Sitemap

Licht in der Finsternis

Bild von Heidelinde
Verfasst von grey bookreader Heidelinde am Mi, 14/12/2011 - 23:37
Inhaltsangabe

1487 - Papst Innozenz VIII. fordert die Ausrottung der "schlimmsten Ketzer" der Christenheit: der Waldenser. Blut und Tränen überschwemmen daraufhin die friedlichen Alpentäler. Doch die Waldenser bleiben ihrem Glauben an die Bibel treu. Ihr Wahlspruch: "Licht leuchtet in der Finsternis." Wird Gott ihnen beistehen? Mittendrin kämpfen Pierre Ravel und seine Freundin Maria um ihre Liebe.

Das Buch beschreibt die mutigen Kämpfe der Waldenser gegen die übermächtigen Gegner. Die für den Papst kämpfenden Soldaten ziehen mordend und plündernd durch die Alpentäler. Aber hier haben die Verfolgten einen Vorteil - sie kennen das Gebirge wie ihre Westentasche, was ihnen schließlich dazu verhilft, der kompletten Vernichtung zu entgehen.

Zitate

"Halt die Klappe!" zischte der Soldat und schlug ihm ein zweites Mal auf den Kopf. Die nächsten Stunden waren die Hölle für Pierre. Immer wieder glaubte er, die Schmerzen der verkrampften Muskeln nicht länger ertragen zu können. Und langsam stieg in ihm Angst vor den morgigen Qualen in der Folterkammer auf - panische Angst. Zuhause hatte er sich als Held gefühlt, der mit Todesverachtung allen Gefahren ins Auge sieht. Jetzt aber fühlte Pierre, wie schwach er war, wenn Schmerzen seine Sinne lähmten.
 

Seitenangabe für Zitat1:
25

Unten im Tal hatten die Waldenser eine Barrikade aus gefällten Bäumen errichtet. Etwa fünfzig Mann hielten dort zusammen mit Giosuè Wache. Pierre und seine Kameraden wollten diese Mannschaft verstärken. Zusammen konnten sie das Tal leicht gegen eine zehnfache Übermacht verteidigen. Das Gelände davor war bis auf den Talweg unwegsam: Geröllhalden, Felsabbrüche, der reißende Angrogna, und keine Deckung gegen feindliche Geschosse. Sie würden es den piemontesischen Sodaten nicht leicht machen.
Hatten außerdem nicht Jonathan und seine Waffenträger zwanzig Philister erschlagen? Mit Gottes Hilfe konnten auch sie eine ganze Armee aufhalten. Daran zweifelten sie keinen Augenblick!
Unten angekommen, wurden sie von ihren Kameraden mit großem Hallo begrüßt. Pierre und Giosuè fielen sich vor Freude in die Arme - erleichtert darüber, dass dem anderen nichts geschehen war. Pierre berichtete allen vom Eingreifen Gottes in Pragela. Dies und die Verstärkung machte den Männern Mut. Sollten die Truppen Cataneos nur kommen! Sie würden ihnen schon zeigen, dass sie Gottes Volk waren. Und wer sein Volk antastet, der tastet seinen Augapfel an. Hatte dies nicht schon der Prophet Jesaja gesagt?
"Vergesst nicht, unsere Brüder haben das ganze Heer auf dem freien Feld aufgerieben", erklärte ihnen Pierre, " wir dagegen können uns verschanzen und brauchen nur diesen schmalen Pfad hinter uns zu verteidigen. Auch wenn unsere Feinde die Barrikaden stürmen sollten, die Soldaten können nur einzeln und hintereinander den Weg ins obere Tal emporsteigen. Wir können sie also auch dann noch aufhalten."
Die Männer nickten zustimmend. Auch sie waren keine ausgebildeten Krieger, und die meisten von ihnen waren außerdem schlecht bewaffnet: Äxte, Sicheln, Messer, Knüppel, Heugabeln, Steinschleudern und Pfeil und Bogen - nach menschlichem Ermessen waren sie damit den gedrillten Soldaten hoffnungslos unterlegen. Aber das schreckte sie nicht.

Seitenangabe für Zitat2:
207

"Stürzt diese verdammten Ketzer von ihren Felsen!", bellte er und zog das Schwert. "Erschlagt sie.Verbrennt ihre Hütten. Schont nicht ihre Frauen und Kinder. Ich möchte, dass sich das Wasser des Flusses heute nachmittag von ihrem Blut rot färbt!"
Er blickte auf Capitano Saquet:" Sie gehen voran.- Auf in Gottes Namen. Macht der Gottlosigkeit und dem Unglauben in diesen Tälern ein Ende!"
Der Gottlosigkeit und dem Unglauben ein Ende machen, dachte Raffaele bitter, dabei waren sie selbst die Gottlosen, die nun gläubige Menschen niedermetzeln sollten!
Die Soldaten traten in Zweierreihen an. Dann setzte sich das Heer in Bewegung und begann den Aufstieg. Dabei passierten die Männer die hagere Gestalt des päpstlichen Legaten, der sich mit Kreuzzeichen segnete. Raffaele Saquet erschien es wie die Ankündigung eines Fluches, als er in das fahle Gesicht Sabottis blickte. Ihn schauderte.

Seitenangabe für Zitat3:
238239
Quellenangaben
Verlag:
SCM Hänssler
Erscheinungsjahr:
2009
Auflage:
Erstauflage
ISBN:
ISBN 978-3-7751-5128-3
Meine Gedanken zum Buch:

Ich finde das Buch sehr spannend erzählt. Da es auf historischen Tatsachen basiert, kann man sich ein sehr gutes Bild vom Leben der Waldenser und den Machenschaften der Inquisitoren machen. Mit welchen Mitteln gegen die sogenannten "Ketzer" vorgegangen wurde, ist wirklich erschreckend und ergreifend.
Interessant ist auch, dass schon lange vor Martin Luther die Bibel übersetzt wurde - das war mir bisher nicht bewusst.
Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass die Waldenserkirche in Italen erst 1929 offiziell anerkannt wurde.
Im Anhang des Buches beschreibt der Autor in Kurzfassung die Geschichte der Waldenser mit einigen Fotos der Schauplätze des Romans.
Ein auf jeden Fall empfehlenswertes Buch!
 
 

Die User-Beiträge decken sich nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von bookreaders.at.
Sollten diese Ihre Rechte verletzen, bitten wir um .

Dein Lieblingsbuch im Bücherforum nicht gefunden?

Werde selbst Buchpate!

Inhaltsangabe bzw. Zusammenfassung - selbst verfasst oder der Buchklappentext, Zitate, Quellenangaben, deine Meinung, und schon bist du Buchpate. Wir freuen uns auf deine Lieblingsbücher.

Stelle deine Bücher im Forum vor und diskutiere mit anderen bookreaders über das Buch. Rezension bzw. Rezensionen sind zwar "hübsche" Worte, auf bookreaders.at schreibt einfach jeder seine Meinung in der Diskussion. Eine Bewertung des Inhalts mit Sternchen oder dergleichen, wie sie in Buchbesprechungen üblich scheint, gibt es auf bookreaders.at nicht. Was zählt sind die persönlichen Eindrücke über den Inhalt, den Autor, ... Wir freuen uns über jede Buchvorstellung.