Nichts: Was im Leben wichtig ist (Audiobook)

Nichts.jpg"Nichts bedeutet irgendetwas, das weiß ich seit Langem. Deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun. Das habe ich gerade herausgefunden." Auf das Leben folgt der Tod. Auf die Bedeutung das Vergessen. Auf den Anfang das Ende. Als Pierre Anthon das erkennt, steigt er auf einem Pflaumenbaum und verbringt dort seine Tage. Gerda, Elise, Jan-Johan und all die anderen Kinder in der Stadt finden Pierre Anthon Verhalten nicht nur provozierend, es macht ihnen auch Angst - schließlich liegt die Zukunft verheißungsvoll vor ihnen. In einer verlassenen Sägemühle beginnen sie Dinge zusammenzutragen, die ihnen etwas bedeuten. Doch die Aktion, die beweisen soll, dass sich Pierre Anthon irrt, läuft bald aus dem Ruder...

Meine Gedanken zum Buch: 

Janne Teller zeichnet ein bewegendes Bild von Kindern, die zum ersten Mal mit dem Sinn und der Bedeutung des Lebens konfrontiert werden. Ihr Mitschüler Pierre erklärt ihnen immer wieder, dass nichts im Leben wichtig ist, und sie versuchen mit allen Mitteln, ihm das Gegenteil zu beweisen. Jeder muss etwas hergeben, das ihm wichtig ist. Es fängt ganz harmlos an mit einem Paar Schuhe, eskaliert jedoch zum Schluss hin dermaßen, dass die Polizei einschreiten muss.
Ich musste oft an "Herr der Fliegen" denken, weil auch in diesem Buch gruppendynamische Prozesse die Kinder in eine Art Wahn treiben, der sie immer furchtbarere Dinge tun lässt. Ähnlich vielleicht auch wie in Morton Rhue's "Welle". Selbst diejenigen, die im Innersten Bedenken hätten, würden es nicht wagen, diese zu äußern, um ja nicht als Feiglinge dazustehen.
Und letztendlich stellt sich dann die Frage, was nun tatsächlich von Bedeutung ist im Leben. Welchen Wert die Dinge haben, die die Kinder geopfert haben. Ob sie überhaupt einen Wert haben, den man bemessen kann, ob dieser auch erhalten bleibt, wenn man sie verkauft. Welchen Wert hat ein Paar grüne Ballerinas im Vergelich zu einem kleinen toten Bruder?
Ein gelungenes Gedankenexperiment würde ich sagen, geeignet für Jugendliche ab ca. 14.
 
Zum Hörbuch muss man noch sagen, dass Laura Maire zwar gut liest, aber dabei vergisst, dass die Ich-Erzählerin schon fast erwachsen ist und nur auf ihre Kindheit zurückblickt, d.h. weniger Kleinmädchenstimme hätte meinen Ohren ganz gut getan.

Verlag: 
HörbuchHamburg HHV Verlag
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
ASIN: B004DWOZA2