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Erinnerung an meine traurigen Huren

Bild von Claudia Maralik
Verfasst von yellow bookreader Claudia Maralik am Mo, 16/08/2010 - 12:26
Inhaltsangabe

Erinnerung_an_meine_traurigen_Huren.gifZu seinem neunzigsten Geburtag schenkt sich ein alter Mann, der sein Leben lang nur käufliche Liebe gekannt hat, in einem Bordell eine Nacht mit einer Jungfrau. In dieser Nacht, der noch viele folgen sollten, betrachtet er verzaubert die schlafende Schöne und empfindet zum ersten Mal in seinem Leben Liebe.

Zitate

Ich habe nie mit einer Frau geschlafen, ohne dafür zu zahlen, und die wenigen, die nicht vom Gewerbe waren, überzeugte ich kraft Vernunft und Gewalt, das Geld anzunehmen, und sei es nur, damit sie es später in den Müll warfen.

Seitenangabe für Zitat1:
20

Sie lag noch immer in derselben Stellung da, als ich um ein Uhr das Licht löschte, und ihr Atem war so schwach, dass ich ihren Puls fühlte, weil ich das Leben in ihr spüren wollte.

Seitenangabe für Zitat2:
90

Ich pflichtete ihr bei: Sexualität ist ein Trost, wenn die Liebe nicht reicht.

Seitenangabe für Zitat3:
98
Quellenangaben
Verlag:
Fischer Verlage GmbH
Erscheinungsjahr:
2006
Auflage:
Lizenzausgabe
ISBN:
978-3-596-17259-7
Meine Gedanken zum Buch:

Ein Mann, 90 Jahre, der an seinem Lebensabend die Liebe findet.... auf keinen Fall verwerflich. wäre es nicht die Liebe zu einem blutjungen unberührten Mädchen....
 
Skandalös, entsetzlich, geschmacklos.... aber nicht bei Marquez.
 
Er schreibt so feinfühlig zart über dieses Aufkeimen und Entdecken doch so fremder Gefühle und es gibt keinen einzigen Moment in diesem Buch, indem der Leser diesen alten Mann verurteilen würde.
Viel mehr ist es wunderbar zu erleben, wie dieser Mensch sich in ihm ganz unbekannte Gefühlswelt vortastet, wie er zu leben beginnt und bald ist klar, dass er mit über 90 nicht am Ende seines Lebens steht sondern vielmehr am Anfang....
 
Sehr empfehlenswert, wunderschön geschrieben, ein kleines Buch mit sehr großem Inhalt.
 

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Bild von Claudia Maralik

Zitat Seite 44

In jener Nacht entdecket ich das unglaubliche Vergnügen, den Körper einer schlafenden Frau zu betrachten, ohne von Begehren gedrängt oder von der Scham behindert zu werden

Bild von tedesca

So schön! Ich fand das

So schön!
Ich fand das ganze Buch so berührend, und ich freu mich, dass Du ihm noch eine Chance gegeben hast, Claudia. Da sieht man wieder, was ein wenig Ruhe alles ausmacht, denn beim ersten Versuch warst Du ja ziemlich im Stress und konntest dieses schöne Buch garnicht richtig genießen.

Bild von Claudia Maralik

So ist es, Germana. Es gibt

So ist es, Germana.
Es gibt nun mal Bücher die vertrage es, wenn man nur in Etappen liest und sie nach ein paar Seiten immer wieder weg legt.... und es gibt Bücher die kleine Unachtsamkeiten problemlos verzeihen..... dieses Buch allerdings nicht.
Mein Gefühl hat mich zum Glück nicht getäuscht und ich bin froh, dass ich es ein zweites Mal gelesen hab.
Garcia schreibt so feinfühling über das Entdecken von Zuneigung und Nähe. Er wählt genau die richtigen Worte, einfach von Anfang bis zum Ende ein tolles Buch. Und vorallem nimmt er mit seiner Art zu Schreiben allen Kritikern den Wind aus den Segeln. Keiner Leser würden diesen Alten je verurteilen.
 
Ein echtes Schmankerl!!!! :-)
 

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