Guernica (Der Tanz der Freiheit)

Guernica.jpgSpanien 1935: Nach einer Auseinandersetzung mit der Guardia Civil flieht der junge Baske Miguel nach Guernica. Hier findet er nicht nur ein neues Leben, er trifft die Liebe seines Lebens. Die junge Miren ist eine elegante, charismatische Tänzerin, die, obwohl von allen jungen Männern begehrt, bald nur noch Augen für den geheimnisvollen Miguel hat. Doch in Spanien tobt der Bürgerkrieg und beschwört eine Tragödie herauf, die das junge Glück bedroht ...

Meine Gedanken zum Buch: 

Ich habe Euch beim letzten Zitat den Link zu Picassos berühmtem Bild eingefügt, damit ihr den Vergleich zur Beschreibung habt.
 
"Guernica" ist eine Geschichte, die einen zutiefst berührt. Da ich das Bild schon kannte und somit auch seine Geschichte, wusste ich ja, was auf die sympathisch beschriebenen  Figuren zukommen würde: Die totale Vernichtung. Der Teufel in Person des Wolfram von Richthofen, des Bruders des berühmten Roten Barons.
Dave Boling beschreibt anschaulich und sachlich, ohne je distanziert zu wirken, das Grauen dieses Tages im Jahr 1937. Er lässt uns teilhaben am Leben der baskischen Bauern, das für eine Minderheit in einem Land des Bürgerkrieges ohnehin nicht leicht ist. Wie ein Schimmelpilz breiten sich Verrat und Hinterhältigkeit auch in diesem kleinen Dorf in den Bergen aus, schaffen Misstrauen und Unfrieden in der sonst so friedlichen Gemeinschaft. Doch niemand konnte damit rechnen, dass gerade dieser kleine Ort zur Zielscheibe der totalen Vernichtungswut werden sollte, nur, weil es galt, eine kleine Brücke in der Umgebung zu zerstören (die übrigens als eines der wenigen Bauwerke das Bombardement unbeschädigt überstanden hat).
Picasso hat das Grauen dieses Tages zum Thema seines Auftragswerkes für die Weltausstellung in Paris gemacht und so seinen Opfern ein unzerstörbares Denkmal gesetzt, das sich auf Dauer in die Erinnerung der Betrachter einprägt.
Interessant für mich war die Tatsache, dass die baskischen Waisenkinder nach England gebracht wurden, wo viele sich auch niedergelassen haben. D.h. es gibt in England nicht wenige Familien baskischen Ursprungs.
Der Roman endet mit einem Hoffnungsschimmer für die Zukunft - wie lange es noch dauern würde, dass dieses Land zur Ruhe kommt, konnte wohl damals niemand ahnen.
Ein grandios geschriebenes Buch, berührend und interessant, ein 100%iger Tipp für alle, die gern gut geschriebene geschichtliche Romane lesen.
 
 
 
 

In his suite, von Richthofen penned his official report to be sent to Berlin:
 
Guernica literally levelled to the ground. Attack carried out with 250-kilogram and incendiary bombs, about one thirs of the latter. When the first Junkers squadron arrived, there was smoke everywhere already (from the vanguard assault); nobody could identify the targets of roads, bridges, and suburbs, so the just dropped everything right in the centre. The 250s toppled houses and destroyed the water mains. The incendiaries now could spread and become effective. The material of the houses - tile roors, wooden porches, and half-timbering - resulted in complete annihilation. Bomb craters can be seen in the streets. Simply terrific.
 
He did not explain why more airborne firepower than had been expended throughout the entire First World War was dedicated to destroying the lone target of military significance - the small Renteria Bridge. He also did not explain why the Renteria Bridge was not only still standing, but was untouched.

Seitenangabe für Zitat1: 
221

"When you see burned children laying in the street, charred... melted, you don't count them," Xabier said. "When you see a group of boys fused into a blackened mass, you don't take inventory. How many died? How many? Death was infinite."

Seitenangabe für Zitat2: 
229

Upon this tilted canvas, Picasso began transferring his pencil studies. The sketches on paper had grown from the vague geometry of the mural into detailed explorations of each component. A cartoonish horse came to life next to a mother with a dead baby draped over her arms, the baby's eyes open to display pinpoint pupils. The artist repeatedly sketched the horse, the woman, and a fallen warrior, sometimes in pencil, sometimes in paints.
The bull was turned and transmuted, assuming a thick face with giant nostrils and huge, muscular cheeks atop a pair of human lips. Across the prominent brow ridge spanned a tangled pair of eyebrows, thick as a Basque man's. Teardrops started appearing everywhere - teardrop nostrils, teardrop eyes - along with sharply conical tongues and ears.

http://webspace.ship.edu/cgboer/Picasso.Guernica2.jpg

Seitenangabe für Zitat3: 
240
Verlag: 
Picador
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
ISBN-13: 978-0330506755