Paris, ein Fest fürs Leben

Paris_ein_FEst.jpgAls Hemingway, der Nobelpreisträger, 1956 mit seiner vierten Frau Mary nach Paris zurückkehrte, ließ er sich aus dem Keller des Hotels Ritz seine alten Koffer bringen. Sie enthielten Tagebücher und Aufzeichnungen aus den Zwanzigern, seiner Zeit als Auslandskorrespondent des Toronto Star.
Hemingway nahm sich diese frühen Notizen vor und formte daraus den Roman seiner Pariser Jahre. Für ihn war es eine glückliche, prägende Zeit, als er an der Seine angelte, bescheidene Gewinne beim Pferderennen in Champagner umsetzte, mit Gertrude Stein, James Joyce, Ezra Pound und Scott F. Fitzgerald zusammenkam. Erst hier, in Gesellschaft der schon berühmten Kollegen, verschrieb er sich der Schriftstellerei.

Meine Gedanken zum Buch: 

... da mich mein Weg in Kürze nach Paris führen wird, komm ich an diesem Buch einfach nicht vorbei.
Hemingways letztes Werk führt hier im Grund zu seinen Anfängen zurück und ich erwarte mir neue und interessante Einblicke in die Person Ernest Hemingway und auch in diese Stadt.
Immerhin legten diese Jahre den Grundstein für seine weitere Karriere... also eine mehr als prägende und auch zukunftsweisende Zeit für diesen Mann, der aufgrund dieser Erfahrungen dann die Welt der Literatur erobert hat.  

Verlag: 
Rowohlt
Auflage: 
5. Auflage April 2012
ISBN: 
978 3 498 03008 7

Kommentare

ja, ja... jeder Anfang ist schwer... auch für einen Hemingway... siehe Zitat S. 78: .... ich wusste auch, dass ich einen Roman schreiben musste. Doch ich wollte es so lange hinausschieben, bis ich gar nicht mehr anders konnte. Eher würde ich mich hängen lassen, als einen zu schreiben, nur weil ich das tun sollte , damit wir regelmäßig was zu essen hatten.

S. 106: .... so richtig konnte ich mich nicht mehr mit ihr anfreunden, weder im Herzen noch im Kopf. Das ist am schlimmsten: wenn man sich mit jemanden nicht mehr im Kopf anfreunden kann....

S. 116: In einer Stadt wie Paris, wo man gut leben und arbeiten konnte, ganz gleich, wie arm man war, und wo man Zeit zum Lesen hatte, auf eine so neue Welt des Schreibens zu stoßen, kam der Entdeckung eines großen Schatzes gleich.

Es ist wirklich seltsam... bin nun auf S. 174... und noch immer kein Zugang.... habe schon ein paar Bücher von Hemingway gelesen und war immer begeister, aber hier.... es fehlt das gewissen Etwas... das, was Neugier auf das nächste Kapitel macht.... auch die Sprache finde ich so leer... wenn ich Abschnitte wie diesen hier, am Anfang von "Scott Fitzgerald" lese: "Sein Talent war so natürlich wie das Muster aus Staub auf den Flügeln eines Schmetterlings. Es gab Zeiten, da verstand er es ebenso wenig wie der Schmetterling und wusste nicht, wann es abgewischt oder zerkratzt war. Später wurde er sich seiner beschädigten Flügel und ihrer Konstruktion bewusst und lernte denken. ER flog wieder und ich hatte das Glück, ihn kennenzulernen, kurz nachem er eine gute Zeit mit Schreiben, wenn nicht gar eine gute Zeit im Leben hinter sich hatte" ... dann denke ich mir: JA, das ist es... aber das war`s dann leider auch schon wieder....
... jetzt habe ich das Nachwort gelesen.... und jetzt ist mir auch einiges klar.... dieses Buch wurde zusammengestoppelt... aus Notizen und Manuskripten, die nach Hemingway`s Tod gefunden wurden... wer weiß, wie viel hier dazugedichtet wurde....wieviel wirklich aus Hemingways Feder stammt.... und wieviel seiner Sprache entspricht.... da wollten die Nachkommen wohl wieder schön Kohle machen....