Gut gegen Nordwind

Emmi Rothner schreibt E-Mails, die irrtümlich bei Leo Leike landen. Aus Höflichkeit antwortet Leo, Emmi fühlt sich von ihm angezogen und schreibt zurück. Es entwickelt sich ein intensiver E-Mail-Kontakt und es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, wann es zum ersten persönlichen Treffen kommt.

Meine Gedanken zum Buch: 

Wahnsinn! Man kann dieses Buch nicht weglegen (und es ist bis jetzt noch jedem so ergangen, der es gelesen hat). Man wartet mit Emmi und Leo auf jedes E-Mail des anderen. Sehr spannend, sehr leidenschaftlich, faszinierend. Bitte unbedingt lesen!

Betreff: Abbestellung. Sehr geehrte Damen und Herren vom "Like"-Verlag, sollte Ihr beharrliches Ignorieren meiner Versuche, ein Abonnement abzubestellen, den Zweck haben, weitere Hefte Ihres im Niveau leider stetig sinkenden Produkts absetzen zu können, muss ich Ihnen leider mitteilen: Ich zahle nichts mehr! Freundliche Grüße, E. Rothner. Acht Minuten später. AW: Sie sind bei mir falsch. Ich bin privat. Ich habe: woerter@leike.com. Sie wollen zu: woerter@like.com. Sie sind schon der Dritte, der bei mir abbestellen will. Das Heft muss wirklich schlecht geworden sein.

Seitenangabe für Zitat1: 
6

Ach ja, Leo, eines will ich Ihnen doch noch verraten: Bei der Schuhgröße waren Sie gar nicht so schlecht. Ich trage 37. (Aber Sie brauchen mir keine Schuhe zu schenken, ich habe schon alle.) Drei Tage später. Betreff: Etwas fehlt. Lieber Leo, wenn Sie mir drei Tage nicht schreiben, empfinde ich zweierlei: 1.) Es wundert mich. 2.) Es fehlt mir etwas. Beides ist nicht angenehm. Tun sie was dagegen! Emmi

Seitenangabe für Zitat2: 
16
Verlag: 
Deuticke
Auflage: 
Erstauflage
ISBN: 
9783552060418

Kommentare

im Nordwind-Clan.
Dieses Buch besticht durch die wachsende Leidenschaft. Beide, Leo und Emmi, sind sich ja fremd; haben oder hätten genügend Zeit zu antworten, lassen sich jedoch hinreißen, dies in immer kürzer werdenden Abständen zu tun. Wann kommt es zum großen Treffen? Der Schluss lässt aufatmen, durchatmen oder ...
... aber dazu gibt es bereits verschiedenste Meinungen.
Absolute Empfehlung
Ich hoffe auf eine Fortsetzung.
schreibt Reini
 
Würde hier noch gerne etwas zitieren:
 
RE:
Leo, wo sind sie geblieben?
 
Zehn Minuten später
AW:
Moment. Ich mach nur noch eine Flasche Rotwein auf. Der französische Landwein ist gut, Emmi. Wir trinken alle viel zu selten französischen Landwein. Viel zu selten und viel zu wenig.
S 176
 

dass dir das mit dem französischen Rotwein gut gefällt.
Weiteres Zitat:
AW: Emmi, noch nicht schlafen gehen! Ich bin noch munter, es geht mir gut. Emmi, kommen Sie zu mir! Trinken wir noch ein Glas. Flüstern Sie mir "Whiskey, Whiskey, Whiskey" ins Ohr.
S. 177

ist für mich, wie sich ihr Mann ins Geschehen einbringt. Privatsphäre, ade.
 
Gewinnt der Mann oder gewinnt der Freund. An wem liegt's, wer gewinnt? An Emmi.
 
schreibt Reini

das ist sehr spannend, als plötzlich der Ehemann antwortet; welche Gedanken gehen einem da durch den Kopf?
So ertappt zu werden muss schon heftige Gefühle auslösen.

kommt es jedoch doch nicht zum Eklat. Sehr viel Größe von der jungen Dame. Notgedrungen spielen sich ja neben der Haupthandlung, ohne dass davon erzählt wird, ja die ganze Familiengeschichte ab, na klar.
Von einem Handlungsstrang erzählen, ohne ihn zu erwähnen, finde ich große Klasse. Ich hoffe, ich habe mich verständlich ausgedrückt.
 
schreibt Reini

Ich habe mir das Buch auch gekauft, weil es so hochgejubelt wurde, war beim Lesen von einer solch schwache Schreibleistung jedoch enttäuscht. Die Maildialoge sind eher ein mattes BlaBla und regen nicht wirklich zum Weiterlesen an.

...dann waren die Erwartungen vielleicht zu hoch. Ich bin in dieses Buch eingetaucht und erst wieder erwacht als ich es durch hatte. Als jemand, der selber rege Email-Freundschaften pflegt war ich bis zum Schluss gespannt wie es ausgeht.

Beate

Ich lese viel und die unterschiedlichsten Genres (von Trivialem bis zu höchst Sachlichem), wurde bei diesem Buch jedoch sowohl schreibtechnisch als auch inhaltlich ziemlich enttäuscht. Daher bleibe ich bei meiner Beurteilung, dass es sich hierbei um fadestes BlaBla handelt. (auch als Viel-E-Mail-Schreiberin)
Dabei ist sicher nicht nur das Einzelthema das Problem, denn es gibt tolle Bücher, die nur von einer einzigen Sache handeln und nicht langweilig sind (wie zB. "Calling" von Michael Köhlmeier oder "On Chesil Beach" von Ian McEwan).

... ist er ein wenig schwärmerisch und fordernd unterwegs oder auch hitzig und direkt schnell. Aber dadurch gewinnt das Buch an Abwechslung und Speed. Hier kommen die unterschiedlichen Emotionen, die ein jeder ja in sich trägt, auch beim mailen heraus. Das schadet nicht, dass man sich beim mailen auch durchwegs gehen lassen kann. Und das End ist für mich großartig, man glaubt, man weiß eh schon alles und doch gibt es ein Herzschlagfinale der anderen Art.
schreibt Reinhard

habe auch ich das Buch gelesen und komme dazu einen Kommentar zu schreiben. Reini hat es ja neben mir im Zug gelesen und mir immer wieder Ausschnitte davon gezeigt.
Es ist wirklich ein Buch, das man nicht weglegen kann, wenn man einmal zu lesen angefangen hat! Ich kann mich sehr gut in die beiden "Schreiber" hineinversetzen, doch ich hätte mir natürlich ein anderes Ende gewünscht!

ich muss Dir nämlich zu 100% zustimmen! Ich habe von SO vielen Seiten die Empfehlung bekommen, dieses Buch zu lesen, und war umso mehr enttäuscht darüber, wie seicht es ist. Ich kenne Glattauers Kolumnen im Standard, und daher hatte ich auch eine gewisse Erwartungshaltung, die aber keinenfalls erfüllt wurde.
Ich finde auch, dass das Buch sowohl sprachlich, als auch inhaltlich nichts hergibt. Leider!

Mir wurde das Buch wärmstens empfohlen, aber nach 10 Seiten war mir klar, dass es nicht ist, was ich mir unter einem guten Buch vorstelle. Typische, nichtssagende E-Mail-Sprache, langatmige, nichtexistente Handlung - und das durch ein ganzes Buch? Dafür ist mir meine Zeit zu schade!
Bin nur froh, dass noch jemand so denkt wie ich!

Dann reichen wir uns die Hände, ich versteh Dich nämlich total! Für mich war dieses Buch die reinste Zeitverschwendung, und hätte ich es nicht auf einem langweiligen Flug gelesen, hätte ich es sicher weggelegt.

Hier scheiden sich anscheinend echt die Geister.
Ich finde ja, Glattauer hat ein tolles Buch geschrieben, das keine Spur von Langeweile enthält.
Was mir an seinem Stil so gut gefallen hat, ist , dass er so Lebensecht schreibt. Vieles was Leo tut und schreibt wirkt echt, nicht erfunden/übertrieben. Genau so könnte in Mann auch im "wirklichen" Leben reagieren. Ich find Glattauer hat sich hier sehr gut in die männliche Rolle hineinversetzt.

Germana, ich weiß wirklich nicht, welcher Autor oder Autorin dir es recht machen kann?

Na na, jetzt übertreib einmal nicht, mehr als 1-2 Bücher die Woche schaff ich nur im Urlaub, da werd ich Euch dann wieder bombardieren  Wink

Ich hab es in die Hand genommen und bin auch eine, die nicht weggekommen ist. Fast in einem durch gelesen und ich bin begeistert. Als ich fertig, war bin ich wieder aus dem Liebestaumel aufgetaucht.
Ich bin wirklich so tief drinnen gewesen, dass ich diese Sehnsucht, Angst und Verliebtheit, die ja schon fast körperlich weh tut bei Emmi, fast selbst gespürt habe.
Ich find es total gut, hat mich gefesselt, auch das abwechselnde Tempo passt genau!
Oberflächlich find ich die Dialoge nicht, denn sie wollen es ja beide auf diese Art und Weise.
Wunderbar finde ich Leo, wenn er etwas zu viel Wein intus hat, nach dem Motto in vino veritas...da kommt dann die Leidenschaft hindruch, der Löwe in Leo, der sofort haben will...aber nicht kann!
Ja, das Ende...knallhart...für eine Romantikerin wie mich! Aber ich finde es sind beide selbst schuld, so ist es gekommen, wie es kommen mußte. Natürlich könnten wir jetzt eine Diskussion starten, war Emmi wirklich glücklich, wie sie anscheindend war? Ist Leo ein Gentleman, dass er nicht mehr unternommen hat, sie ausfindig zu machen?

Im Februar erscheint die Fortsetzung unter dem Titel "Alle sieben Wellen", hab ich soeben aus verlässlicher Quelle erfahren.

Ich hab über eine Fortsetzung nachgedacht. Ob das so gut ist? Das Ende hat schon gepasst, obwohl ich als Romantikerin schon ein anderes Ende gerne gelesen hätte. Aber welches? Dramatisch und schmerzhaft wäre es immer geworden.
Aber ich glaube schon, dass ich es trotzdem lesen würde, ich bin ja viel zu neugierig!

Tolles Buch!!!
Wenn man hart auf Mails wartet und minütlich die Mailseite aktualliisert...
Sehr realistisches Buch und ich ließ mich vom Mailfieber anstecken und hatte das Buch nach 5 Tagen durchgelesen - leider.
Umso mehr freue ich mich auf  "Alle sieben Wellen"

"Schreiben ist küssen im Kopf. Emmi, Emmi, Emmi....."
 
- atemlos, fiebere mit jedem Wort der beiden mit, einfach toll, Lesepaus = unmmöglich - MUSS mir heute unbedingt den zweiten Teil besorgen, MUSS ungedingt wissen wie`s mit den beiden weitergeht, muss ..., muss..., muss......

Oh man´, ich warte noch immer auf das Buch. Habs schon vor ewigkeiten bestellt - und es kommt einfach nicht daher. Ich hoffe echt, dass es noch vor dem Osterhasen ankommt.
lg sonja

lg
sonja

Schick dem Osterhasen noch schnell eine Nachbestellung: 1x "Alle sieben Wellen".
Ich hab beide Bücher hintereinander gelesen - zum Glück - nach "Gut gegen Nordwind" hätt ich die Spannung bis zur Fortsetzung nicht ausgehalten.

Ist ein guter Tipp, danke. Aber ich versuch immer die Taschenbuchausgabe abzuwarten.
Die haben einige Vorteile:
mind. 50% billiger
kann man überall mitnehmen (hat auch in der Uniformhose platz "gg")
sind super leicht - hat den Vorteil, dass wen man wegfliegt einige TB mehr einpacken kann, ohne viel an Gewand zu verzichten.
lg sonja

lg
sonja

Im Fluggepäck machen sich Taschenbücher besser, da hast du Recht, vorallem weil man als Frau (auf mich trifft`s zumindest zu) ja ungern ein  Kleidungsstück daheim lässt.
Ansonsten bin ich schon ein Fan von gebunden Büchern. Machen sich im Bücherregal einfach toll (da besteht nicht dauernd die Gefahr das alles mit einem riesen Krach umfällt) und sie liegen auch besser in der Hand (grins!!!!) Lol
Nicht desto trotz, ob gebunden oder in Taschenbuchform - der Inhalt zählt und der ist bei Glattauer einfach ein Hit.
Frohe Ostern, Claudia

Auch Männer verzichten ungern auf so manches Kleidungsstück *gg*
Aja, von Glattauer ist noch ein Buch erschienen:
Schauma mal
von Daniel Glattauer
Schauma mal
Kolumnen aus dem Alltag

  • Erschienen: Februar 2009
  • Versandfertig ab sofort
  • ISBN-10: 3-552-06094-4
  • EAN: 9783552060944
  • Einband: gebunden
  • Erschienen bei: Zsolnay
  • Seitenzahl: 137
  • Gewicht: 274 g
  • Sprache(n): Deutsch

@Claudia: echt, du findest die gebunden Ausgaben handlicher?
Ich kann euch sagen, mein Osterhase war schon heute fleißig. Die Donaulandvertreterin hat mir u.a. heute endlich "Gut gegen Nordwind" vorbeigebracht. Jetzt muss ich nur noch mein angefangenes Buch fertiglesen - dann kann mich nichts mehr aufhalten.
Ich wünsche euch allen auch schöne Ostern - und einen brachen Osterhasen!
lg sonja

lg
sonja

Ich hab mal geschrieben, dass ich mir eine Forstsetzung nicht vorstellen kann.
Da war ich schwer daneben, ich hab die Fortsetzung gelesen und sie ist einfach nur genial. Schwer zu empfehlen...!

habe ich dieses Buch auch gelesen, das so sehr angepriesen wurde. Am Anfang war ich nicht so begeistert, aber bis zum Schluss hat es mich doch gefesselt und die Neugierde hat mich gepackt, wie es weiter gehen wird. Jetzt muss ich  Alle sieben Wellen auch noch lesen, damit ich weiß wie die ganze Sache endet.
Ein eigenartiges Buch, diese Art ein Buch zu schreiben ist eigenartig.
findet Paula
 

So, ich habe das Buch zwar schon seit dem Osterhasen zu Hause liegen, aber durch andere Konkurenz wurde es noch nicht gelesen. 
Aber heute ist der Tag der Tage - Kommenate werden folgen.
lg sonja

lg
sonja

So, aufgeteilt in zwei Tage habe ich das Buch gelesen.
Lest sich flippig - echt mal etwas ganz anderes.
Der Schluss verlangt zwar keine Fortsetzung - aber ich doch schon auf "Alle sieben Wellen" gespannt. 
Auf Amazon ist dazu auch ein Interview zu finden.
lg sonja

lg
sonja

Und wieder hat sich der Club der "Gut gegen Nrodwind - Liebhaber" vergrößert, das freut mich. Ich glaub, es gibt nicht viele Leser, denen dieses Buch nicht gefallen hat.
 
Die Art, wie Glattauer dieses Buch geschrieben hat ist schon ein bisschen eigenwillig - da man ja "nur" dem E-Mail-Verkehr der beiden beiwohnt -aber andererseits auch wieder total realistisch.
 
Diese Art der Kommunikation steht ja schon fast bei jedem von uns auf der Tagesordnung und ich möcht garnicht wissen, wieviele Beziehungen sich durch so einen E-Mail/Internet-Beziehung schon ergeben haben (vermutlich mehr als man denkt). Eigentlich schade aber doch aus dem Leben gegriffen. Die menschliche/persönliche Seite wird leider immer mehr in den Hintergrund gedrängt.
Kann ein regelmäßiges E-Mail-Verschicken eine Unterhaltung von Angesicht zu Angesicht ersetzten??? Mir persönlich ist die zweite Variante lieber.

@Claudia:
Ich glaube man kann eine "E-Mail-Beziehung" nicht mit einer persönlichen Beziehung vergleichen. Beide haben seine Reize für sich. 
Bei einer E-Mail-Beziehung hat man meist seinen wirklichen Wunschpartner gegenüber. Man interpretiert das Geschriebene so wie man will.
lg sonja

lg
sonja

Leider wird es kein 3. Buch geben, wobei es toll wäre, wieder so einen E-Mail-Sturm zu erleben...

Eine E-Mail-Beziehung hat sicher seinen ganze eigenen Reiz, das sieht man ja im Fall von  Emmi und Leo und auch an uns Lesern, die wir atemlos mit den beiden mitgefiebert haben.
Wenn man es ins "wirkliche Leben" umlegt, gibt es glaub ich immer mehr Menschen die sich in solchen virtuellen Beziehungen verlieren und ihr "reales" Umfeld dabei völlig vergessen.
Vielleicht bin ich mit meinen fast 27 Jahren schon ein bisschen altmodisch :-))),  aber ich finde es schade wenn man Gefühle (egal welcher Art) über eine "Leitung" trasportiert. Noch dazu wenn man sein Gegenüber nicht kennt !!
Ich meine, zB hätte Leo Emmi (oder auch umgekehrt) unter Umständen auch vollkommen pflanzen können, seine wachsende Zuneigung/Interesse hätte auch nur gespielt sein können und Emmi hätte umsonst ihr Herz dran gehängt. Klar kann einem das auch mit einem Gegenüber aus Fleisch und Blut passieren (haben wir glaub ich alle schon mal erlebt), aber dann weiß man wenigstens, auf  WEN man wütend ist. ROFL
Zum Glück hat uns Glattauer dieses Dilemma erspart und so erhielten wir uneingeschrenktes Lesevergnügen!!!

@Claudia:
Ich glaube gerade nicht zu wissen ob es der Gegenüber ernst meint oder nicht usw. - genau diese Punkte sind es, die den E-Mail-Verkehr einen gewissen Reiz verleihen. Andererseits, ist es überhaupt wichtig? In ein Schriftstück liest man ja doch immer das rein, was man will. 
Einfache Sätze wie: Hast du wieder hunger? - haben viele emotionale Bedeutungen. Neutrale Bedeutung oder er/sie findet mich zu dick/dünn etc.... - und wie man Schriftstücke auffasst hängt häufig nicht vom Schreiber ab .
Dadurch ist man irgendwie auch geschützt. 
Wenn wir dieses Gespräch persönlich führen würden, wäre es u.a. auch viel schneller, impulsiever. Es wird rasch in die reine emotionale Ebene gelenkt werden, die Sachebene weicht immer mehr, und dann könnte es passieren, dass sich plötzlich einer beleidigt, angegriffen... fühlt. 
Das hat man beim Mailverkehr einfach nicht. Wenns zu emotional ist, liest man die E-Mail, denkt darüber, Minuten, Stunden, Tage nach - sammelt sich und schreibt dann erst zurück. 
Man braucht keine bzw. nur wenige Angst davor zu haben, von einem anderen ernsthaft verletzt, gekränkt etc. zu werden. 
Und im Gegensatz, kann man positive Erlebnisse (z.B. ein Kompliment wurde gemailt) in sich hineinsaugen.
Ein interessanter Abschnitt im Buch war für mich, wo Emmi schreibt:" Bei dir kann ich die Emmi sein, die ich will. Ich muss nicht darauf achten, keine Fehler zu machen usw.". (Inhaltlich wars so - Wortlaut stimmt sicher nicht genau)
Im alltäglichen Leben muss man immer Kompromisse eingehen - damit Beziehungen aller Art funktionieren können. Ich glaube, das benötigt man beim E-Mail nicht unbedingt. Dadurch dass einem die andere Person völlig Fremd ist, hat man auch eine viel geringere Hemmschwelle, "Fehler der eigenen Person" sind nicht mehr so peinlich usw.

Alternativ zum realen Leben ist es natürlich nichts - und ja leider gibt es gar nicht so wenige Personen die Welt des Internets nicht mehr von der wirklichen Welt unterscheiden können.
Bestes Bsp. dazu - Secondlife - für mich eine erschreckende Erfindung!
lg sonja

lg
sonja

Wäre unser Gespräch von Angesicht zu Angesicht impulsiver verlaufen?? Ich würde mal sagen ja, aber genau diese Emotionen machen uns als Mensch doch aus.
Gegen E-Mail-Freundschaften ist ja nichts einzuwenden, doch wenn man von immer mehr Jugendlichen und auch Erwachsenen hört/liest (siehe dein Beispiel mit Secondlife) die nach ihrem Schul-/Arbeitstag sofort in eine virtuelle Welt abtauchen wo sie ihr Wunsch-ich leben können ist das schon bedenklich. Emotionen - Freude, Trauer, Verliebtheit, Peinlichkeit, Nachdenklichkeit, ... - sind menschlich und genau so sollten sie meiner Meinung nach auch ausgelebt werden - zwischenmenschlich!
Ich kann mich mit dem Gedanken einfach nur schwer anfreunden, dass E-Mails oder SMS schon oft einen höhren Stellenwert haben als ein Gespräch zwischen zwei Mensche und das find ich schade.
Liebe Grüße, Claudia

Fast alle hier im Forum führen auch eine "Online-Beziehung", da fast niemand jemanden real kennt...

Natürlich - ist ja auch ein Online-Forum, das verurteile ich ja auch nicht, sonst wär ich ja nicht selbst dabei!!!! Ich find`s nur schlimm wenn sich Menschen immer weniger persönlich mitteilen, sonderen mehr und mehr über solche Medien kommunizieren. Erlebe das oft selbst in meinem Bekanntenkreis - zB: Die Tochter (14) meiner Freundin ist das ganze Wochenende damit beschäfftigt mit ihrer Freundin SMS und E-Mails hin und her zu schicken, obwohl die beiden nur ein paar Häuser von einander entfernt wohnen (noch dazu wird da des öfteren ein SMS-Rahmen von ca. 1000 FreiSMS im Monat gesprengt wird) - das finde ich zB bedenklich.
 
Paula hat gemeint, dass sie die Art ein Buch so zu schreiben eigenartig findet. Mein Gedanke war, dass sie`s aus dem Grund komisch fand, weil man wirklich NUR dem E-Mail Verkehr der beiden beiwohnt.

Also nur um sicher zu gehen: ich halte auch nichts von den Ausflüchen in das Netz, die Augen vor der Realtität zumachen usw.
Was für mich jedoch so interessant ist: 
Warum geht über den Schriftverkehr einiges um so viel einfacher. 
Warum fragt man jemanden, per mail, sms usw um ein Date? 
Was ist jetzt tatsächlich der Unterschied zw. Mailverkehr und verbal.
Wenn man jetzt den Mailverkehr zw. Emi und Leo ansieht war das ja sehr persönlich. Was hindert einem jedoch daran, diese intimität verbal im wirklichen Leben auszuleben. 

Ich habe auch schon von Bekannten gehört, dass sich ihre Kinder dauernd mit ihren Freunden smsn. Aber dann treffen sie sich persönlich und haben sich nur wenig zu sagen.
Und irgendwie zeigt auch dieses Verhalten auch das Buch vor. Emmi schreibt, dass sie sich schwer tut mit Mira zu unterhalten. Die Zeiten haben sich geändert. Aber eigentlich überwindet sich Emmi durch Leo und vertraut sich Mira dann doch wieder an. Sie erzählt ihr dann doch, dass die Ehe zwar toll ist, ihr aber trotzdem etwas fehlt.
Man liest das Buch einfach vor sich hin und findet es einfach toll. Aber es hat einen sehr tiefgründigen Sinn. 
Ich habe vor Glattauer (sorry, aber schreibt man ihn so) Respekt - den er hat ein einfaches für jeden verständliches Buch geschrieben. Ein Buch das eigentlich für jeden geeignet ist. Den es ist Mailverkehr - und nur oberflächlich geschrieben. 
Über den wirklichen Inhalt kann jeder selbst entscheiden: Jeder kann entscheiden ob div. Mails einen erotischen oder ironischen oder was auch immer welchen Hintergedanken hatten. Und gleichzeitig regt er mit seinem Buch zum Nachdenken an - nämlich über die Beziehungen im Internet. Und diese betrifft schon sehr viele in Europa (ob intim oder nur oberflächlich) 
 lg sonja

lg
sonja

PS: Was ich noch vergessen habe: wenn wir weiterhin so viele Kommentare schreiben, überholen wir noch Glenkill "grins"
 lg sonja

lg
sonja

Warum ist es leichter manche Dinge zu schreiben als zu sagen?
Ich glaube jeder von uns ist verletzlich, der eine mehr und der andere weniger, aber alle haben wir eines gemeinsam, keiner möchte verletzt werden. Und das ist glaub ich auch der Grund, verbal gibt man mehr von sich preis. Mimik, Gestik, Stimmlage, Wortwahl können als Gesamtpaket viel verraten, oft zu viel und unter jeder harten Schale steckt ja bekanntlich auch ein weicher Kern.
Eine E-Mail oder ein SMS schafft hingegen einen kleine Sichheitsabstand den man selbst für sich braucht.

Ich glaube, dass es um einiges schwieriger ist jemandem in die Augen zu sehen, bei Gesprächen , wo Du Dein Inneres preis gibst, als es über ein mail zu sagen. Wobei du denn Schreibpartner nicht einmal kennst. Man schreibt bestimmt leichter, weil, der kennt mich ja eh nicht.
Meint Paula

Genau so ist es, und das führt dann schon manchmal zu sozialen Schwachstellen. Viele sind gewohnt über E-mail, SMS zu kommunizieren, speziell schlechte Nachrichten und verlieren, die Fähigkeit zum persönlichen Gespräch.
Das ist jetzt krass geschrieben...

Ich habe auch 1100 FreiSMS.
Wenn ich verliebt bin, schrieb ich sogar mehr als 1100 SMS. Habe sogar mal über 3.000 SMS in einem Abrechnungszeitraum verschrieben...

He - mein letzter Kommentar ist nicht online. "Schluchz"
Was solls - war ja auch nicht übermäßig wichtig.
lg sonja

lg
sonja

Ich auch nicht. Mein SMS-Geschreibsel beschränkt sich hauptsächlich auf zB: Hast morgen um XX Zeit für ein Kaffeetratscherl?? oder Sind gut angekommen, alles ok!!  und das war`s dann auch schon. Lol

Wenn du verliebt bist, schaffst du alles!
Fährst mit dem Moped bei -10 Grad, fährst mit dem Rad über Berg und Tal - 20 km, hast keine Zeit für die Schule usw...
Man(n) sieht alles mit der Rosabrille!

Ich habe dieses Buch vom ersten bis zum letzten Satz geliebt!
Und das kann ich nicht über extrem viele Bücher sagen!
Danke Daniel Glattauer!

Germana, du machst immer auf Extrawurst *zzzzzz*
Dir gefallen so außergewöhnliche Dinge *gg*

habe ich schon in einem Prospekt gelesen.
Müsste fast hingehen...

Die nächsten Termine für "Gut gegen Nordwind":
3., 15. und 27. Oktober,
2., 19., 24. und 30. November,
jeweils um 20:30 Uhr.
 
Karten unter Tel. 0316/8000
 
Auszug aus der heutigen Kleinen Zeitung:
"Fazit: Das Stück wirkt, weil Glattauers Pointen sitzen. 'Ich küsse so ähnlich wie ich schreibe.' Sagt Leo. Dabei bleibt's. Und das ist auch gut so."

Ich wollte schon vorige Woche per e-mail (wie auch sonst für dieses Stück) Karten reservieren und habe heute telefonisch nachgefragt. Leider sind schon alle Vorstellungen ausverkauft. - Schade 

Das ist schade. Naja, vielleicht ist das Stück in der neuen Saison im Spielplan wieder zu finden.

Ich habe einen Ausschnitt aus dem Stück im TV gesehen und na ja, ich bin nun mal kein Theaterfreund und desshalb werd ich`s mir auch nicht anschauen. Das Buch hat mich von der ersten bis zur letzen Seite total begeistert. Ich kann mir allerdings beim besten Willen nicht vorstellen, dass das Theaterstück an den Roman herankommt. Das Buch lebt schließlich vom Dialog zwischen den beiden. Für eine Bühnenaufführung fehlt hier meiner Meinung nach das drum herum.

TV-Tipp: Donnerstag 13.5. (Christi Himmelfahrt), 23.05 Uhr, im ORF 1. tele: "In der Uraufführung der Bühnenfassung (2009) lieben sich Ruth Brauer-Kvam und Alexander Pschill via E-Mail."

und es hat mir - welch Überraschung - ziemlich gut gefallen. Leider konnte ich die allerletzte Mail, die eingeblendet wurde, nicht lesen, weil mein Fernseher die Schrift so verzerrt angezeigt hat. (Gings nur mir so?). Wie gut, dass ich das Buch kenne Smile

ein Orkan? Das ist fies... Wars wenigstens ein Nordwind? Ich hab jetzt eine DVD und die ist gut gegen Nordwind Smile

Nun habe ich dieses tolles Buch, von dem ich schon so viel gehört habe, doch endlich in die Finger bekommen. Und wider Erwarten habe ich es nahezu in einem Zug ausgelesen.
Ich fand es ausgesprochen faszinierend, wie man anhand einer Folge von e-Mails eine ganze Geschichte erzählen kann, wobei die Angaben über den zeitlichen Ablauf einen nicht unwesentlichen Hinweis liefern.
Ich kann die Angst von Emmi und Leo, einander von Angesicht zu Angsicht gegenüberzustehen, sehr gut verstehen. Es ist ja etwas ganz anderes, einander zu schreiben, wobei man sich für die Antworten beliebig Zeit lassen kann und sie dank Rücktaste so lange umformulieren kann, bis sie endlich dem entspricht, was man dem anderen mitteilen will und sich somit darstellt, wie man gerne möchte, dass einen der andere sieht. Das geht natürlich nicht, wenn man sich trifft - da ist das gesprochene Wort, sobald es gesprochen ist, ist es gesagt und kann nicht zurückgenommen werden.
Am Anfang ist noch diese unbekümmerte Unverbindlichkeit spürbar, die sich langsam aber sicher zur Besessenheit bis hin zum totalen Realitätsverlust verwandelt. Wie sonst kann es sein, dass sich alles nur noch um die Frage dreht, ob nicht endlich eine Antwort eingetroffen ist.
Ich kann mir allerdings keine Fortsetzung vorstellen, bin aber bereit mich darauf einzulassen und überrraschen zu lassen.

Hallo Tina,
grins Smile also ohne Fortsetztung wär ich glaub ich verrückt geworden Smile
"Alle sieben Wellen" liest sich genauso mitreissend wie "Gut gegen Nordwind". Ich war bei beiden Büchern ab der ersten Zeile in diesem Sog gefangen, der ein Aufhören unmöglich machte.
Glattauer hat dieses Bangen, die Unruhe sehr gut eingefangen, man könnte es glaub ich nicht besser machen. Noch dazu erstaunt es mich immer wieder aufs Neue, das ein Mann dieses Buch geschrieben hat...
Wenn du noch mehr von Glattauer lesen möchtes kann ich dir auch "Darum" empfehlen. Zwar keine Liebesgeschichte alla Emmi und Leo, aber auch sehr interessant zu lesen. Vorallem sieht man hier, wie vielseitig dieser Schriftsteller ist. Mit "Darum" lernt man eine ganze andere Seite des Daniel Glattauer kennen!!!!

jetzt bin ich aber SEHR neugierig geworden ... und hab mir "alle sieben Wellen" organisiert- Bei nächster Gelegenheit wird es mir eine sehr liebe Freundin borgen oder vielleicht sogar schenken ... es ist schon praktisch, dass ich bald Geburtstag habe Wink
Ja es ist einerseits sehr erstaunlich, dass ein Mann so etwas schreiben konnte; andererseits hat er vielleicht etwas Ähnliches selbst erlebt und dann so niedergeschreiben;  ganz so selten dürfte das im Zeitalter des Internet nicht passieren; ich selbst habe einmal auf diese Art und Weise einen Mann kennengelernt Wink
 
Achja, vielen Dank für den anderen Tipp, Claudia - die Inhaltsangabe klingt vielversprechend ... und wieder ein Fall für meine Bücherwunschliste Lol

In Zeiten des Internet ist das natürlich keine Seltenheit, da hast du wohl recht.
Trotzdem, hätte ich von Anfang an nicht`s über den Autor gewusst, hätte ich sicher auf eine Frau getippt. Ich kanns nicht so richtig beschreiben, es ist einfach die Art wir er sich ausdrück, wie er schreibt....
*grins* ist es nicht herrlich, wenn die Bücherwunschlisten immer wieder Zuwachs bekommen..... Smile