Nacht der Engel

Nacht_der_Engel.jpgItalien zur Zeit der Renaissance: Die junge Francesca heiratet den Kaufmann Marco del Bene und zieht mit ihm nach Florenz. Dort lernt sie eine neue Welt kennen: rauschende Feste, Luxus und Kunst. Die Begegnung mit Lorenzo de Medici, der die Freuden des Lebens wie kein anderer zu feiern weiß, bleibt ihr unvergeßlich. Doch nach dem Tod Lorenzos reißt der Bußprediger Girolamo Savonarola die Macht an sich. Sein Plan, Florenz in ein 'Himmlisches Jerusalem' zu verwandeln, in dem es keine Sünde geben darf, führt zur Schreckensherrschaft und droht Francescas Familie zu zerstören.

Meine Gedanken zum Buch: 

War ich von "Das Bücherzimmer" und "Das Jagdhaus" recht begeistert, hat mich dieses Buch von Rosemarie Marschner doch ziemlich enttäuscht.
 
Sprachlich ist es sehr schlicht gehalten, fast schon etwas zu simpel, finde ich. Die Geschichte entspricht dem Stil und wird erst nach der ersten Hälfte etwas spannender, wo es dann tatsächlich um die historischen Ereignisse in Florenz gegen 1500 geht.
m Mittelpunkt des Buches steht allerdings eine Frau, die ein recht braves langweiliges Leben mit ein paar Höhen und Tiefen lebt. Gut behütet, reich, nicht unsympathisch, aber halt auch nicht sehr ansprechend....
Der Klappentext klingt vielversprechend: "Die Geschichte einer faszinierenden Frau in der Blüte der italinischen Renaissance - einer Frau, die ein Geheimnis hat, das sie nicht einmal selbst kennt..." - Davon konnte ich in diesem Buch aber auch garnichts entedecken, das ist nur ein Beispiel mehr dafür, wie Verleger künstlich Erwartungen schüren.
Die Geschichte rund um Savonarola war für mich - ABSOLUTE historische Null! - in dieser Ausführlichkeit dann aber doch relativ neu, somit hab ich wenigstens was gelernt, wenn ich mich schon nicht so wahnsinnig gut unterhalten habe.
Alles in allem ein nettes Buch mit vielen bunten Schilderungen einer faszinierenden Epoche, aber auch nicht mehr.

"In der Jugend", so sagte man in Florenz, "beherrschen den Mann seine Sinne, in der Blüte seiner Jahre der Mammon, im Alter kehrt er sich zu Gott."

Seitenangabe für Zitat1: 
39

Das Streben nach Schönheit ergriff von Marco und Francesca Besitz - und nicht von ihnen allein: Ganz Florenz taumelte in einem Fieber der Lebensfreude. Noch nie hatte man den karneval so ausgelassen gefeiert, noch nie so viel Geld ausgegeben für Feste, Kleidung und Schmuck. Noch nie hatte man sich so viele Gedanken gemacht übe die Ausstattung der Häuser und Gärten. Alles schien sich nach außen zu kehren.

Seitenangabe für Zitat2: 
145

Die einst bürgerlichste und vornehmste Stadt Italiens fiel zurück in die Barbarei. Der Franziskaner Francesco da Puglia, der den Prior von San Marco bisher nur in gemessenen Reimen angegriffen hatte, um sich durch schöngeistigen Stil von dessen chaotischem Temperament zu unterscheiden, trat nun vor die Signoria und verlangte nach einem Gottesurteil. Ein Notarl der Stadtregierung sollte die Streitpunkte, die bewiesen werden sollten, zusammenstellen. Danach wollte Fransesco zugelich mit seinem dominikanischen Widersacher durch lodernde Flammen schreiten. Wer verbrannte, war schuldig. Wer überlebte, behielt recht.

Seitenangabe für Zitat3: 
301
Verlag: 
Dtv
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
978-3423241267