Die Nebel von Avalon

die_nebel_von_avalon.jpgDie amerikanische Fantasy-Autorin Marion Zimmer Bradley hat ein gewaltiges Epos in der großen Tradition der Ritterromane geschaffen, in dem sie den Zauber der alten Mythen und Legenden um König Artus wieder heraufbeschwört.

Wohl zum ersten Mal erzählt eine Frau diese wundersame Geschichte - es ist Morgaine, die Hohepriestern des Nebelreichs Avalon und Schwester von Artus, die hier die wahre Geschichte von ihrem königlichen Bruder erzählt, von den Rittern seiner Tafelrunde, allen voran Lancelot, und von den Mysterien diesseits und jenseits dieser Welt.
Das Buch zeigt die christlich stilisierten Heldengestalten aus einem völlig anderen Blickwinkel und erinnert daran, daß einst Frauen die Macht in den Händen hielten: Sie lenken im Verborgenen das Geschick ihrer Zeit und setzen den König der Legenden auf den Thron, geben ihm das heilige Schwert Excalibur, mit dem er die Sachsen für immer vertreibt.

Da ist Igraine, die in eine Heirat mit dem Herzog Gorlois gezwungen von einem ängstlichen Mädchen, zu einer starken selbstbewussten Frau wird, welche schließlich in Uther Pendragon eine Liebe findet, die älter ist als ein Menschenleben. Ihre Schwester Viviane ist die Herrin von Avalon, deren einziges Ziel es ist gemeinsam mit dem Merlin von Britannien die alte Religion der Göttin zu bewahren. Igraines Tochter Morgaine, das Feenkind, hat sie zu ihrer Nachfolgerin erkoren. Gwenhwyfar schließlich, die schüchterne junge Frau des Artus und fromme Christin, steht zwischen der Treue zu ihrem Ehemann, und der Liebe zu Vivianes Sohn Lancelot, dem Elfenpfeil.

Aber es geht um mehr bei diesem Kampf auf Leben und Tod. Rituale, Magie, visionäre Einsichten, Versagen und Größe fordern die Menschen heraus, die um den richtigen Weg des Glaubens und des Lebens ringen. In der Enthüllung des Mysteriums vom Heiligen Gral erfüllt sich das Schicksal von König Artus und seinen Rittern. Es ist Höhepunkt und Abstieg zugleich, denn Avalon, die Insel der Apfelbäume, die alte Welt der Naturreligion, versinkt unwiederbringlich in den Nebeln der Zeit.

Detailgenau und stimmig entsteht vor dem Leser das Bild einer Zeit im Umbruch, eines Zusammenpralls von Alt und Neu, von Naturreligion und Christentum, zwischen Matriarchat und Patriarchat.

Meine Gedanken zum Buch: 

Wenn man über Fantasy spricht darf dieses Werk - meiner bescheidenen Meinung nach - nicht fehlen.
Ich empfinde dieses Buch auch nach mehrmaligen Lesen ausserst fesselnd , alleine die Interpretation der Artus-Sage, welche ich schon als Kind geliebt habe,  ist so erfrischend, zumal dies - zumindestens für mich - eine völllig andere Sichtweise darstellte. Morgaine hatte ich bis dahin nur als die große Verführerin und Verursacherin von Artus' Untergang gesehen.
Diese Buch bewirkte, dass ich mich intenisiv mit den Legenden um Artus auseinandersetzte und eine völlig interessante Vielfalt und Interpretationen rund um dieses Thema entdeckte.
 
 

Verlag: 
Wolfgang Krüger Verlag
Auflage: 
Deutsche Ausgabe 1983
ISBN: 
ISBN: 3-8105-2604-5

Kommentare

...dass ich dieses Buch gelesen hab, - eine Leihgabe einer Freundin.
Und doch ist es mir als gut erzählt und als ebenso überraschend in Erinnerung geblieben. Wie du schon anmerkst hatte ich die Sage doch aus anderer Perspektive in Erinnerung, und auch andere nett verpackte Sichtweisen.

Ich habs mir vor etwa einem halben Jahr gekauft. Es hat mir auch wirklich sehr gut gefallen und es hat viel Spaß gemacht es zu lesen

... ist Marion Zimmer Bradley die Grande Dame der Fantasy und fällt meiner Meinung nach in  eine Liga mit Tolkiens "Herr der Ringe".

Und wieder einmal steh ich wohl allein da mit meiner Meinung, die ich Euch trotzdem nicht vorenthalten möchte. Ich habe soeben nach gut einem Viertel das Hörbuch endgültig abgedreht, weil es mich einerseits total gelangweilt und andererseits auch sehr genervt hat. Wenn in einem Buch, das ernstgenommen werden will und das sich rühmt, etwas aus weiblicher Sicht zu erzählen, Begriffe wie "bebende Lenden" und "geschwollene Männlichkeit" vorkommen, kann ich nur lachen. Nur leider hat dieser Unterhaltungswert nicht ausgereicht, denn die Handlung schleppt sich - zumindest im ersten Viertel des Buches - dermaßen dahin, dass man sich immer fragt "Was soll das?". Ich bin durchaus ein Fan der Artus-Sage, T.H. White's "Once and Future King" hat mich sehr begeistert. Aber von den Abenteuern der Männer erfahren wir hier so gut wie nichts, weil es immer nur um die Frauen geht, die daheim am Herd spinnen und übers Kinderkriegen reden. Das mag schon ein realistisches Frauenbild dieser Zeit sein, aber unterhaltsam ist es leider nicht. Und ehrlich gesagt ist mir dieses Getue um die "Göttin" auch zu viel, das Ganze ist mir viel zu esoterisch angehaucht.
Leider! Ich hatte mir von diesem Buch eingentlich viel erwartet und bin jetzt ziemlich enttäuscht.

Wenn wir dich und deine Kommentar nicht hätten..... ROFL
 
Zitat: "Wenn in einem Buch, das ernstgenommen werden will und das sich rühmt, etwas aus weiblicher Sicht zu erzählen, Begriffe wie "bebende Lenden" und "geschwollene Männlichkeit" vorkommen, kann ich nur lachen."
hihihi - ich kenn das Buch zwar nicht, aber jetzt muss sogar ich schmunzeln, ich stell mir dich grad so beim Lesen vor..... fassungslos aufgrund der Ausdrucksweise.. Wink ist doch dezent umschrieben, ich weiß nicht was du hast..... ;-)))))

HE! Das war mir nicht zu unzüchtig sonder zu schwülstig. Ich bin in solchen Dingen für klare deutsche Worte Smile Wenn ich Schnulzensex lesen will, kauf ich mir einen Roman von Barbara Cartland.

**grins**
Da bin ich gleich zweimal bei tedesca **/grins**
Nicht nur weil das gegenüber dem alten Testament ja wohl nur  züchtiges Geschreibsel ist sondern auch mit seiner Meinung zu den Nebeln...........
 
Also das Hörbuch kenne ich nicht, den Film habe ich gesehen - nein um ehrlich zu sein nach 3/4 umgeschaltet - da ist mit Sean Connery als alternder Robin Hood noch lieber!
und ein Drittes - Nichts gegen die Artuslegende und den Hl. Gral, da gab es faszinierende Bücher, man erinnere sich nur an die histrorischen Krimis wie den Da Vinci Code oder Sakrileg.
Aber auch ernsthafte Sammlungen beschäftigen sich damit, eine sehr ausführliche Darstellung findet sich hier http://www.arthuriana.de/alt/index.html
Rotbart

Es gibt keine schlechten Bücher -
es gibt nur unfähige Autoren

"Seiner Meinung"??? Tedesca ist eine Frau! Wink
 
Wobei ich die Bücher von Dan Brown zwar witzig fand, aber fasziniert haben sie mich nicht. Spannend, reisserisch, zeitgeistig, aber auch nicht mehr.
Ich kann mich immer nur wiederholen: Wer sich für die Artus-Legende interessiert, sollte von T.H. White "Der König auf Camelot" lesen!

... T.H. White: "The Once and Future King" ist empfehlenswert.
Was MZB betrifft, muss ich gestehen, dass mir diese besagten Ausdrücke nicht so ins Auge gestochen sind; die "Nebel von Avalon" ist eines jener Bücher, die ich nicht nur einmal verschlungen habe und die ich - ganz entgegen meinen sonstigen Gewohnheiten auf Deutsch gelesen habe. 
Und ja, es geht in erster Linie um die Frauen der Legende, die zuvor nie so richtig beachtet wurden; und ja, ich bin auch ganz Deiner Meinung, dass die esoterischen Komponenten überwiegen - mich spricht das aber sehr an.
 

Sorry
ich bin IHM / IHR / ES noch nie begegnet - woher soll ich wissen was sich hinter dem Webnamen tedesca verbirgt ?????????? Ich habe keine Ahnung ob es eine Frau, ein Mann, ein Kind oder ein Alien ist **grins**
Also immer mit der Ruhe und vielleicht per PN vorstellen ---OK  ?
Und zu Artus und Camelot kann ich immer nur wieder sagen , wer was zur Sache wissen will, keine Romane sondern Fakten lesen  ==> den von mir gegebenen Link
Rotbart (männlich) 
Es gibt keine schlechten Bücher - es gibt nur unfähige Autoren

Es gibt keine schlechten Bücher -
es gibt nur unfähige Autoren

Allerdings geht auch daraus nicht hervor, dass der Artus der Legende tatsächlich gelebt hat; das sind doch alles nur Annahmen. Einen richtigen Beweis gibt es nicht.
 
Natürlich sind die historischen Fakten interessant und wenn man sich mit der Artussage beschäftigt, dann kommt man daran nicht vorbei.
 
Was mich aber besonders fasziniert ist, wie verschiedene Autoren das Thema und die historischen Fakten interpretiert haben, und daher bin ich auch immer auf der Suche nach anderen Darstellungen und Sichtweisen, von denen es mittlerweile doch einiges in Romanform gibt.
 
ps: tedesca ist Latein und bedeutet "die Deutsche" und ist eindeutig die weibliche Form Wink

Es gibt keinen Grund, mich hier bei irgendjemandem per PN vorzustellen. tedesca ist eindeutig ein weibliches Wort (ein italienisches allerdings, liebe TinaMarie), ich unterschreibe meine Beiträge aber auch oft mit meinem Vornamen, und dass Germana männlich ist, wird ja wohl keiner annehmen, der auch nur eine Spur für Sprachgefühl hat. Ganz abgesehen davon, dass ich finde, dass man auch auf meinem Foto durchaus erkennen kann, dass hinter der Tauchermaske eine Frau steckt, aber bitte...
 
Und zu Artus kann ich nur sagen, dass es sich um die ArtusSAGE handelt, die hier alle interessiert (danke TinaMarie), und die kann maximal von Fakten untermauert sein, ist aber sonst, wie alle Sagen, reine Fiktion. Und genau die lesen wir gern!

**gg**
Germana kann vieles sein, siehe hier
http://blogdotop.files.wordpress.com/2009/05/chopp-germana.jpg
Und die Übersetzung aus den Italienischen sagt aus das tedesca sowohl ein Adjektiv sein kann (birra tedesca), als auch Substantiv dann kann es bedeuten Piefke oder der Deutsche / die Deutsche vgl.:
http://dict.leo.org/itde?lp=itde&lang=de&searchLoc=0&cmpType=relaxed&sectHdr=on&spellToler=&search=tedesca
** / gg**
 
Sprachgefühl ist eben nur Gefühl und das Substantiv ist sächlich

Es gibt keine schlechten Bücher -
es gibt nur unfähige Autoren

Wenn Germana neben einem Nachnamen in der Auflistung von Buchpatenschaften und Kommentaren steht, kann man wohl davon ausgehen, dass es sich um einen weiblichen Vornamen handelt und nicht um ein italienisches Bier.
 
Ganz abgesehen davon, dass tedesca auch als Adjektiv weiblich ist. Aber das erfordert dann wohl schon Sprachwissen und nicht nur -gefühl. DER Deutsche kann es somit nie bedeuten, denn das wäre dann tedescO. Und dafür brauche ich kein LEO, danke.