Glennkill. Ein Schafskrimi

“Gestern war er noch gesund”, sagt Maud. Aber heute, da liegt er schon im saftigen irischen Gras, neben dem Heuschuppen unweit des Feldwegs, ihr Schäfer: niedergemäht von einem spitzen Spaten in der Brust. Eine einzelne Krähe hat sich auf seinem wollenen Norwegerpullover niedergelassen „und äugte mit professionellem Interesse in sein Innenleben“. Die vorwitzige Krähe und die witzige Sprache sind bei weitem nicht das Originellste an dem Debütroman der 30-jährigen Münchner Autorin und Irland-Freundin Leonie Swann. Das Originellste sind mit Abstand Maud und ihre Truppe. Denn Maud, die auch den ersten Satz des Buches sagen darf, ist ein Schaf, das besonders gut riechen kann und sehr stolz darauf ist. Gemeinsam mit dem Leitwidder Sir Ritchfiled versucht sie, dem Mörder auf die Schliche zu kommen, wobei sich vor allem Miss Maple, die Klügste der Herde, mit Brillanz hervortut. Die Frage, wie man einen Mörder findet, ist dabei Teil der Aufgabe. Denn natürlich ist Miss Maple ob ihres Tierseins (und ganz anders als ihre menschliche Namensgeberin von Agatha Christie) nicht gerade geübt im detektivischen Ermitteln. Aber nachdem sie den Fall mit ihren Kollegen in endlosen nächtlichen Stall-Diskussionen mehrmals wiedergekäut hat, lichtet sich das Dunkel...

Meine Gedanken zum Buch: 

Ein absolut süßes und unterhaltsames Buch, die ideale Urlaubs- und Strandlektüre. Ein paar Seiten weniger hätten's auch getan, aber im Großen und Ganzen ist die Story immer unterhaltsam und vor allem die Charakterisierung der einzelnen Schafe ist so gut gelungen. Mein Liebling ist Mopple The Whale, das Gedächtnisschaf der Herde.

Verlag: 
Goldmann
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
ISBN-13: 978-3442464159

Kommentare

ist dieses Buch, wirklich sehr unterhaltsam. Nicht anstrengend, wie du liebe tedesca sagst, für Urlaub und Strand sehr gut geeignet. Die Beschreibungen der einzelnen Schafe ist wunderbar gelungen. Es hat mich oft zum Schmunzeln gebracht, wenn ich mir diese denkenden Schafe vorgestellt habe.

dass ihnen ihr Schäfer George immer wieder Krimis vorgelesen hat, so bekamen die Schafe zumindest eine Ahnung, wie es funktionieren könnte, einen Mord aufzuklären.
Ich bin gerade dabei, dieses Buch zu lesen, und finde es sehr amüsant. Man kann sich diese Schafherde gut vorstellen. Wie sie Probleme haben, nachzudenken, vergessen, worum es geht und wieder zu grasen beginnen. Miss Maple, das intelligenteste Schaf, muss sie immer wieder aufmuntern, neu über den Mord nachzudenken.
 
Ich bin schon neugierig, wie es ausgeht.

das mir wohlgefällt: (S. 281)
"Rebecca war unter sie getreten, ihr Kleid ein Blutstropfen auf dem schwarzen Fell der allgemein vorherrschenden Trauerkluft. Blicke hefteten sich auf sie, Auge um Auge um Auge. Othello verstand gut, was hier gerade passierte: Rebecca war eine Augenweide, und die Männer grasten."
 
...gefällt's euch auch?
 

Zum Abschluss noch ein Zitat: Seite 373:
 
"'Die Geschichte ist aus', sagte sie. 'Das war's für heute.'
Maude roch die Entschlosseneheit auf Rebeccas Stirn und verstummte, aber die drei Lämmer blökten unverdrossen weiter. Rebecca hob die Augenbrauen.
'Das nächste Mal lese ich euch >Das Schweigen der Lämmer< vor', versprach sie. Dann erhob sie sich von den Stufen des Schäferwagens.
'Das Schweigen der Lämmer'. Es klang vielversprechend. Vor allem die Mutterschafe erhofften sich einiges von der Lektüre."
 
In diesem Sinne:
...es hat mich sehr gefreut...

dass es Dir gefallen hat - ich war ja auch recht angetan. Welches ist denn nun Dein Lieblingsschaf?
Liebe Grüße
Germana

Ein Lieblingsschaf zu nennen ist gar nicht leicht...
Mir gefällt die Herde im gesamten; jedes hat seine Eigenschaften und Vorzüge, jedes (na ja vielleicht doch nicht jedes) trägt zur Aufklärung des Falles bei.
Aber wenn ich mich wirklich entscheiden müsste: Othello gefällt mir gut - er dürfte ein guter Leitwidder sein. Er hat in seinem Leben ja auch schon einiges mitgemacht.

Ja, der arme Othello hat's sicher nicht leicht gehabt im Leben, mir hat der auch immer Leid getan, obwohl er ja nie gejammert hat.
 
Mopple mag ich vor allem dafür, dass er sich so gut alles merken kann und dass er alles frisst, was ihm unter die Nase kommt. Ich denke nur an die Geranien und das "Gras" Smile Ich finde auch die Idee, eines Gedächtnisschafs so herzig.

wie Mopple das "Gras" gefressen hat und stehend geschlafen hat und keiner ihn aufwecken konnte,  fand ich auch sehr gelungen...

finde es wunderbar!
Besonders das Zitat auf S 373 über "Das Schweigen der Lämmer" - da mußte ich so herzhaft lachen.
Ich finde das Buch durchwegs spannend - vor allem wie die Schafe gewisse menschliche Dinge in ihr Universum  zu bringen versuchen und dann zu verstehen...nur der Schluß, ich weiß nicht...
Mich hat auch noch die Wandlung von Gabriel bei den Schafen gefallen - fand ich sehr interessant.
Ich fand auch Othello sehr spannend aber auch Melmoth mit den Krähen fand ich sehr amüsant und geheimnisvoll!
Ich finde es sehr empfehlenswert.

Gut gefiel mir auch die Idee der Schafe, den Mord für die Menschen im Pub schauspielerisch darzustellen. Zuerst probierten sie es natürlich vor der Herde und für die Schafe war es so realistisch, dass sie es sofort verstanden haben. Die Menschen taten sich da schon ein bisschen schwerer...

das hat mir auch gut gefallen. Ich hab die ganze Zeit versucht, mich in die Lage des menschlichen Publikums zu versetzen und weiß nicht, ob ich das alles gleich auf Anhieb verstanden hätte.

Ich habe das Buch jetzt auch schon zu Hause. Nach euren Kommentaren bin ich darauf echt schon gespannt.
 
lg sonja

lg
sonja

Ich bin gerade dabei noch ein anderes fertig zu lesen. Und ich weiß noch immer diese Buch (das ich grad lese) ok oder ein nicht ok ist. Gehts euch manchmal auch so?
lg sonja

lg
sonja

Hi!

Die meisten Bücher die ich lese sind wirklich ok. Da ich meist nur Krimis lese, waren bis jetzt wirklich fast alle ok, wobei ich die, die nicht ok sind, schon wieder vergessen habe. Ich schätze wirklich jede/n Autor/in dessen Buch verlegt wird, da das nicht so einfach ist und ein Buch zu schreiben viel Zeit und Kreativität fordert und fördert, würdige ich fast jedes Buch.
LG Markus

Ich find die Idee, indem Schafe die Hauptrolle eines Krimis spielen einfach genial und einmalig. Seitdem ich dieses Buch gelesen habe, hat sich mein Verhalten und die Denkweise Schafen gegenüber völlig verändert. Dieses Buch finde ich total lesenswert!

Was beim ersten Kauen nicht schmeckt, schmeckt beim zehnten Kauen nicht besser.
schreibt Reinhard XING

So, für meine Verhältnise hat es echt ewig gedauert bis ich mit dem Buch fertig wurde. 
Irgendwie ist dauernd was dazwischen gekommen.
Das Buch war echt gut. Wenn man sich in ein paar Seiten eingelesen hat, dann liest man eine Seite nach der anderen.
Mir persönlich hat der Schluss sehr gut gefallen. 
Und es war echt einmal was anderes. In Sicht der Tiere zu schreiben, denen einen Glauben so Sachen zu geben - ja das hat was.
lg sonja

lg
sonja

Stille schwappte aus dem Fenster des Schäferwagens, dick und schwer wie warmer Atem.
schreibt Reinhard XING

macht die Geschichte sehr facettenreich. Ich bin froh, dass ich dieses Buch nun (doch noch) gelesen habe. Warum habe ich so lange gezögert?
Herausragend für mich der "Smartest-Sheep-of-Glennkill-Contest". Das ist der Höhepunkt des Buches und der Triumpf der Schafe.
Ich schließ mit einem Zitat:
S 373:
"Meeehr!", blökten die drei Lämmer.
schreibt Reinhard XING

Leonie Swann Deutsche ist und auch auf Deutsch schreibt, somit hätte Reini das Buch schon viel früher lesen können Smile

Selbst auf die Gefahr hin, dass ich mich jetzt in dieser Runde mehr als unbeliebt mache: Ich habe noch selten ein Buch gelesen das langweiliger war als dieser Schafskopf-Roman. Schafe sollten eben beim grasen bleiben und nicht versuchen einen nicht vorhandenen Mord zu klären.
Die Autorin macht es sich recht einfach: Wären die Schafe ein wenig intelligenter, wäre das Buch schon nach 3 Seiten zu Ende, also erlaubt sie den Schafen immer gerade noch so viel Erkenntnis wie nötig ist, um die Handlung nicht komplett einschlafen zu lassen. Leider ist das, was Schafe wissen können und was nicht völlig inkonsistent. Mal weiss ein Schaf a priori die kompliziertesten Zusammenhänge, mal werden Dinge die auf der Hand liegen keinem Schaf erlaubt zu verstehen.
Die Voraussetzung eines guten Romans, die handelnden Personen - und in diesem Fall eben Schafe - durchgängig und logisch zu charakterisieren wurde bei diesem Buch völlig missachtet.
 
Falls jemand Interesse hat an diesem Buch, ich möchte meins loswerden und würde es bis ans Ende der Welt schicken, nur um mein Regal davon zu befreien!

Also ich muss sagen - wenn ich so ein Buch in die Hand nehme - dann rechne ich nicht viel mit Logik.
Die von dir angesprochenen Details sind mir gar nicht aufgefallen. Ich habe mich auch gar nicht auf diese Art Details konzentriert.
Was mir an diesen Buch gefallen hat, war einfach die Art und Weise, wie die Autorin die Welt die für uns selbstverständlich Welt dargestellt hat.
lg sonja

lg
sonja

In diesem Buch geht es, finde ich mehr um Humor und das Lächeln. Es ist eine andere Art von Krimi - eben ein Schafskrimi. Es ist ein amisantes Buch mit viel Herz, find ich. Ich habe eigentlich nix anderes erwartet, als ich mir den Klappentext durchgelesen hab und die Erwartung hat sich erfüllt.

Ich fand es einfach herzig und unterhaltsam, und da stelle ich keine großen Ansprüche an die Logik. Sowas lese ich vor dem Einschlafen oder am Strand und freu mich, dass ich ab und zu schmunzeln darf, ohne länger darüber nachdenken zu müssen. Und der Klappentext sagte ja wirklich schon alles, da wunderts mich, wenn sich jemand mehr erwartet hat.

Über dieses Geschenk vom Christkind hab ich mich besonders gefreut Smile schon lange auf meiner Bücherwunschliste, jetzt hab auch ich es endlich  gelsen. Eine geniale Idee einen Krimi aus der Sicht eines Schafes zu erzählen, amüsant und spannend zu gleich. Hatte beim Lesen mal eine kurze Durststrecke (ein paar Seiten weniger wären auch ok gewesen) aber als dann Melmoth, Ritchfields Zwillingsbruder,  ins Spiel kam war ich wieder voll im Geschähen mitdabei. Vorallem den Schluss finde ich voll herzig - eine Herde wiffer, kluger Schafte und doch schlägt zu einem gewissen Zeitpunkt dann die Natur durch:
 
 "Denn der Wind brachte - wer konnte sagen, woher? - ein Blatt mit und legte es vorsichtig auf Othellos Hufe. Ein goldenes Blatt. Herbstgold. Schwalbenziehzeit. Zeit der Düfte, Paarungszeit. Wieder drehte er sich zur Weide zurück, wo Moppel, Maple, Zora und Cloud ein graue Wolke anhimmelten. Aber er sah keinen von ihnen. Was er sah, witterte, fühlte, mit allen sieben Sinnen und noch einigen neuen Herbstsinnen, waren drei verwirrend duftende, blendend weißwollige Schönheiten. Und ein Konkurrent, jung und kräftig, aber ohne Erfahrung. Othello freute sich auf das Kräftemässen beinahe ebenso wie auf das, was danach kommen würde."

Wir Menschen sollte unsere Sinne schärfen und endlich sehen, dass nicht nur Menschen, sondern auch Tiere, Pflanzen, Steine etc eine Seele haben und gleich viel können wie wir.
Schärfen wir unsere Sinne und hören auf unser Herz. Ich tat es während des Lesens des Buches und es strahlte und ich musste oft schmunzeln.

Wie wahr, wie wahr - das mit den Schafen - jetzt hat mich mal endlich jemand zum Lachen gebracht (drohe im Inventurchaos zu versinken), danke für dieses kurze Statement, herrlich   Smile

Also wenn ich mir diesen Zeitgenossen so anschau, fällt mir sofort Cloud ein, das wolligste Schaf der Herde. Hätt ich jetzt gern an meiner Seite, so ein flauschig warmes Fell wär bei den Temperaturen genau das Richtige Wink

.... das trau ich mich jetzt garnicht hier zu sagen: ich hab einen herrlich warmen Mantel mit Schaffell innen, kann man wirklich nur empfehlen... Ich würde nie ein reines "Pelztier" tragen, also Nerz etc., aber aus Schafsleder werden ja auch Schuhe gemacht und das Fleisch isst man, somit hab ich da kein schlechtes Gewissen. Oder etwa doch? Smile

Hab nicht damit gemeint, dass ich Cloud jetzt am liebsten gleich zu einem Mantel verarbeiten würd (zur Beruhigung für alle Tierschützer unter euch!!). Aber indem ich momentan an akuten Eiszapfenfingern leide, stell ich  mir so ein flauschiges Fell schon warm und gemütlich vor, allein der Gedanke dran wärmt schon ein bisschen. Wenn ich ein Schaf in dieser Herde wäre, würd ich Cloud wahrscheinlich auf Schritt und Tritt verfolgen um mich ab und zu in ihr flauschiges Fell kuscheln zu können Smile
Einen Pelz direkt würd ich mir nie kaufen, ist meiner Meinung nach nicht muss, gibt soviele Kunstpelze, da kennt man den Unterschied kaum oder besser garnicht und warm sind sie auch. Hat man aber zB einen als Erbstück daheim hengen ist nicht tragen oder gar wegwerfen auch keine Lösung, dem Tier hilft`s ja leider nicht mehr. Na ja und Schuhe aus Leder trage wir ja schließlich auf fast alle (auch ich), da hast Recht.     .... Is halt so eine Sache mit dem Gewissen..... Smile

Is das aber ein herrlich wolliges Kerlchen, der bringt ja richtig Sommerfeeling in diese kalten Tage. Was sagt man dazu, die Eiszapfenfinger tauen bei diesem Anblick schon, hat prompt funktioniert Smile

Nicht mit der Tierliebe, aber alles hat eine Seele, sonst könnte die Weltenseele nicht existieren.
Vielleicht verstehst du mich besser, wenn du "Der Alchimist" ließt, es war ein sehr bereicherndes Buch

ich fand es einfach nur öd. Voller Platitüden und ohne irgendetwas, das für mich jetzt neu oder eine Erkenntnis gewesen wäre. Oberflächlich und aus sämtlichen Religionen zusammengekupfert, so lässt sich viel Geld verdienen... Sorry, nicht mein Ding!

Der ist süß und dass er im sommer sein Schafsgewand ablegen kann, fand ich total witzig und musste herzhaft lachen...

Mein Lieblingsschaf ist Mopple the Whale. Er macht einfach den sympathischsten Eindruck.
Ich find das Buch sowieso toll. Ich hab mir zwar mehr davon erwartet, aber es war trotzdem echt spitze. Ich finde es toll was für Vorstellungen die Schafe von Dingen haben die für uns ganz normal sind.
Auf jeden Fall empfehlenswert!

wo ein Schaf (den Namen habe ich vergessen) im Steinbruch nach einer Verfolgung auf die Leiche stößt. Wirklich leichter Schafshorror. Und sehr einprägsam.
schreibt Reinhard XING

Da gibt es die Felidae-Serie von Akif Pirinci, dann eine Reihe mit einem Hund und einer Katze von Rita Mae Brown und 29 Bände aus der "Die Katze, die..." Serie von Lilian Jackson Braun. Und das sind nur die, die mir jetzt spontan einfallen.
 

"Felidae" von Akif Pirinci, ist mittlerweile ja schon ein Klassiker, die Fortsetzungen sind auch nicht schlecht und sehr spannend.

Als Katzenfreundin betrachte ich es ja quasi als meine Pflicht, diese Bücher unter die Leute zu bringen Smile

Unter "leider keines mehr" höre ich heraus, dass du deine Haustiere schelcht gehalten haben musst Lol :-((( Böse Germana!!! *gg*

Du musstest die Tiere nicht weggeben sondern dich schmerzvoll mit einem "Fasttrauma" von deinen himmlischen Haustieren trennen.

WOW - ein Schaf-THRILLER - na da können wir uns aber alle anhalten, das kann ja richtig gruselig werden Wink
Bin schon gespannt, was da auf uns zukommt!!!!!!!!!!!

Du bist ein Schatz! Danke. Ich habe meinen Wunsch schon bei der Bibliothekarin deponiert.