Gefühl und Verstand (Audiobook)

Gef__hl_und_Verstand.jpgEngland um 1800. Die Dashwoods sind eine reiche, angesehene Familie. Als das Familienoberhaupt stirbt, vererbt er den gesamten Besitz an seinen Sohn John. Seine zweite Frau und die gemeinsamen Töchter Elinor, Marianne und Margaret müssen sich mit einer mageren jährlichen Pension begnügen. Obendrein haben Elinor und Marianne auch noch Pech in der Liebe. Nach kurzem Glück verlieren sie die Auserwählten ihres Herzens an andere Frauen - zumindest scheint es so. In der Krise finden die beiden Kraft für einen neuen Anfang.

Meine Gedanken zum Buch: 

Wie keine andere versteht es Jane Austen, ein Bild ihrer Zeit zu zeichnen. Mit viel Einfühlungsvermögen und einem Augenzwinkern präsentiert sie uns eine Gesellschaft, in der nichts wichtiger erscheint, als wieviel Vermögen jemand im Jahr zur Verfügung hat und wie eine junge Dame in dessen Genuss kommen könnte. Elinor und Marianne, zwei grundlegend verschiedene Persönlichkeiten, erleben beide das große Unglück und finden dann doch noch ihren Weg, jede auf ihre Weise. Das Buch (im Original "Sense and Sensibility") wurde unter dem Titel "Sinn und Sinnlicheit" auch ganz hervorragend verfilmt.
 
Von dem Hörbuch an sich würde ich dringend abraten. Uta Kroemer liest so, als hätte sie den wahren Witz und Tiefgang der Geschichte garnicht mitbekommen, irgendwie klingt alles wie die Ansprache zu einem Begräbnis. Dazu kommen eine miserable englische Aussprache und das ständige Geräusch des Umblätterns. Es gibt aber eine weitere ungekürzte Version, gelesen von Eva Mattes, die einfach besser sein muss als dieses traurige Machwerk.

Verlag: 
Technisat/Radioropa Hörbuch
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
ISBN-13: 978-3866679801

Kommentare

Ist es nicht herrlich romantisch, mit Elinor und Marianne auf die Suche nach einem Bräutigam zu gehen!
Ich nehme an, Jane Austen hat ein recht realistisches Bild ihrer Zeit und ihrer Schicht gezeichtnet, und mit ihrer so schön rund erzählten Geschichte gibt sie uns wirklich einen guten Einblick in diese Zeit.
Eine Zeit ohne Telefon, Autos und gute Straßen. Am meisten fasziniert hat mich, wie gut vor allem Elinor zu beobachten wußte. Ein paar gemeinsam verbrachte Tage und sie wußte so ziemlich über den Charakter Bescheid. Wenn es nur heute auch üblich wäre, Menschen so genau anzuschauen und kennenzulernen. Mir sind die meisten Beziehungen heute echt  zu oberflächlich und trotz vieler Kontakte kennt mich keiner so wirklich.
Aber natürlich gab es auch damals schon solche und solche. Es kommt also wieder einmal drauf an, sich die RICHTIGEN Freunde zu suchen!

Also ehrlich gesagt glaub ich, dass die Zeit damals viel oberflächlicher war als heute. Man sprach ja nur mit Menschen der eigenen Gesellschaftsschicht, d.h. ein Dienstbote wurde als Mensch garnicht wahrgenommen. Und im Grunde ging es auch nur darum, wieviel jemand besaß, ob er sich standesgemäß benahm und ob er eine gute Partie abgab. Mir sind die heutigen Zeiten doch um vieles lieber, in denen ich mir aussuchen kann, mit wem ich mich anfreunden möchte. Und ich muss sagen, dass es in meinem Umfeld ziemlich viele Menschen gibt, die sich für mich als Person interessieren und die mich auch an sich so weit heranlassen, dass ich behaupten kann, sie ganz gut zu kennen. Eine davon hab ich sogar hier im Forum kennen gelernt Smile