Die Tochter des Samurai

Die_Tochter_des_Samurai.jpgDie attraktive Kunstexpertin und erprobte Hobbydetektivin Rei Shimura verbringt mit ihrem Freund Hugh Weihnachten bei ihren Eltern in San Francisco. Hugh bereitet gerade eine Sammelklage gegen japanische Großunternehmen vor, die im Zweiten Weltkrieg Zwangsarbeiter aus den asiatischen Nachbarstaaten einsetzten. Rei nutzt die Zeit, um in ihrer eigenen Familiengeschichte zu forschen, und stößt dabei auf eine alte Schriftrolle mit äußerst brisantem Inhalt, die einst Kaiser Hirohito an ihren Urgroßvater schrieb. Als auch noch eine Mandantin von Hugh stirbt, scheinen die beiden Fälle mehr miteinander zu tun zu haben, als Rei glauben kann ...

Meine Gedanken zum Buch: 

Im sechsten Teil der Rei-Shimura-Reihe wird ein Thema angesprochen, das mich immer wieder sehr schockiert. Die sogenannten "Trostfrauen", die während sämtlicher kriegerischer Eroberungsversuche der Japaner den Soldaten zu Diensten sein mussten, oft 20 Männern an einem Tag. Und diese Frauen hatten nie die Chance, nach dem Krieg ihr Recht zu erhalten, weil sich die japanische Regierung in Verträgen geschickt dagegen abgesichert hat. Es ist erschreckend, wie viele Gräueltaten auf dieser Welt passieren, über die man garnichts weiß, die einfach totgeschwiegen werden.
Das ist einer der Gründe dafür, warum ich diese Serie so gerne lese. Man erfährt eine Menge über Japan, seine oft sehr seltsam anmaßenden Sitten und seine nicht immer so ehrenvolle Geschichte.
Rei Shimura ist eine sympathische und glaubhafte Hauptfigur, und somit war auch dieser Teil wieder ein feines Lesevergnügen mit Tiefgang.

"1942, als die Japaner auf den Philippinen einmarschierten, war Rosa dreizehn und lebte als Tochter eines Reisbauern in einem Dorf im südöstlichen Teil des Landes. Ihre Familie wurde von den Japanern ermordet. Sie kam nur deshalb mit dem Leben davon, weil sie sich bereit erklärte, in einem Bordell für die japanischen Soldaten zu arbeiten."
"Trostfrauen", sagte ich. Das Wort war eine japanische Erfindung, ein Euphemismus für die grässlichste Arbeit, die man sich vorstellen konnte. Trostfrauen wurden aus Korea, China sowie von den Philippinen verschleppt und gezwungen, allen im japanischen Militär zu Diensten zu sein, die für sie zahlten. Die Bordellbetreiber verrechneten die Einnahmen mit den Lebenshaltungskosten der Frauen, und natürlich verdienten diese nie genug, um sich die Freiheit zu erkaufen.

Seitenangabe für Zitat1: 
44

"Von der japanischen Regierung, die die Bordelle förderte, sind keine Zahlungen zu erwarten. Daher hält die Kanzlei es für aussichtsreicher, das Unternehmen zu verklagen, das asiatische und amerikanische Kriegsgefangene als Zwangsarbeiter in seinen Minen einsetzte."
"Dort habe ich sie kennengelernt", sagte Mr. Espinosa. "Beim Tunnelgraben. Es war ungewöhnlich, dass eine junge Frau so harte Arbeit leisten musste, aber sie meinte, sie täte alles, um nicht mehr in das ... äh ... Hotel zu den anderen Damen zurück zu müssen. In die Mine war sie nur auf Betreiben eines hochrangigen Offiziers gelangt, der sich für sie verwendete."

Seitenangabe für Zitat2: 
140
Verlag: 
Piper
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
ISBN-13: 978-3492251259