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Hexenkind

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Verfasst von  Sylli am Fr, 27/01/2012 - 20:53
Inhaltsangabe

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Sarah, die Frau des Trattoriabesitzers Romano, wird in einem einsamen Waldhaus mit durchschnittener Kehle aufgefunden.
Die Verkettung der unglücklichen Umstände, die dazu führten, nimmt ihren Anfang vor fast 20 Jahren, als Sarah noch in Deutschland studierte. Romano war sie vor allem deshalb in seine italienische Heimat gefolgt, um ihrem gewalttätigen Freund, dem Vater ihrer hochbegabten, aber äußerst anstrengenden Tochter Elsa, zu entkommen.
Im Schoße ihrer neuen Familie findet sie freundliche Aufnahme. Mit der Geburt des gemeinsamen Sohnes scheint das Glück von Romano und Sarah perfekt zu sein, doch bald schon schlägt das Schicksal grausam zu. Am 2. Geburtstag des kleinen Edi fällt das Kind in einem unbeobachteten Augenblick in einen Teich und ist fortan geistig behindert.
Sarah betäubt ihre Schuldgefühle durch ständig wechselnde Männerbekanntschaften und überläßt Edis Betreuung ihrer Schwiegermutter oder Elsa. Als Sarah ihrer Tochter auch noch den ersten Freund ausspannt, und Elsa ihren leiblichen Vater kennenlernt, ohne zunächst zu wissen, mit wem sie es zu tun hat, nimmt das Unglück seinen Lauf.

Quellenangaben
Verlag:
Heyne Taschenbuch
Erscheinungsjahr:
2007
Auflage:
1. Auflage
ISBN:
978-3-453-432741
Meine Gedanken zum Buch:

Nicht nur einen spannenden, sondern vor allem einen psychologisch recht gut durchdachten Roman hat Sabine Thiesler mit dieser Arbeit vorgelegt. Sicher gibt es einige Zufälle, bei denen man beide Augen zudrücken muss, um sie als glaubhaft durchgehen zu lassen, aber meiner Meinung nach fallen sie noch unter annehmbare dichterische Freiheit.
Was mir an Frau Thieslers Romanen sehr positiv aufgefallen ist, ist die Lebensnähe mit der sie ihre Figuren zeichnet. Selbst Täter (oder solche, die es noch werden) müssen einmal essen, schlafen oder sich duschen, und alle gehen ihren alltäglichen Verrichtungen nach. So sind Romano und sein Vater beim Holzarbeiten anzutreffen, während für Sarahs Schwiegermutter die Küche eine große Rolle spielt. Mit Hilfe ihrer Kochkunst versucht sie ihrer Familie ihre Zuneigung zu bezeugen, und so ihre manchmal etwas schroffe Art abzumildern.
Gerade diese kleinen, liebevollen Details sind es, die dem Roman eine ungeheure Dichte verleihen, obwohl sie im sonstigen Handlungsverlauf keine Rolle spielen.
Der Roman, der meiner Meinung nach eher unter Familienroman als unter Krimi oder Thriller einzureihen wäre, ist jedenfalls eine sehr empfehlenswerte Lektüre, die für unterhaltsame Lesestunden sorgt und mich auch noch eine Zeitlang nach Beendigung des Buches beschäftigt hat. Und das soll bei diesem Genre doch etwas heißen.

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