Madame Cottard und eine Ahnung von Liebe

Ein Appartement am Montmartre, ein erfüllender Beruf, Freunde: eigentlich könnte Nathalie Cottard glücklich sein. Warum aber bringt sie dann ein Wasserschaden so aus der Ruhe? Fehlt ihr doch etwas?
Als ihr Wohnungsnachbar, der scheue Robert Bernthaler, auf den Plan tritt, muss sie sich noch einer Frage stellen: eine Pariser Buchhändlerin und ein deutscher Korkenverkäufer - kann das gut gehen?

Meine Gedanken zum Buch: 

Zwei Menschen im mittleren Alter, die sich ihr Leben eingerichtet haben, zufällig im gleichen Haus wohnen und schon nicht mehr an die Möglichkeit einer Liebe für sich glauben, werden vom Schicksal in Form eines Wasserrohrbruches nähergebracht. Ein vorsichtiges analysieren der eigenen Gefühle beginnt, doch im Endeffekt sind sie ihnen beide hilflos ausgeliefert. Die Brille ist aber nicht ganz so rosarot , wie man meinen möchte, denn das Leben hat eben schon gewisse Spuren und Erfahrungen hinterlassen.
Es ist wunderschön, die zwei in ihrer Reise durch ihre Gefühlswelt und letztlich zu einander zu begleiten! Witzig geschrieben, immer aus den zwei Blickwinkeln hinterlässt das Buch so manchen Schmunzler beim Lesen.

Wann wohl die letzte Frau sich in dieses Kissen eingegraben hatte? Sie konnte Bernthaler schwer einschätzen. So unbeholfen er wirkte, so schnell schlug sein Zaudern in verhaltenen Charme um, wor allem wenn er sich erregte, beim Anblick von 1-A-Korken oder schön arrangierten Stillleben.

Seitenangabe für Zitat1: 
9394

Madame Cottard - beinahe hätte er Nathalie gedacht - hattte sich davon gemacht, ohne dass er auch nur das Geringste gehört hatte und auf dem Küchenvord einen Zettel hinterlassen, mit einem - zugegeben - sehr charmanten Dankeschön für den Abend und die SChlafstätte. Ein ganzes DIN-A4-Blatt hatte sie benötigt, es bedeckt mit einer verblüffend großen, gleichmäßigen Handschrift. Die meisten Frauen schrieben zierliche Buchstaben, davon konnte hier keine Rede sein. Und das Nathalie Cottard mündete in einer schwungvollen Schleife, die jeden Graphologen begeistert hätte.

Seitenangabe für Zitat2: 
96
Verlag: 
Piper
Auflage: 
3. Auflage
ISBN: 
978-3-492-05358-7

Kommentare

Jetzt habe ich das Buch gelesen. Sehr französisch und auch sehr deutsch. Beides im positiven Sinne. Mir gefällt sehr gut, wie sich die beiden kennen lernen, überlegen, was Botschaften bedeuten, nachdenken, wie man dem anderen eine Freude bereiten kann. Fein, dass die Geschichte abwechselnd aus seiner/ihrer Sicht erzählt wird. So bemerkt man z. B. bei beiden die Unsicherheit und Sensibilität im Anfang ihrer Beziehung. Dieses Buch ist es wert, noch einmal gelesen zu werden.

Freut mich dass es dir gefallen hat! Macht es nicht Lust, sich wieder an die  eigene erste Verliebtheit zu erinnern? An das erste Kribbel und die Unsicherheit, wie man beim anderen überhaupt so ankommt?
Und die unterschiedliche Sicht und Ausdrucksweise von Männern und Frauen wird mir jetzt auch immer mehr bewußt!