Lilienrupfer

Lilienrupfer.jpgUndine Busch ist eine patente junge Frau, doch mit der Liebe will es nicht so recht klappen. Bis eines Tages Christian auftaucht. Da ist Undine sofort klar: Das ist der Mann ihres Lebens! Doch nach der ersten gemeinsamen Nacht verschwindet Christian unter fadenscheinigen Begründungen wieder aus ihrem Leben. Voller Wut und Verzweiflung schreibt sich Undine in einer E-Mail an eine selbst erfundene Adresse von Superstar Robbie Williams den Frust von der Seele und schickt ihn in den weiten, unbekannten Raum des Internets. Eines Tages erhält sie tatsächlich eine Antwort – von R. Williams. Undines Leben nimmt eine ungeahnte Wendung, und sie traut ihren Augen nicht, als plötzlich auch Christian wieder vor ihr steht. Bekommt ihre Liebe noch eine Chance?

Meine Gedanken zum Buch: 

Ein weiterer EMail-Roman, den der Leser oder in diesem Fall die Leserin nicht braucht.

Die Autorin geizt nicht mit Titel-Dropping: ob Buchtitel, ob Filmtitel - sie werden aneinandergereiht als gäbe es kein Morgen. "Lilienrupfer" liest sich wie ein Auszug aus einem Bücher- und Film-Katalog. Weniger wäre in diesem Fall tatsächlich einmal mehr gewesen. Der Leser gewinnt den Eindruck, er befände sich auf einer in Buchstaben gepressten Butterfahrt.

Der Plot wirkt reichlich unausgegoren und stellenweise konfus. Die Protagonisten, allen voran die unsägliche Undine Busch, blieben bis zum Ende blass und gewannen keine Konturen. Das Schicksal der Figuren verstand es nicht den Leser zu fesseln. Schade.

Den einen Stern, den ich dennoch für dieses Buch vergebe, den hat sich eindeutig der Wellensittich namens Mr. Briggs verdient. Der kurze Abschnitt des Buches, in dem Mr. Briggs seinen flatterhaften Auftritt hatte, war nett. Ansonsten mein Urteil: nicht lesenswert.

Die ersten Tage glaubte ich noch, er würde sich melden. Es konnte nicht sein, dass er es aus und vorbei sein ließ. Er würde merken, wie falsch seine Entscheidung gewesen war. Dass ich ihm fehlte und er auch nur Leere empfand.

Seitenangabe für Zitat1: 
125

" Das stimmt", antwortete ich langsam und erkannte,dass er recht hatte. " Aber selbst die größte Buße kann es nicht ungeschehen machen. Viele Rädchen haben ineinandergegriffen, dass das geschehen konnte, du warst nur eins davon." Ich verstummte kurz. Dann sagte ich:" Im Grunde weiß ich nicht, was ich darauf sagen soll. Ob es überhaupt etwas gibt, was man darauf sagen kann. Ich kann dir die Schuld nicht ausreden, denn sie ist da. Ich habe keine Ahnung, wie man mit derartigem lebt. Und ich will auch nicht egoistisch klingen, aber ich frage mich, weshalb du nicht schon damals zu mir gekommen bist. Warum hast du nichts gesagt?"

Seitenangabe für Zitat2: 
199
Verlag: 
Deutscher Taschenbuch Verlag
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
ISBN-13: 978-3423212205