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Gucci war gestern: Bekenntnisse einer eingebildeten Glamour-Queen

Bild von Laura
Verfasst von yellow bookreader Laura am So, 26/12/2010 - 20:45
Inhaltsangabe

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Jen genießt ihr Leben als egozentrische Glamour-Queen: Sie klaut einem Obdachlosen seinen Koffer, weil er zu ihrer Tasche passt, sie lästert über ihre beste Freundin, und sie sagt immer, was sie denkt - nicht weil sie aufrichtig ist, Jen ist einfach nur gehässig. Doch als sie ihren Job verliert, muss Jen nicht nur lernen, dass man seine Pradatasche lieber nicht mit zum Arbeitsamt nehmen sollte. Sie findet auch heraus, dass man freundlich sein sollte, wenn man ohne Geld etwas erreichen will. Ein schier unüberwindbares Hindernis für Jen ...

Zitate

Augenblicklich stecke ich allerdings in einem schweren Dilemma. Ich arbeite zurzeit an einem Projekt mit einer ganz großen Zeitschrift, und es könnte sein, dass ich demnächst bei der Frühstückssendung Good Morning America im Fernsehen auftreten werde. Okay, eigentlich wollen sie die Chefredakteurin der Zeitschrift interviewen, aber nur, weil die Produzenten MICH noch nicht kennen gelernt haben. Und darum habe ich auch solche Probleme, das richtige Lipgloss auszusuchen. Welcher würde wohl vor der Kamera am besten aussehen? Der zarte Pfirsichton ist so herrlich duftig-sommerlich, doch das schimmernde Rosenblütenrosa betont meine Sonnenbräune. Am liebsten würde ich einfach den Transparenten nehmen und damit fertig, allerdings ist der so zähflüssig, dass meine Haare immer daran kleben bleiben, sobald ich den Kopf bewege. Und ich will mir nun wirklich nicht vor Charlie Gibson und ganz Amerika die Frisur aus dem Mundwinkel ziehen müssen.
Mit einem schnellen Blick auf die Uhr wird mir klar, dass ich für meine Verabredung zum Lunch mit der Zeitschriftendame schon zwanzig Minuten zu spät dran bin. Oh nein! Furchtbar, wenn man so jegliches Zeitgefühl verliert; das ist einfach unmöglich. Zu einem Geschäftstermin zu spät zu kommen grenzt in meinen Augen schon beinahe an ein Verbrechen. Es ist mir schrecklich unangenehm, so einen wichtigen Menschen einfach warten zu lassen, also muss ich diese Sache jetzt schnell über die Bühne bringen. Ich muss auf der Stelle eine professionelle Entscheidung treffen.
"Wissen Sie was, Sylvie? Packen Sie mir einfach alle ein."

Seitenangabe für Zitat1:
106

"Hör zu, du magersüchtiges Flittchen, wie kannst du es wagen, dich über mich lustig zu machen, bloß weil ich ein bisschen stämmiger bin? Man könnte doch meinen, du freust dich, dass ein Pummel gegen dich antritt. Schließlich stehst du doch auf Wettbewerb, oder? Solltest du nicht froh sein, gegen jemanden zu laufen, den du mit links schlagen kannst? Und wo bitte bleiben der vielbeschworene Teamgeist und das Zusammengehörigkeitsgefühl unter Läufern? Oder gilt das nur für schlanke, hübsche Teilnehmer? Sollten die ganzen Endorphine in eurem Körper euch nicht eigentlich so verdammt glücklich machen, dass ihr nicht über wildfremde Menschen herzieht? Und weißt du was? Würdest du mit dem Flugzeug in den Anden abstürzen, dann würdest du dir wünschen, dass ich mit an Bord wäre, denn mit diesem ganzen überschüssigen Fett würde ich sicher SUPERLECKER schmecken", zische ich ihr mit nicht mal zehn Zentimeter Abstand ins Gesicht. Wenn man sich schon mit jemandem anlegen will, dann ist es, wie ich herausgefunden habe, sehr viel beängstigender, ganz nahe ranzugehen und zu flüstern, als jemanden von weitem anzubrüllen.

Seitenangabe für Zitat2:
286

An: Ickey
Von: jen@jenlancaster.com
Datum: 14. Juni 2003
Betreff: RE: Komm aus den Puschen, Alte!
...
Was die von Ihnen vorgeschlagene Karriere in einer großen Cafehauskette angeht: Denken Sie nur ja nicht, ich hätte das noch nicht versucht. Würde man mich einstellen, ich würde hart arbeiten, genauso wie damals auf dem College, als ich mir mein Studium finanzieren musste. Ganz recht, den größten Teil meines Studiums habe ich mir als Kellnerin und Verkäuferin selbst finanziert. Mich hat niemand mit einem brandneuen Jetta und einer Kreditkarte auf die Uni geschickt, wie das sicher bei Ihnen der Fall war. Ich habe verdammt hart geschuftet und mir alles, was ich habe, eigenhändig erarbeitet.
Aber ich schweife ab.
...
Übrigens, Ickey, sollte ich tatsächlich diesen heiß begehrten Job bei Starbucks bekommen, seien Sie versichert, ich spucke ihnen GANZ BESTIMMT in ihren Kaffee.
Beste Grüße
Jen

Seitenangabe für Zitat3:
385
Quellenangaben
Verlag:
Goldmann Verlag
Erscheinungsjahr:
2010
Auflage:
1. Auflage
ISBN:
ISBN-13: 978-3442472253 / ISBN-10: 3442472253
Meine Gedanken zum Buch:

„Jen Lancaster ist genau die Frau, die wir am liebsten hassen.“, so beschreibt die Publishers Weekly Jen, die sich in ihrem eigenen Buch durch viele Auffälligkeit so ins Licht rückt, dass man sie bestimmt nicht mehr vergisst: Einem stechen sofort ihre unglaubliche Arroganz und eingebildete Art, die nicht enden wollenden Shoppingtouren, welche sich durch sehr hohe Preise kennzeichnen, die schlagfertigen und auch manchmal beleidigenden Antworten, die sie austeilen kann, wenn man ihr blöd kommt und ihre unbeschreibliche Liebe für Mode, Taschen und Schuhe aller Art ins Auge.
Doch Jen muss sich ändern, als sie gekündigt wird, was für sie natürlich ein großes Problem darstellt, da sie sich nun auch nicht mehr alles kaufen kann, was sie möchte. Als ihrem Freund (späteren Lebensgefährten) ein ähnliches Schicksal widerfährt, wird das Geld jedoch allmählich knapp und den Beiden wird erst dann so richtig bewusst, welche Geldverschwendung sie in den letzten Jahren eigentlich vollzogen haben. Nun müssen sie sich auf eine große Veränderung ihres Lebensstils gefasst machen, welche ihnen sehr zu schaffen macht…
Egal, wie sehr Jen verschiedene Ereignisse bereut oder sich für ihr Leben, welches sie vor ihrer Kündigung hatte, schämt, sie lässt kein Detail aus und erzählt ihre Geschichte ehrlich und aufrichtig.
Außerdem beinhaltet dieses Buch auch einige E-Mails, bei denen sie jemandem die Meinung sagt, witzige Bewerbungen, mit denen sie versucht, einen Job zu bekommen, Fußnoten, über die man einfach nur lachen kann und Blogeinträge, welche von ihrer Website stammen, die sie gegründet hat, als sie ihren Hass über Unternehmen freien Lauf lassen wollte, die ihr trotz wünschenswerten Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen kein Jobangebot gemacht haben, jedoch auch von anderen Dingen, die sie anderen Menschen einfach mitteilen wollte.
Sie hat auch heute noch einen Blog mit dem Namen Jennsylvania. Dort berichtet sie mindestens jeden dritten Tag über witzige Ereignisse und hat auch eine Menge Fotos von ihren Hunden und natürlich von ihrem Ehemann Fletch und sich selbst zu bieten.
Was ich bei der Rezension dieses Buches besonders herausheben möchte, ist Jens flüssiger Schreibstil, der mir besonders gut gefallen hat. Sie kann alles wunderbar beschreiben und hat meiner Meinung nach einen einmaligen, tollen Schreibstil.
Ich hoffe, dass die vier weiteren Bücher von Jen auch bald ins Deutsche übersetzt werden. Was ich weiß, hat Jen schon bereits ihr 6. Buch fertig gestellt, welches im Mai 2011 in Amerika erscheinen wird.  
Ich würde dieses Buch auf jeden Fall weiterempfehlen, da es für mich persönlich nichts auszusetzen gibt!

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