Once is Enough

Es ist die wahre Geschichte der Familie Smeeton und einer Segelreise von Australien nach England mit der Tzu Hang einer 46 Fuß (ca. 15m)langen Ketsch.

Das ganze spielt in den Jahren 1956/57 - also einer Zeit in der man weder HighTech Yachten noch Sat-Navigation kannte, ja noch nicht einmal gute Kenntnisse des südlichen Ozeanes hatte.

Im Dezember 1956 brechen sie in Melbourne auf und 6 Wochen später einige hundert Seemeilen westlich von Kap Horn kentern sie durch eine riesige See und machen mit dem Segelboot sozusagen eine "Eskimorolle" Beryl Smeeton wird in die See geschleudert, kann sich aber (trotz) eines Schlüsselbeinbruches zurück an Bord retten.

Das Boot ist allerdings ein Wrack, Wasser steht im Schiff und an Deck ist praktisch nichts mehr heil. Mit fast übermenschlichen Anstrengungen gelingt es ihnen das Boot schwimmfähig zu halten und eine Notbesegelung aufzubauen.
Sie schaffen es tatsächlich mit diesem Notsegeln fünf (!) Wochen später Arauco Bay in Chile zu erreichen.

Zehn Monate dauert die Reparatur bevor sie ihre Reise fortsetzen können, doch das Unglaubliche geschieht : der Unfall ereignet sich noch einmal, wieder kentern sie durch und wieder ist das Boot schwer beschädigt. Diesmal müssen Sie 2000 Meilen bis Valparaiso (Chile) segeln.

Das Buch ist aber nicht nur ein Bericht über die Seereise und die Unglücke, es schildert auch eindringlich das "normale" Leben an Land und an Bord, was in vielen anderen Reiseberichten meist nicht vorhanden ist, es ist nicht nur für Segler oder deren Fans geschrieben, schließlich gibt es da nicht nur das Segeln, sondern auch noch eine intakte Familie mit einer Tochter.

Das Buch erschien bereits 1959 in der Erstauflage, ist aber auch heute noch (in unserer HighTech Zeit) aktuell und lesenswert.

Meine Gedanken zum Buch: 

Man kann eigentlich nur staunen mit welcher Zähigkeit und körperlichem Einsatz manche Menschen in 1956 ihren Traum wahr machten.
Heute wird man von einem unfähigen Kapitän 150m von Giglio entfernt auf einen Felsen gesteuert und der Kapitän geht als erster von Bord.

Moderne Yachten kann man nicht mehr reparieren Kevlar Segel kann man auch nicht nähen und ein Planke vor ein Leck zu nageln geht auch nicht.

Wir segeln heute viel schneller und fahren viel bequemer zur See als 1956, aber wir haben auch das Wissen und die Erfahrung verloren sich selbst zu helfen, "moderne" Segler sind doch ohne Strom und Elektronik völlig aufgeschmissen, die könnten noch nicht einmal einen Kurs halten.

Rotbart

Verlag: 
Mac Graw-Hill
Auflage: 
Taschenbuch
ISBN: 
0-07-141431-2

Kommentare

Gäben täte es das Buch ja noch, aber leider nur auf Englisch. Wenn da viel Fachchinesisch vorkommt, dann reicht mein nunmehr 33 Jahre zurückliegendes Abiturienten-Englisch (nur einige Male durch Aufenthalte im englischsprachigen Ausland aufgefrischt) wohl nicht aus ...
Wäre auf jeden Fall mal etwas anderes und klingt sehr interessant.

Hallo
Ich glaube es hat nie eine deutsche Ausgabe gegeben. Aber so schlimm ist das Fachchinesisch nicht und die viele Bilder und Zeichnungen von den Schäden und Vorgängen verdeutlichen auch die Geschichte.
Ob man nun "hart am Wind" oder "raumschots" segelt spielt für die Geschichte nicht die wichtige Rolle.

Wisse sollte man aber das ein JURY MAST nichts mit Schöffen oder den Geschworen zu tun hat, sondern ein Notmast ist und ein jury rigg demzufolge eine Notbesegelung.

Der größte Teil des Buches ist wie man so schön sagt "plain english"

Rotbart

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