Diese sehr ernsten Scherze

diese_sehr_ernsten_scherze_0.jpgAls deutscher Autor ist man ständig, ununterbrochen, auf Schritt und Tritt ein Befragter. Paßt man nicht auf, kann es passieren, daß man diese fragende Instanz internalisiert und plötzlich mit sich selbst beim Zähneputzen oder Schuhezubinden im Interviewton spricht. Darum also, der Ehrlichkeit und auch der Einfachheit halber, gestatten Sie mir einen Akt künstlerischer Externalisierung; gestatten Sie mir, als ein ständig Befragter, in der gewohnten Rolle zu bleiben - und mich selbst zu befragen.

Meine Gedanken zum Buch: 

Ein ganz dünnes "Zwischenbuch" (nur 43 Seiten). Ich habe nur kurz reingesehen und flugs mit allergrößter Freude dieses inszenierte Interview über das Schreiben von Romanen gelesen.
Kehlmann denkt sich so manches zu seinen Romanfiguren und recherchiert sogar sehr viel (falls das hier und da vielleicht anders vermutet wurde).
Jeder, der sich gerne schreibend (oder auch lesend) betätigt kann von diesem Miniwerk nur begeistert sein. Vorkenntnis seiner Romane ist nicht von Nöten.
Absolut lustig - und jetzt wieder zurück zu Peter Altenberg.

Ich habe keine Ahnung. Dies ist keine rhetorische Wendung. Keine originelle Anfangsphrase, der gleich ein unauffälliges gesetztes "aber" folgen wird. Ich weiß wirklich nichts.

Seitenangabe für Zitat1: 
5

Details sind nicht nur nicht egal, Details sind alles.

Seitenangabe für Zitat2: 
11

Bücher bestehen aus Motiven - wie Musik?
Wie Musik. Aus deren Einführung und Variation, deren Abwandlung und Wiederholung und aus dem Vergnügen, sie selbst in transponierter und fast unkenntlicher Gestalt noch auszumachen und wiederzuerkennen.

Seitenangabe für Zitat3: 
2223
Verlag: 
Wallstein
Auflage: 
wahrscheilich 1.
ISBN: 
9783835301450