Japanische Perlen

Japanische_Perlen.jpgNur widerwillig ist Rei Shimura ihrem Verlobten Hugh von Japan nach Washington gefolgt. Und während sie sich noch nach Japan zurücksehnt, vermittelt ihr ihre Cousine Kendall einen vielversprechenden Job: Sie soll die Innenausstattung für ein trendiges Japan-Restaurant übernehmen. Doch als Kendall bei dessen Eröffnung entführt wird, sind wieder Rei Shimuras Qualitäten als Ermittlerin gefragt ...

Meine Gedanken zum Buch: 

Der 6. Teil der Rei-Shimura Reihe, einmal mehr ein spannedes Lesevergnügen. Rei lebt mittlerweile gezwungenermaßen in Washington, für Japan wurde ein Einreiseverbot über sie verhängt. Als Innenausstatterin für ein neues Restaurant lernt sie Andrea kennen, deren japanische Mutter vor gut 30 Jahren spurlos verschwunden ist. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche und erleben dabei viele - meist unangenehme - Überraschungen. Eine nicht unwesentliche Rolle spielt Andreas Vater, der aus seiner Zeit in Vietnam ein düsteres Geheimnis bewahrt.
Auf jeden Fall ein Muss für alle, die auch die ersten fünf Teile der Reihe gelesen haben, denn die Beziehung von Rei und Hugh tritt in eine neue Phase ein und man will schließlich wissen, wie es weitergeht.
Wie immer leicht und flüssig zu lesen, Massey's oft schmissiger Stil verleiht den Figuren Pepp und der Geschichte oft etwas leicht Ironisches. Alles in allem eine Serie, die jenen gefallen wird, die es lieber atmosphärisch als blutig und zum Nägelbeissen spannend haben.

"Vielleicht war sie eine ama-san", warf Norie ein.
"Genau, ane ama-san", pflichtete Mr. Nagano ihr bei.
"Was genau ist das?" fragte ich.
"Ama bedeutet 'Meer'", antwortete Norie. "Folglich ist eine ama-san eine Meerestaucherin, die Austern und Muscheln aus der Tiefe holt. In Ise und anderen Regionen gibt es sie heute noch."
"Andreas Mutter stammt angeblich aus Kyushu".
"Aus einem kleinen Ort, hat sie uns einmal erzählt", sagte Mr. Nagano. "Dort gibt es nach wie vor mehrere Hundert Taucherinnen, die an einem einzigen Tag so viel verdienen wie eine Verkäuferin in einem ganzen Monat. Die Männer lenken die Boote, die Frauen erledigen die Unterwasserarbeit, jeweils zu zweit, vom frühen Morgen bis zwei Uhr nachmittags. Früher waren sie nur im Sommer draußen, aber heute, mit den Neopren-Anzügen, können sie das ganze Jahr über tauchen."

Seitenangabe für Zitat1: 
172

Ich öffnete den Kofferraumdeckel weiter und ging in die Hocke. Ohne länger nachzudenken, sprang ich hinaus.
Im Vergleich zum Wagen kam ich mir unendlich träge vor. Einen Augenblick lang schien ich in der Luft zu schweben, und ich zog den Kopf ein, um mich auf dem Boden abzurollen.
Letztlich war ich dann doch zu schnell, ich landetet auf der linken Seite, genauer gesagt, auf dem kuginuki, das ich wieder in die Tasche gesteckt hatte. Mein Gott, tat das weh. Am liebsten wäre ich liegengeblieben, aber das konnte ich nicht. Ich blutete und wußte nicht, ob ich mir etwas gebrochenhatte.
Das Geräusch quietschender Bremsen ließ mich den Schmerz vergessen. Ob es von vorne oder hinten kam, wußte ich nicht.
Dann erklangen Stimmen, so weit entfernt, daß ich weder Rasse noch Geschlecht der dazugehörigen Menschen heraushören konnte, nur den Südstaateneinschlag.

Seitenangabe für Zitat2: 
210
Verlag: 
Piper
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
ISBN-13: 978-3492250573