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Daniel Kehlmann erzählt von drei Brüdern, die - jeder auf seine Weise - Betrüger, Heuchler, Fälscher sind.

Meine Gedanken zum Buch: 

Wieder ein gutes Buch von Kehlmann. Was macht dieses Buch aus? Nun. Kehlmann kann Geschichten erzählen, ohne eine zeitliche Reihenfolge einzuhalten. Und als Leser sieht man immer deutlicher und am Ende exakt die ganze Story. Er überfordert nur scheinbar den Leser, er traut ihm zu, zu kombinieren und die Analogie selbst herzustellen. Sehr lustig die Ahnenfolge, rückwärts ca. 15 Generationen! Aber leider ist die Story trotzdem eher dünn und banal. Also eine 1- in Schulnoten.

Hierzu folgender link zu vielen Zitaten: https://twitter.com/bookreaders

Zitate: 

Frag dich, das der, der du sein möchtest, tun würde. Und dann tu genau das.

Seite 184
Verlag: 
rowohlt
Erscheinungsjahr: 
2013
Auflage: 
1.
ISBN: 
9783498035440

Kommentare

S. 18
Sie legte den Kopf auf die Seite, Arthur lächelte, sie zeigte irgendwohin, Arthur nickte und sagte etwas, sie lachte, dann sprach sie, während er lachte, dann verabschiedeten sie sich, und sie berührte im Vorbeigehen seine Schulter. Immer noch lächelnd, stieg er ein.
"Hat sie es dir erklärt?", fragte Iwan.
"Sie war nicht von hier. Aber der Mann davor, der wusste es."

Diese Kirche ist so alt wie ich, die Wände absichtsvoll schief, der Altar ein unbehauener Granitblock, der aus irgendeinem Grund nicht im Osten steht, sondern auf der Westseite, sodass die Sonne beim Frühgottesdienst nicht, wie es sich gehört, die Gemeinde blendet, sondern mich.

Pater Pfaffenbichel erklärte uns, die Fürbitte sei nicht wichtig, man könne sie auch weglassen. Aber er kannte meine Gemeinde nicht. Zwei Wochen ohne Fürbitten letztes Jahr, und schon dachten sie, Gott habe sie vergessen. Neun Beschwerde-Mails an mich und leider auch drei an den Bischof sowie ein offizieller Kirchenaustritt. Ich musste Frau Koppel eine Bonbonniere schicken und sie zweimal daheim besuchen, um sie umzustimmen.

Ich bin zwar erst auf Seite 50 beim Lesen, doch mir sind schon gute Gedanken ins Auge gesprungen. Z. B. dieses Zitat von Seite 21: Keiner konnte einem helfen. Kein Buch, kein Lehrer. Alles Entscheidende musste man aus eigener Kraft lernen, und gelang es nicht hatte man sein Leben verfehlt.