Medea. Stimmen

Sie ist eine der faszinierendsten und zugleich widersprüchlichsten mythischen Gestalten. Von Euripides wurde sie als Kindsmörderin in die Literatur eingeführt, spätere Jahrhunderte haben sie immer wieder um- und anders gedeutet: Medea. Heilerin, Priesterin, Liebende, Eifersüchtige, Verräterin, Intrigantin: Christa Wolf erzählt die Geschichte - teilweise Quellen von Euripides folgend - neu und entwirft dabei das Porträt einer eigenwilligen, einer ungewöhnlichen Frau "zwischen den Zeiten". Ihre Medea ist, wie in allen Überlieferungen, die Tochter des Königs von Kolchis am Schwarzen Meer, dem östlichen Rand der damals bekannten Welt. Sie findet die Verhältnisse in ihrer Heimat unerträglich und flieht mit Jason, dem Argonauten, und einer kleinen Schar von Kolchern in das reiche Korinth...

Meine Gedanken zum Buch: 

Was für ein kraftvolles Buch. In sechs Stimmen geteilt, erzählt es von Medea die immer anders interpretiert wird. Von Jasons Liebe zu ihr bis zu dem Punkt wo er sie verstößt. Von Palastdienern, die sie bewundern und dann verachten. Es liest sich wie ein Krimi, da im Buch neben der Darstellung von Medeas Untergang auch eine Art Antwort für das abscheuliche Verhalten der Korinther gegeben wird: verjährter Kindsmord.
Toll geschrieben, fesselnd, unglaublich wie Emotionen aufgebaut werden und die Spannung gehalten wird.
 

Verlag: 
Deutscher Taschenbuch Verlag
Auflage: 
6. Auflage
ISBN: 
ISBN: 3-423-12444-X