Die Villen der Frau Hürsch

Daniel Käfer wird als Chefredakteur einer intellektuellen Zeitschrift gekündigt. Statt sich eine neue Arbeit zu suchen, beschliesst er auf den Spuren der Urlaube seiner Jugend in Aussee zu wandeln. Interessant ist dort, dass ihn möglicherweise mehr mit dieser Gegend verbindet, als er ahnt. Ist seine Urgrosstante Mizzi tatsächlich freiwillig ins Wasser gegangen? Ist sie tatsächlich hintergangene Erbin eines Anwesens in Bad Aussee?

Meine Gedanken zum Buch: 

Typisch Komarek. Unkonventionell, schräg. Ein Kriminalroman ohne wirklichen Kriminalfall, doch trotzdem spannend bis zu schluss.

Einer von diesen unwirklichen schönen Sommertagen. Andachtsblau der Himmel, lustblau der See. Dazwischen helles Kalkgebirge, Wiesengrün und Waldgrün.

Seitenangabe für Zitat1: 
5

Der Morgen fühlte sich an wie Sabine, er roch und schmeckte wie Sabine. Sie schlief. Er hob ihr Haar hoch und biss sie zärtlich in den Nacken. Sabine maunzte wie eine Katze. Dann wachte sie auf.

Seitenangabe für Zitat2: 
109
Verlag: 
Diogenes
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
3 257 23465 1

Kommentare

S. 147: "Wäre es für Sie denkbar, mein Herr, daß ich mich durch ihre insistierende Aufmerksamkeit bedrängt fühle?"
"Nicht nur. Ich möchte sogar unterstellen, daß ich unverschämt wirke."
 
oder:
 
S. 207: "Jetzt sagen Sie einmal: Wollen sie mich blöd sterben lassen?"
"Paßt ja zum blöd Leben."
 
Wie du sagst - typisch Komarek.
 

Und immer wieder diese Anspielungen...
S. 223: "Und Sie ertragen mich immer noch in Ihrer Küche?"
"Da stellen Sie wenigstens nichts an. Leider."
Käfer schaute Frau Schlömmer überrascht ins Gesicht. Sie lächelte und hob ihr Glas.
"Prost, mein Lieber!"
 
Eigentlich schade, dass ich schon fertig bin mit dem Buch. Ich wäre noch gerne länger im Ausseerland geblieben.

Frau Hürsch schloss die Augen. "Hören Sie das? Ich nenne es vielstimmige Stille. Sie läßt keine Langeweile zu und keine Einsamkeit"
Ein toller Satz  - ein tolles Gefühl, bin auch dort, sitze selbst in der Villa, trinke Tee, genieße die Stille,.....

heute im 3Sat um 20.15 Uhr. Mit Peter Simonischek als Daniel Käfer.

Der Film ist genial. Zitat: "Wo is dein Mann" - "nicht da".
Damit ist alles gesagt.
Die Dialoge dieses Films finden statt durch ihre Nicht-Existenz. Herrlich.