Die Tote im Badehaus

Die_Tote_im_Badehaus.jpgShiroyama, ein kleiner charmanter Ort in den japanischen Bergen: Seine reiche Geschichte verheißt eine faszinierende Neujahrszeremonie, und das einladende Badehaus der kleinen Familienpension verspricht wohltuende Stunden. Die junge Englischlehrerin Rei Shimura fühlt sich wie im Paradies, als sie für ein paar Urlaubstage aus Tokio anreist. Und daß ihr gleich am ersten Abend der reizende Hugh Glendinning über den Weg läuft, betrachtet sie als gutes Omen. Am nächsten Morgen jedoch findet man die Frau des einflußreichen Geschäftsmannes Nakamura tot unter dem Fenster des Badehauses. Glendinning scheint mehr zu wissen, als er preisgibt, und zu viele Details des Falles wollen nicht so recht zusammenpassen. Reis detektivischer Spürsinn ist geweckt, doch sie ahnt nicht, daß der Täter ganz in ihrer Nähe ist ...

Meine Gedanken zum Buch: 

Sujata Massey hat mit Rei Shimura eine sehr sympathische Romanfigur geschaffen, die es als Mischling in Japan nicht immer leicht hat. Obwohl sie sich mit Sitten und Gebräuchen gut auskennt und auch die Sprache fließend spricht, stolpert sie von einem Fettnäpfchen ins Nächste, bis sie letztendlich in einen Mord verwickelt wird. Die Geschichte lebt natürlich von der Lösung dieses Falles, aber das Interessante ist vor allem, was man über dieses exotische und für uns so fremde Land und seine Sitten erfährt. Spannend bis zum Schluss, unterhaltsam und durchaus auch amüsant - ein gelungener erster Teil, dem noch etliche folgen werden. Empfehlenswert für alle, die gerne Krimis mit Lokalkolorit lesen, in denen es nicht brutal zugeht, sondern in denen liebevoll charakterisierte Figuren die Hauptrolle spielen.
 
 

Sie war vor der grünen Tür eines Etablissements stehengeblieben, dievon der Neonsilhouette einer kurvigen Frauengestalt geziert wurde. Wir betraten einen kleinen, extrem dunklen Raum. Angesichts der Paare an den Tischen begriff ich schnell, daß es sich um eine Hostessenbar handelte: Geschäftsmänner mit großen Whiskeytumblern, auffällig gekleidete junge Frauen, die an Miniaturgläschen mit Oolongtee laborierten. Alle genossen einen späten flüssigen Lunch oder eine verfühte Happy Hour. Ich sah einen Weißen mit einem asiatischen Teenager auf dem Schoß und bedachte ihn mit einem besonders abfälligen Blick, während mich Mariko vorbeischob.
Eine Frau mittleren Alters mit dickem Lidstrich um die Augen trat hinter einer Bar hervor. Ihrem funkelnden Gold- und Diamantschmuck nach zu urteilen, war sie wahrscheinlich die Mama-san, die das Geschäft führte.

Seitenangabe für Zitat1: 
198
Verlag: 
Piper
Auflage: 
6. Auflage
ISBN: 
ISBN-13: 978-3492230629