Rechnung über meine Dukaten

Preußen im Jahre 1716. König Friedrich Wilhelm I. hat mit der verschwenderischen Hofhaltung seines Vaters gebrochen. Er gibt das Geld lieber für die Armee aus – namentlich für die Langen Kerls, seine Leibgarde aus lauter Riesen. Keiner von ihnen ist allerdings freiwillig hier; der König hat sie gekauft, gegen Kostbarkeiten wie das Bernsteinzimmer getauscht oder schlicht entführen lassen. So auch den jungen Bauern Gerlach, der eines Morgens nach Potsdam verschleppt wird, wo ihn der König zu seinem neuen Liebling erklärt. Auch Betje, eine groß gewachsene, schöne Bäckerstochter, findet Gefallen an ihm. Während sie sich fragt, wie sie Gerlach näherkommen könnte, hat der König einen grandiosen Einfall: Aus Spargründen beschließt er, seine Riesen zu züchten. Nun machen seine Häscher auch Jagd auf große Frauen, und Betje findet sich plötzlich in offizieller staatlicher Mission in Gerlachs Kammer wieder. Doch der König hat ein, zwei Dinge nicht bedacht – darunter den unzähmbaren Zorn des norwegischen Riesen Henrikson …

Meine Gedanken zum Buch: 

Ich habe mich sehr amüsiert! Was ist dieser Roman eigentlich? Es ist ein Schelmenroman in bester Tradition, ein bisschen ähnlich wie Stephensons "Quicksilver", aber mit leichterer Hand geschrieben, es ist ein bisschen Ewald Arenz' "Don Fernando erbt Amerika" und ein bisschen Chabons "Kavaliere der Landstraße". Und außerdem ist es eine Sprachspielerei - Thomas Meyer lässt seine Figuren sprechen wie damals und er trifft den Ton wunderbar. Ich find es ja grundsätzlich sehr spannend, wenn Autoren in vollkommen unterschiedlichen Genres schreiben und bin schon sehr gespannt auf den nächsten Roman!

Zitate: 

"Lesen ist etwas für die Belletristen", sagte der König. "Eine unheimliche Bande. Sitzen mit ihren Büchern in den Sesseln, statt zu arbeiten!"

Seite 61
Verlag: 
Salis Verlag
Erscheinungsjahr: 
2014
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
3906195139