tief in der dunklen Truhe meines Gedächtnisses versteckt. Ich nehme es selten heraus und nur ganz behutsam. Wie einen zerbrechlichen Gegenstand, der in Seidenpapier eingewickelt aufbewahrt wird, packe ich ihn zögernd aus. Ich drehe ihn um und um und versuche, mehr zu sehen, über die verblichenen Ränder der Erinnerung hinauszublicken.

Seitenangabe für Zitat2:
132

Zuerst glaubte ich, der See stünde in Flammen. Orangefarbenes Licht, wütend zuckend, erhellte die Nacht. Die grellen Flammen, die aus der Holzhütte hochschlugen, spiegelten sich im dunklen Wasser des Sees. Funken stoben vom Schindeldach auf, explodierten in den Himmel hinauf und verloschen dann im Dunkeln. Hungrige Flammen loderten aus den offenen Küchenfenstern. Gierig griffen sie nach draußen und auf die Äste des Apfelbaums über. Wie eine gewaltige Fackel brannte der alte Baum, der die Hütte über ein halbes Jahrhundert bewacht hatte, in den Nachthimmel hinauf. Glühende Hitze, die in Wogen ausstrahlte, verzerrte den seltsamen Tanz, den die flackernden Schatten aufführten.

Seitenangabe für Zitat3:
288
Quellenangaben
Verlag:
Piper Verlag GmbH
Erscheinungsjahr:
2010
Auflage:
6. Auflage
ISBN:
978-3-492-25874-6
Meine Gedanken zum Buch:

Donna Milner schafft es, mit einer zarten, faszinierend schönen Sprache herrliche Bilder im Kopf des Lesers zu malen. Ich hätte noch viel mehr schöne Stellen zitieren können. Die Geschichte, die uns hier erzählt wird, ist aber sehr tragisch. Eine Entscheidung, ein Schritt, ein Moment lösen einen wahren Sturm an Ereignissen aus und plötzlich ist nichts mehr wie es war. Und Unausgesprochenes verändert das Leben aller Beteiligten, die noch Jahrzehnte später darunter leiden. Ein großartiges, fesselndes Buch, das mich nachdenklich und mit ein bisschen Bauchweh zurücklässt.

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