Lieber Gott mach mich blind, Der Hausschrat

lieber_gott_mach_mich_blind_0_0.jpgDas Leben könnte so leicht sein, wenn es die anderen Menschen nicht gäbe. Und am schlimmsten ist dieses Leben da, wo die Bande der Familie am engsten sind. Zwei Theaterstücke in unüblicher Genazino-Manier.

Meine Gedanken zum Buch: 

Lange habe ich mich nicht an dieses Werk getraut, obwohl Genazino einer meiner Lieblinge ist. Der Titel schreckte mich immer wieder.
Jetzt weiß ich auch wieso. Das Buch sollte man wirklich nur innerlich gefestigt angehen. Äußerst derbe, kurze, fast brutale Sätze. Wirklichkeiten tief aus dem ewigen Zusammenleben. Das unüberwindliche Problem des Alleinsein obwohl man ja eingebettet und scheinbar wohlumsorgt lebt.
Stilistisch ist das Genazinos untypischstes Werk. Der, der sonst mit Sprache alles ausdrückt, versucht in diesem Buch alles mit wenig Sprache auszudrücken. Und auch das gelingt Genazino. Bravo.

TERESA: Rieche ich? Wonach?
ROBERT: Im Augenblick nach Rührei und Petersilie. Nicht schlecht.

Seitenangabe für Zitat1: 
50

MARLENE: Ich brauche ein weißes Kleid.
KARL: Wozu?
MARLENE: Wer zum Meer will, braucht ein weißes Kleid.

Seitenangabe für Zitat2: 
123

OTTMAR: Das Klagen und Jammern hat überhaupt keinen Sinn, sagt Nietzsche, es stammt aus der Schwäche

Seitenangabe für Zitat3: 
152
Verlag: 
Edition Akzente Hanser
Auflage: 
1.
ISBN: 
3446207228

Kommentare

... findet sich auch dieses Werk von Genazino hier! Auf Reinhard ist mal wieder Verlass!
(Wieso habe ich es eigentlich nicht vorgestellt, wo ich es doch scheinbar vor ihm gelesen habe???)
Leider habe ich mir keinerlei Notizen beim Lesen dieser beiden Stücke gemacht, so dass ich jetzt nicht mit Zitaten aufwarten kann.
Ich kann nur sagen, dass ich mich köstlich amüsiert habe, sicherlich mit dem ein oder anderen ernsthaften Hinter-gedanken über das Zusammenleben zweier oder mehr Menschen.
Die klare Sprache Genazinos hat mich überzeugt, zeitweise viel zu verbittert betrachtete Momente einfach einmal mit etwas mehr Abstand zu sehen!