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Kinder brauchen Märchen

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Verfasst von yellow bookreader TinaMarie am Do, 16/09/2010 - 20:46
Inhaltsangabe

Das Buch ist ein Plädoyer, Kinder so zu akzeptieren, wie sie sind, und ihnen zu geben, was sie brauchen. Das Problem, den Sinn im eigenen Leben immer neu zu finden, ein Problem von Erwachsenen und Kindern, durchzieht wie ein roter Faden das ganze Buch. Darum ist es nicht nur ein Appell, Kindern Märchen zu erzählen, sondern zugleich ein "Märchenbuch" für Erwachsene geworden.

Es ist in zwei Teile gegliedert. Im ersten Teil steht das, Kind im Mittelpunkt, und es wird in vielfältiger Weise dargestellt wie Märchenbilder und -symbole der unbewußten beziehungsweise unterbewußten inneren Realität des Kindes entsprechen können; daß sie ihm darum Hilfe, Anregung, Trost und Mut in einer Weise vermitteln, die es unmittelbar versteht. Im zweiten Teil werden die wesentlichen Aussagen einzelner Märchen und Märchengruppen analysiert. In beiden Teilen grenzt Bettelheim das Volksmärchen ab vom Kunstmärchen, von Heile-Welt-Kindergeschichten,
Fabeln- und Sagen: Soll eine Geschichte ein Kind fesseln, schreibt er, so muß sie es unterhalten und seine Neugier wecken. Um aber sein Leben zu bereichern, muß sie seine Phantasie anregen und ihm helfen, seine Verstandeskräfte zu entwickeln und seine Emotionen zu klären. Sie muß auf seine Ängste und Sehnsüchte abgestimmt sein, seine Schwierigkeiten aufgreifen und zugleich Lösungen für seine Probleme anbieten. Kurz: sie muß sich auf alle Persönlichkeitsaspekte beziehen. Dabei darf sie die kindlichen Nöte nicht verniedlichen; sie muß sie in ihrer Schwere ernst nehmen und gleichzeitig das Vertrauen des Kindes in sich selbst und in seine Zukunft stärken. Alle diese Voraussetzungen erfüllen, wie Bettelheim nachweist,
die Märchen.« (Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt)

Quellenangaben
Verlag:
dtv München
Erscheinungsjahr:
1977
Auflage:
Deutsche Ausgabe
ISBN:
ISBN-10: 3-423-15010-6
Meine Gedanken zum Buch:

Die Betrachtungen von ausgesuchten Märchen vom psychologischen Standpunkt sind hochinteressant und durchaus nachvollziehbar. 
 
Mir gefällt Bettelheims Theorie, denn ich konnte nie viel mit der Aussage anfangen, dass Märchen für Kinder viel zu grausam sind - ich hab Märchen von klein auf geliebt, als sie mir meine Mutter vor dem Schlafengehen erzählte bzw. vorlas; da hieß es nicht selten bei Grimms "Hänsel und Gretel": "Wie lassen wir denn die Hexe heute sterben?" und dann haben wir uns auf eine Todesart geeinigt. Und auch meine Tochter hat die Märchen in der Originalversion geliebt.

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