Die Obdachlosigkeit der Fische

Im Zentrum dieses Buches steht die Erinnerung an eine faltal gescheiterte Jugendliebe. Ein Lehrerin an der Schwelle des Alterns vergewissert sich dieser Geschichte inmitten einer brisanten Phase ihres Lebens.

Meine Gedanken zum Buch: 

Genazino schreibt hier aus der Sicht einer Frau, einer Lehrerin, die in einer emotionell distanzierten Beziehung lebt. Immer wieder schweifen ihre Gedanken in die Vergangenheit und springen wieder ins Jetzt, in die kalte Beziehung. Die einzelnen Kapitel sind ganz kurz, so als könnte sie nicht länger in einem Stück denken und sich ausdrücken. Sie spricht sich einiges von der Leber und kann doch nicht zurück in die Vergangenheit, um ihrem Leben eine andere Richtung geben. Auch der Angebetete  von damals kann sich nur schwer an sie erinnern (Exzellente Passage siehe Zitat 1)

Albert ist verlegen, er sagt ein paarmal: Ach du liebe Zeit und Meine Güte oder nur Jaja. Es ist, als sei ihm seine Jugend peinlich und als habe er deswegen alles oder doch fast alles aus dieser Zeit vergessen müssen. ... Die nächste Station wird sein: Eines Tages werde ich Albert wiederbegegnen und nicht wissen, daß er mich auf Händen getragen hat. Und die übernächste: Ein Mann wird an mir vorübergehen, von dem ich nicht mehr weiß, daß er Albert ist.

Seitenangabe für Zitat1: 
1617

Und obgleich niemand meine Zurückgezogenheit bedroht, muß ich doch aufstehen, zum Fenster gehen und einmal kurz den Gedanken der Flucht durchspielen.

Seitenangabe für Zitat2: 
36

Die Ausflügler fangen an, belegte Brote und Trinkpäckchen aus ihren Rucksäcken und Taschen zu holen. Es macht ihnen nichts aus, sich gegenseitig schwitzen und sich den Schwiß abwischen zu sehen. Die Männer schwitzen auf der Stirn, die Frauen in der Brustspitze.

Seitenangabe für Zitat3: 
48
Verlag: 
dtv Lizenzausgabe
Auflage: 
Erstveröffentlichung: Reinbeck bei Hamburg 1994
ISBN: 
3423133155