Gargoyle

Das aufregendste Debüt der letzten Jahre: eine fesselnde Geschichte über die erlösende Kraft des Leidens und eine Liebe, die die Grenzen von Zeit und Raum überschreitet. Ein Mann fährt eine dunkle Straße entlang, als er plötzlich geblendet wird, sein Wagen in eine Schlucht stürzt und Feuer fängt. Er überlebt, wird mit schwersten Verbrennungen ins Krankenhaus eingeliefert - und hat in den Wochen der Rekonvaleszenz nur einen Gedanken: wie er nach seiner Entlassung Selbstmord begehen kann. Doch da taucht eines Tages eine mysteriöse Frau an seinem Krankenbett auf, die schöneMarianne Engel, Bildhauerin beeindruckender Gargoyles. Sie behauptet, sie seien einst Liebende gewesen - vor siebenhundert Jahren in Deutschland, als sie eine Nonne war und er ein Söldner auf der Flucht. Ist diese Frau einfach verrückt? Oder ist sie der rettende Engel, der ihn aus seiner Verzweiflung und Todessehnsucht erlösen wird?

Meine Gedanken zum Buch: 

Ein überwältigendes Buch – eine faszinierende Geschichte, die den Leser so sehr fesselt, dass er Stunden damit verbringt, immer weiter und weiter zu machen, er es nicht schafft, sich von dem Buch zu lösen oder es gar wegzulegen. Andrew Davidson schildert im Grunde die Geschichte eines oberflächlichen und lasterhaften Lebemannes, der den Drogen und dem Alkohol zugetan ist, seinen Lebensunterhalt in der Pornobranche verdient und in einem Drogenrausch von der Straße abkommt. Er verunglückt mit seinem Wagen – und verbrennt beinahe bei lebendigem Leibe. Mit schwersten Verletzungen wacht er im Krankenhaus auf und verbringt fast ein Jahr seines Lebens mit schmerzhaften Behandlungen und Operationen, die er ohne Morphium nicht aushalten würde. Dort, in seiner schlimmsten Stunde und im Augenblick der Resignation, als er einen ausgeklügelten Selbstmordplan ersinnt, sucht ihn Marianne Engel auf, die für ihn zum sprichwörtlichen „Engel“ werden soll. Marianne macht ihm weis, ihn seit Jahrhunderten zu kennen und zu lieben …. erzählt Geschichten aus ihrer beider angeblichen Vergangenheit und Geschichten von Menschen, die ihren Weg gekreuzt haben ….. trotz des steten Wechsels vom Mittelalter in die Gegenwart ist dieser Roman keineswegs verwirrend – wenngleich ein wenig verrückt – und doch: unbeschreiblich. Faszinierend – wundervoll – teilweise sehr erschreckend – lange nachwirkend – und absolut lesenswert. Ein Buch wie eine Droge … man kann einfach nicht damit aufhören.

Verlag: 
Berlin Verlag
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
978-3-827-00782-7

Kommentare

Mir hat dieses Buch nur sehr bedingt gefallen.
Die Geschichte des Ich-Erzählers, wie er nach einem schrecklichen Autounfall wieder auf die Beine kommt, wie er gegen die Schlange in seinem Rückgrat ankämpft, wie er einfach wieder ins Leben findet und die damit verbundenen Katastrophen und Leiden fand ich sehr berührend und anschaulich beschrieben.
Aber irgendwie wurde ich beim Hören das Gefühl nicht los, dass Andrew Davidson einen Hang zu kitschigen Liebesgeschichten hat, den er hier jetzt hemmungslos ausgelebt hat, und das ist einfach nicht mein Ding.
Auch diese ganze Sache rund um die geheimnisvolle Marianne Engel fand ich irgendwie nervig und übertrieben, da wäre weniger wirklich mehr gewesen.
Dazu kommt noch, dass diese im Hörbuch von einer gewissen Sascha Maria Icks gelesen wurde und so eine quiekige Jungmädchenstimme hatte, die für mich garnicht zu der Figur gepasst hat, die hier beschrieben wurde. (Ich finde, es gibt einfach zu wenige Frauen mit einer wirklich guten und vor allem reifen Stimme im Hörbuchbereich.)
Stefan Kaminski hingegen erzählt den männlichen Teil der Geschichte wirklich gut, betont richtig, und die Schlange zischt furchtbar grausig und bedrohlich als kleiner Special Effekt durch das Erzählerhirn.
Sprachlich fand ich das Buch durchaus ansprechend, es ließ sich wunderbar neben allen möglichen Hausarbeiten hören, ohne je ins allzu Simple abzugleiten. Inhaltlich war's mir zu bemüht mystisch, zu kitschig und eine Spur zu esoterisch. Unterm Strich wohl einfach nicht "mein Ding", wie man so schön sagt.