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Eine Wohnung mitten in der Stadt

Bild von markuskrimi
Verfasst von yellow bookreader markuskrimi am Sa, 14/02/2009 - 16:27
Inhaltsangabe

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Bernhard und Edvard, verheiratet, leben in ihrer gemeinsamen Wohnung. Bernhard ist Lehrer, zurückhaltend, sensibel, ernsthaft. Edvard betreibt einen Laden, ist Hausmann, kreativ, unterhaltsam, ist der Soziale und Lebhafte. Sie haben ihren Bekanntenkreis, die schwule Clique, ihr Alltagsleben. Und Bernhard und Edvard haben eine Tochter. Zwar keine leibliche, aber ein kleines, vier Jahre altes, freches Mädchen, auf das sie aufpassen. Hannah, so heißt der kleine Quälgeist und Herzensbrecher, mag ihre beiden "Onkels" und Ersatzväter, denn ihre Mutter Kim managt eine Modellagentur und ist viel unterwegs.

Das beschauliche Leben von Bernhard und Edvard gerät aus den Fugen, als mehrere Ereignisse zusammenkommen. Bernhards Mutter, Lydia, kommt zu Besuch. Der Kontakt zwischen Bernhard und seinen Eltern war stets gespannt: Schuldzuweisungen, Vorwürfe -- bekannte Familienprobleme. Der zweite "Unruhefaktor" heißt Malvyn. Ein aus Simbabwe kommender, genial gut aussehender junger Mann, charmant, intelligent und Edvards Neffe. Nicht nur, dass alle scharf auf Malvyn sind, nein, der junge Mann wurde von seiner Mutter zu Edvard und Bernhard nach Deutschland geschickt, weil sie Malvyns Schwulsein bemerkte.

Zitate

Ich war entsetzt. "Schämen Sie sich denn nicht?" fragte ich die beiden. "Ihr Sohn war drei Jahre lang schwer krank. Sie haben sich kein einziges Mal um ihn gekümmert. Und nun bedrohen Sie den Menschen, der das getan hat, was Ihre Pflicht gewesen wäre?"
Als Antwort darauf beschimpften Vater und Sohn nun mich.
Einer von Adrians Freunden trat dazwischen und sagte ihnen die Meinung: "Spielen Sie doch nicht die Gerechten hier. GEgen Gottes Willen bezeichnen Sie die Liebe zwischen Männern? Wie wollen Sie den das nennen, was Sie gerade veranstalten? Eine Lektion in Nächstenliebe vielleicht? Einen Sohn verstoßen, nur weil er nicht so lebt, wie Sie es von ihm erwarten. Tha! So viel Liebe, wie sie Herr Bortalozzi für Ihren Sohn aufgebracht hat, sind sie doch gar nicht fähig. Auf die Knie sollten Sie fallen und Ihren Sohn um Vergebung bitten, anstatt Schuld zuzuweisen."

Seitenangabe für Zitat1:
267

Ich streckte meine Hand nach ihm aus, und er legte seine hinein. "Ist dir eigentlich klar, dass wir morgen tatsächlich ein Jahr verheiratet sind?"
Berni warf mir einen Blick zu, der soviel hieß wie: " Ja Herzchen, nun krieg deswegen nicht gleich einen Eisprung." Es war so herrlich unromantisch; das machte ihn in diesen Situationen so unbeholfen und unsicher, dass ich ihn am liesbten sofort wieder vor den Altar gezerrt hätte.
Ich legte einen Kuss auf seine Lippen. "Auf immer und eweig, Berni."
Und zu meinem Erstaunen sagte er: "Auf immer und ewig, mein Edvard." Dann fühlte ich, wie mir Tränen in die Augen stiegen.

Seitenangabe für Zitat2:
298

"Apropos, habt ihr von dieser neuen Aids-Theorie gehört?", fragte Gerald, der wohl die eigenartige Spannung überbrücken wollte, die plötzlich im Raum stand. "In den siebziger Jahren hat ein Forscher angeblich Nieren von Affen benutzt, um den Impfstoff gegen Kinderlähmung zu gewinnen. Und der ist dann an Afrikanern getestet worden. Und weil die Affen Aids hatten, haben es dann die Schwarzen gekriegt."

Seitenangabe für Zitat3:
360
Quellenangaben
Verlag:
Piper-Verlag
Erscheinungsjahr:
2003
Auflage:
2. Auflage
ISBN:
10: 3-492-23790-8
Meine Gedanken zum Buch:

Liebevoll, gefühlsintensiv und harmonisch wird die homosexuelle Beziehung zwischen Bernhard und Edvard beschrieben. Nebenbei erleben Homosexuelle Benachteiligung und Diskriminirung.
Ein wunderbarer Roman über gleichgeschlechtlichen und zwischenmenschlichen  Beziehungen.

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