Eddies Bastard

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Alles begann mit einem Körbchen vor der Tür eines großen zerfallenen Farmhauses. In diesem Korb, eingehüllt in eine Decke, lag ein schlafendes Baby. Das Einzige, was auf seine Herkunft hindeutete, war ein Zettel mit den handgeschriebenen Worten: Eddies Bastard. Als der alte, verbitterte Mann auf der Schwelle seines Hauses dem Kind in die Augen blickt, weiß er sofort, dass dies sein Enkelsohn ist. Also beschließt er, den Jungen allein aufzuziehen - mit Liebe, gebratener Mortadella und den faszinierenden Geschichten der einstmals bedeutenden irischstämmigen Familie.

Meine Gedanken zum Buch: 

Das Buch war ganz nett zu lesen, aber irgendwie habe ich mir was ganz anderes darunter vorgestellt. Laut Klappentext handelt es sich bei dem Großvater um einen alten, verbitterten Mann und ich habe mich darauf eingestellt, dass es eine nervenaufreibende Tortur für ihn wird, seinen Enkelsohn Billy aufzuziehen, alles gespickt mit witzigen Passagen. Witzig fand ich es im Endeffekt überhaupt nicht, manchmal eher skurril. Der Großvater wirkte auf mich alles andere als verbittert, sondern eher recht harmlos und liebevoll (soweit man das über einen Säufer sagen kann) und die ersten Jahre der Kindheit wurden übersprungen. Einige Figuren sagten mir gar nicht zu - zB Annie, die Jugendfreundin des Ich-Erzählers Billy. Was ihr widerfahren ist (Missbrauch durch den Vater), ist natürlich schrecklich, das will ich keineswegs abstreiten, aber ihre Entwicklung und der Umgang mit ihrem ehemaligen Freund, dem sie einiges zu verdanken hat, gefällt mir nicht. Die Erzählung um den Japaner war mir ein bisschen zu mystisch.
Der Autor Kowalski wird v.a. aufgrund dieses Werkes mit Irving verglichen - ich kann dazu leider nichts sagen, da ich von Irving noch nichts gelesen habe. Vielleicht sollte sich ein Irving-Fan mal daran versuchen und kann mir dann berichten, ob etwas Wahres an dieser Aussage dran ist? Für mich war das Buch wie gesagt ok, es beginnt aber jetzt schon in meiner Erinnerung zu verblassen.

Verlag: 
Bastei Lübbe
Auflage: 
2. Auflage
ISBN: 
978-3-404-14809-7