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Die Naschmarkt-Morde. Ein Roman aus dem alten Wien

Bild von tedesca
Verfasst von yellow bookreader tedesca am Di, 27/12/2011 - 14:02
Inhaltsangabe

Die_Naschmarkt-Morde.jpgWien 1903. Auf dem nächtlichen Naschmarkt, dem größten Viktualien-Markt der Stadt, wird die junge Gräfin Hermine von Hainisch-Hinterberg brutal ermordet. Die Presse macht viel Lärm um den 'Naschmarkt-Mord', vor allem der Journalist Leo Goldblatt übt Druck auf die Polizei aus. Und während sich Joseph Maria Nechyba, Inspector des kaiserlich-königlichen Polizeiagenteninstituts und ausgewiesener Gourmet, lieber seinem leiblichen Wohlbefinden als den Ermittlungen widmet, geschieht ein weiterer Mord am Naschmarkt

Zitate

Als Gast tauchte man beim Betreten des Café Sperl in eine Atmosphäre ein, deren wesentliche olfaktorische Komponenten aus Tabakrauch, dem Geruch des mit Öl imprängierten Holzfußbodens, diversen Küchendämpfen sowie dem unverwechselbaren Duft von fein-bitter geröstetem, gemahlenem und frisch gekochtem Kaffee bestand.

Seitenangabe für Zitat1:
58
Quellenangaben
Verlag:
Gmeiner
Erscheinungsjahr:
2011
Auflage:
6. Auflage
ISBN:
ISBN-13: 978-3839210062
Meine Gedanken zum Buch:

Schön, dass es Dinge und Orte gibt, die sich auch über die Jahrhunderte nur wenig verändern. Dazu gehören der Wiener Naschmarkt und das Café Sperl, in das uns der Autor immer wieder entführt. Zwar wird dort nicht mehr geraucht, aber sonst ist wohl alles immer noch so wie im Jahr 1903, und auch das Gasthaus zur Goldenen Glocke bietet immer noch ein Mittagsmenü an.
Loibelsberger zeichnet das Bild einer Stadt und ihrer Menschen, wie wir es aus vielen Filmen kennen. In der Hochblüte des Jugendstils und der Kaffeehausliteratur lässt er uns immer wieder einen Blick in die Hinterhöfe und kleinen Geschäfte werfen, die es leider nicht ins 21. Jahrhundert geschafft haben.
Vor dieser Kulisse werden 2 sehr unterschiedliche Frauen ermordet, und lange tappt der Leser im Dunklen. Die Auflösung ist letztendlich stimmig, wobei sie mir eine Spur zu schluderig und oberflächlich war, die wahren Motive des Mörders kommen in der vorangegangen Erzählung meiner Meinung nach zu kurz, aber das tut einer gewissen Grundspannung keinen Abbruch.
Letztendlich lebt das Buch vom Lokalkolorit, den Originalen einer Stadt und der herrlichen Altwiener Sprache, und damit hab ich mich prächtig unterhalten. Ich freu mich auf Teil 2, der schon am Nachtkasterl auf mich wartet.
 

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Bild von Sylli

Mir hat dieser Roman sehr

Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen, wobei der Inhalt irgendwie die kleinste Rolle spielte. Mich hat das Milieu fasziniert, in das uns der Autor entführt. Wien um 1900, die Welt der Literaten und Künstler, die Kaffeehauskultur, der Naschmarkt und auch die Figuren waren richtige Originale. Dazu die Sprache, die alten Rezepte im Detail, so habe ich das in der Form noch nie gelesen.
Etwas enttäuschend fand ich das Ende, fast zu durchsichtig, und so habe ich bis zum Schluss - aber leider vergebens - auf die spektakuläre Wende gewartet.
Dennoch ein sehr lesenswerter historischer Krimi, der mich gut unterhalten hat, weil er von den üblichen Klischees meilenweit abweicht.

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