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Hungerkriege

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Verfasst von  Helmut am So, 19/12/2010 - 21:21
Inhaltsangabe

Das Problem des 21. Jahrhunderts ist der Hunger auf dieser Welt. Weltweit leidet eine Milliarde Menschen Hunger, wenn die Weltbevölkerung sich bis 2050 bei ca. 9 Milliarden einpendeln wird sind die Bevölkerungszuwächse bis dahin ausschließlich in Hungerländern.
Der Autor Hans Putzer stellt sich in diesem sehr engagiert recherchierten Werk die Frage, ob wir in den reichen Industrieländern auf einem Pulverfass sitzen.

Zitate

Ein Hektar bioproduktives Land kann sehr viel: Er ernährt
-mit Reis 16 Menschen
-mit Kartoffeln 14 Menschen
-mit Weizen 11 Menschen
-aber mit dem Anbau von Futtermitteln nur mehr 2 Menschen
-als Grünland zur Rinderweide 0,5 Menschen
-und als zur Rinderweide gerodeter Urwald gar nur mehr 0,1 Menschen.

Seitenangabe für Zitat1:
120

So liegt in Deutschland der Energieeinsatz für die Produktion von Rindfleisch weit über dem, was für den Betrieb aller in diesem Land zugelassenen Pkws notwendig ist.

Seitenangabe für Zitat2:
77

Joe Fargione von der Umweltorganisation "The Nature Conservancy" hat errechnet, dass in Indonesien mit der Brandrodung, die notwendig ist um Palmöl (Anm: Zur Erzeugung von Biosprit) anzubauen, 400-mal mehr Kohlendioxid produziert wird, als durch die Verspritung des auf diser Fläche angebauten Palmöls eingespart werden kann. Brasilianischer Regenwald, der in Sojaplantagen umgewandelt wird, setzt übrigens 300-mal mehr Kohlendioxid frei.

Seitenangabe für Zitat3:
87
Quellenangaben
Verlag:
Leykam
Erscheinungsjahr:
2010
Auflage:
1. Auflage
ISBN:
ISBN 978-3-7011-7698-4
Meine Gedanken zum Buch:

Kaum jemand erklärt in dieser Klarheit und Stringenz wie der Autor Hans Putzer, dzt. Leiter des Bildungshauses Mariatrost (Graz), im vorliegenden Werk die Zusammenhänge zwischen unseren Konsumgewohnheiten - vor allem unseres Fleischkonsums - und der Ungerechtigkeit auf der Welt die damit verbunden ist. Der Satz des Welthauses fasst das Buch kurz zusammen: Fleisch und (Bio-)Sprit für wenige oder Land und damit ausreichende Ernährung für alle.
Intensiv beschäftigt sich der Autor mit der in der Europa und den USA üblichen Praxis der Exportsubventionen für landwirtschaftliche Produkte und kritisiert dabei, dass in Österreich beispielsweise Landwirtschaft und Umweltschutz in einem Ministerium beheimatet sind.
Das Resümee, das der Autor zieht: Beim derzeitigen Wissenstand müsste ein sofortiges Umdenken stattfinden, nicht nur aus Menschenrechts-Gründen oder aus christlicher oder sonstiger Nächstenliebe, sondern auch zu unserer Sicherheit - wir, die wir in den reichen Ländern des Nordens leben werden uns langfristig vor Milliarden von Hungernden Menschen nicht erwehren oder abschotten können.
Eine traurige Perspektive, wenn man das Buch liest aber absolut wahrscheinlich. Wie wird die Welt in 50 aussehen? Allen Anzeichen nach wird es, solange es noch irgendwie geht, ein "mehr desselben" geben - bis es nicht mehr geht.
Die Alternative wäre "small is beautiful", mit weniger zufrieden sein. "Die Welt bietet genug für alle, aber zuwenig für die Gier einzelner".

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