Lisa

lisa_3_0.jpgEine Schwerkriminelle begeht rätselhafte Verbrechen auf der ganzen Welt, vom Hirsediebstahl auf einem westlichen Bauernhof über die Entführung einer jungen Frau in Ungarn bis zum mehrfachen Foltermord in Warschau und Genua. Man hat der Gesuchten den Namen Lisa gegeben.

Meine Gedanken zum Buch: 

Nach "Kameramörder" endlich wieder ein grauslicher Roman. Der Protagonist reagiert zwar immens über, trifft aber durch die genaue und gleichzeitig umständliche Durchleuchtung nuancengenau den Punkt vieler Fragen unserer Zeit, die Zeit im Jahre 2011. Glavinic möchte ja, dass man jederzeit diesen Roman zeitlich zuordnen kann. Das ist ihm sicherlich gelungen.
Oft ist es eine Anklagerede an so manche Themen, aber auch eine Verteidigung von Freundschaft und Loyalität - fast kennt man dieses Wort nicht mehr. Wie weit kann Freundschaft gehen, wie weit soll sie?
Ein Buch, das durch und trotz seiner brutalen Sprache auch Antworten bietet. Der Stil ist ein Monolog mit all seinen realen und gedanklichen Verzweigungen und natürlichen auch dem Nicht-mehr-exakt-Wissen, was noch nicht erwähnt wurde. Sehr authentisch, trotz des irren Motivs. Aber mehr will ich nicht verraten. Starke Leser und Leserinnen sollten das lesen.

Mitunter kriechen mir manche Sätze tagelang immer wieder über den Weg.

Seitenangabe für Zitat1: 
18

Es gibt zu wenige intelligente Wüstlinge. Und zwar beiderlei Geschlechts.

Seitenangabe für Zitat2: 
49

Ich weiß nicht viel mehr, als dass Salz salzt.

Seitenangabe für Zitat3: 
77
Verlag: 
Hanser
Auflage: 
1.
ISBN: 
9783446236363

Kommentare

Ist es wirklich so brutal wie der Kammeramörder? Ich habe es nämlich schon zu Hause.
Ich glaube ich werde es trotzallem lesen, lieber Reini, dank deines Kommentars. Ich werde dann versuchen darüber zu schreiben.
Gute Nacht wünscht dir Paula

Kamermörder war definitiv ärger. Jedoch ist der Protagonist ein Drogensüchtiger und Alkoholiker, was mir als Otto-Normali doch ein wenig gegen den Strich geht. lg Reini