Herr der Diebe

herrderdiebe_0.jpgIm winterlichen Venedig treibt eine Kinderbande ihr Unwesen. Sie wird von einem maskierten Unbekannten angeführt. Doch keiner kennt seine Herkunft, niemand hat je sein Gesicht gesehen. Er wird von allen nur „Herr der Diebe“ genannt.
Eines Tages führt ein rätselhafter Auftrag die Kinder auf eine scheinbar unbewohnte Laguneninsel. Welches Geheimnis diese Insel birgt und wer sich hinter der Maske des Anführers versteckt, erfahren Leseratten in dieser abenteuerlichen Geschichte.

Meine Gedanken zum Buch: 

Ein wunderschönes warmherziges Kinderbuch, genau das richtige für einen netten Lesenachmittag.
Die Charaktere der Kinder sowie der ihnen zugetanenen Erwachsenen sind liebenswert gezeichnet. Alles in allem ein solides Lesevergnügen.

Erwachsene erinnern sich nicht daran, wie es war, ein Kind zu sein.
Auch wenn sie es behaupten.
Sie wissen es nicht mehr. Glaub mir.
Sie haben alles vergessen.
Wie viel größer ihnen die Welt damals erschien.
Dass es mühsam sein konnte, auf einen Stuhl zu klettern.
Wie fühlte es sich an, immer hochzublicken?
Vergessen.
Sie wissen es nicht mehr.
Du wirst es auch vergessen.
Manchmal reden die Erwachsenen davon, wie schön es war, ein Kind zu sein.
Sie träumen sogar davon, wieder eins zu sein.
Aber wovon haben sie geträumt, als sie Kinder waren?
Weißt du es?
Ich glaube, sie träumten davon, endlich erwachsen zu sein.
 

Seitenangabe für Zitat1: 
5
Verlag: 
Cecilie Dressler Verlag, Hamburg
Auflage: 
Erstausgabe
ISBN: 
3-7915-0457-6

Kommentare

Einmal mehr hat mich Cornelia Funke in den Bann ihrer Erzählkunst gezogen. Die Abenteuer der kleinen Ausreisser in Venedig sind nicht nur ausgesprochen spannend, sie führen uns auch in die verstecktesten Winkel dieser wunderbaren Stadt. Mit viel Liebe zeichnet die Autorin jede einzelne Figur, und auch wenn sie dabei Klischees bedient - ein Mensch, der mit seiner Schildkröte zum Tierarzt geht, weil sie Schnupfen hat, kann z.B. nicht böse zu Kindern sein - hat doch jede Person ihren unverwechselbaren Charakter und Charme.
Neben der spannenden Handlung rund um ein geheimnisvolles Karussell geht es vor allem auch um Themen wie Kindheit, Erwachsenwerden, Respekt, Freundschaft und Liebe, alles Themen, die für 12-jährige topaktuell sind, ihnen aber ohne erhobene Zeigefinger nahegebracht werden. Und ein Quäntchen Fantasy macht die Geschichte noch einmal eine Spur mysteriöser.
Witzig, aufregend und liebevoll - ein Lesespass auch für alle Erwachsenen, die sich von der Altersangabe nicht abschrecken lassen.
 
Das Hörbuch wird von Reiner Strecker gelesen, der seine Sache wieder einmal sehr gut macht. Mich stört die Musik zwischen den einzelnen Kapiteln, da sie immer viel zu laut ist, aber wenigstens passt sie bei diesem Hörbuch thematisch zur Geschichte, was z.B. beim "Drachenreiter" nicht der Fall war, da hat sie wirklich nur genervt.

WOW - ein absolut treffender Kommentar!
Da kann ich nur vollinhaltlich zustimmen ... bis auf die Sache mit dem Hörbuch Wink 
 
Übrigens: Meine Tochter hat das Buch mit 9 Jahren gelesen bzw. verschlungen und ich habe Lust bekommen, wieder einmal Venedig zu sehen ...

Ich war im Feburar ein paar Tage dort, im Winter hat die Stadt einen ganz besonderen Reiz, und man muss sich nicht einmal im Café Florian um einen Platz streiten Smile Zum Teil konnte ich den Kindern auf ihren Wegen im Geiste folgen, das war richtig nett!