Klassenspiel

30685303n.jpgAm Anfang ist es nur ein Spiel – das Spiel einer Klasse mit Lauren, der Neuen aus Australien. Doch was mit harmlosen Hänseleien beginnt, steigert sich schnell zu schlimmen Schikanen. Alex kann nicht glauben, was da in ihrer Klasse passiert. Denn zwei Jahre zuvor war schon einmal ein Junge das Ziel solcher Angriffe – damals hatte das Ganze ein schreckliches Ende genommen…

Meine Gedanken zum Buch: 

Schon am Anfang dieses Buches konnte ich die Spannung spüren, welche einem bei Alex and Laurens täglicher Angst vor weiteren gewalttätigen Angriffen der so genannten Bridge Boys, die vor nichts und niemandem halt machen und den schrecklichen Schikanierungen bis hin zu genau durchplanten Streichen entgegenschlägt. Michael Bailey, der sich vor zwei Jahren denselben Vorgängen stellen musste und dessen Geschichte von Kapitel zu Kapitel langsam aufgerollt wird, trägt ebenso zur schlechten Stimmung bei und macht einen neugierig, da man wissen möchte, was damals wirklich geschehen ist.
Besonders wegen Michael habe ich dieses Buch auch als sehr bedrückend empfunden. Die Erfahrungen, welche Gemobbte und Ausgestoßene machen müssen und wie tief sie dabei sinken und sich nicht mehr zu helfen wissen, hat die Autorin sehr realistisch beschrieben.
Das Wissen, dass diese Geschichte keine wahre Begebenheit ist, jedoch dieselben Verhaltensweißen von Tätern und Opfern aufweißt, die es im wirklichen Leben auch gibt, hat mich oft zum Nachdenken gebracht.
Da sich die Autorin gegen eine Ich-Erzählung entschieden hat, bekommt man auch viele Einblicke in die Gedanken der Täter und anderer Personen, die im Buch mitwirken. Außerdem gefällt mir der Schreibstil von Rees, welcher sich flüssig lesen lässt.
Ich würde dieses Buch auf jeden Fall weiterempfehlen, da es eine tolle Vorgeschichte, interessante Charaktere und realistische Handlungen beinhaltet. 

Ihr war, als wäre die Stimme in ihr und käme zugleich von außerhalb. Nicht ihre eigene Stimme und auch nicht so, als bildete sie sich das nur ein.

Seitenangabe für Zitat1: 
90

Seine Augen hatten eine seltsam graubraune Farbe und sahen aus wie blank polierte Steine: genauso hart, ausdruckslos und leer, so als wäre niemand daheim.

Seitenangabe für Zitat2: 
113

Die Scheiben waren so beschlagen, dass er nicht hinaussehen konnte. Kondenswasser lief daran herunter, als hätte sich der Hass um ihn herum dort niedergeschlagen und tropfte in destillierter Form zu Boden.

Seitenangabe für Zitat3: 
130
Verlag: 
Carlsen Verlag
Auflage: 
2. Auflage
ISBN: 
ISBN-13: 978-3551310163 / ISBN-10: 3551310165

Kommentare

Hallo Laura,
 
puh... kann ich gut verstehen, dass dich dieses Buch zum Nachdenken gebracht hat. Ist immerhin auch ein sehr heikles Thema, das hier verpackt in einen Roman, bearbeitet wird..... und leider auch garnicht mal so realitätsfern, wie man sich das vielleicht wünschen würde.
Ich glaube, es gibt immer mehr Jugendliche, die sich in so einer Situation wieder finden und darunter leiden... einfach schlimm....
 
Vielleicht bzw. hoffentlich helfen solche Bücher ja, diese Probleme mehr ins Bewusstsein der Menschen zu rücken.... immerhin ist es nur ein kleiner Schritt vom "Spaß" zum bitteren Ernst....